Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo,
ich weiß nicht, ob das hier her gehört. (Falls nicht, lösche ich den Eintrag auch wieder.)
Allerdings finde ich es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass demnächst Honorarkürzungen von 4,5% für Gesprächsleistungen in ambulanter Therapie auf Psychotherapeut*innen zukommen.
Die Befürchtung ist u. A., dass dies die Versorgung mit Therapieplätzen weiter schwächt und die Therapieplatzsuche somit noch schwieriger als bisher werden könnte...
Daher bitte ich euch/Sie, die folgende Petition zu unterzeichnen und ggf. weiterzutragen:
https://www.change.org/p/monatelange-wa ... iled_token
(Gute, recht knappe Informationen zum Nachhören dazu findet man meiner Meinung nach hier:
https://open.spotify.com/episode/1mTm2G ... UQ2voTHcMw)
ich weiß nicht, ob das hier her gehört. (Falls nicht, lösche ich den Eintrag auch wieder.)
Allerdings finde ich es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass demnächst Honorarkürzungen von 4,5% für Gesprächsleistungen in ambulanter Therapie auf Psychotherapeut*innen zukommen.
Die Befürchtung ist u. A., dass dies die Versorgung mit Therapieplätzen weiter schwächt und die Therapieplatzsuche somit noch schwieriger als bisher werden könnte...
Daher bitte ich euch/Sie, die folgende Petition zu unterzeichnen und ggf. weiterzutragen:
https://www.change.org/p/monatelange-wa ... iled_token
(Gute, recht knappe Informationen zum Nachhören dazu findet man meiner Meinung nach hier:
https://open.spotify.com/episode/1mTm2G ... UQ2voTHcMw)
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Nachtmensch
- Beiträge: 651
- Registriert: 30. Dez 2020, 06:39
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo N N,
Bezüglich der befürchteten Auswirkungen möchte ich eine Mail hier einstellen, die ich heute von der Therapeutin bei der ich seit fast einem Jahr auf der Warteliste stehe (bzw. stand) bekommen habe. Ich hatte immer zu Beginn eines Quartals gemailt, dass ich weiter auf der Warteliste bleiben möchte und dann sonst immer eine Bestätigung bekommen, dass ich noch drauf bin. Diesmal aber eben diese Antwort.
>>>
Liebe Patient:innen,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Da mich derzeit sehr viele Anfragen erreichen, schaffe ich es leider nicht, auf jede Nachricht individuell zu antworten – ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.
Aufgrund der kurzfristig am 11. März vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen beschlossenen Kürzung unserer Honorare zum 1. April 2026 pauschal um 4,5% sehe ich mich gezwungen, meine Arbeitszeit umzustrukturieren, um wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen. Aktuell sind alle Therapieplätze vergeben, zudem habe ich keine Warteliste mehr.
Aus unserer Sicht setzt diese Entscheidung der Honorarkürzung ein fatales Signal. Schon heute ist die Versorgungssituation für psychisch erkrankte Menschen angespannt, gleichzeitig steigt der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung weiter an. In dieser Situation die Vergütung ambulanter Psychotherapie abzusenken, ist nicht nachvollziehbar und gesundheitspolitisch ein klarer Rückschritt, der uns alle betrifft. Mit dieser Honorarkürzung werden wir Kassenpraxen immer mehr dazu gedrängt, einen Teil unserer Kapazitäten auf Privatversicherte zu verlagern, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Dies gefährdet massiv die Versorgungssicherheit für Sie und Ihre Angehörigen.
Wenn Sie dies nicht hinnehmen und sich solidarisch mit uns Psychotherapeut:innen zeigen möchten, so können Sie durch Klicken auf folgenden Link eine vorformulierte Protestemail an den Gesundheitsausschuss des Bundestages senden, die Sie gerne noch mit eigenen Gedanken ergänzen können: https://is.gd/9edJkO
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung für eine faire Gesundheitsversorgung.
<<<
Der Link öffnet die Mail App. Ich habe diese Protestmail versendet und auch noch persönlich etwas darin angemerkt. Allerdings glaube ich nicht, dass es etwas bewirken wird. Die vorformulierte Mail muss lediglich noch mit dem eigenen Namen versehen werden, falls jemand hier sich auch dazu äußern mag.
Es ist also nicht nur anzunehmen, sondern wahrscheinlich, dass dann eben die Therapeut:innen, die überwiegend Kassenpatienten behandelt haben, tatsächlich mehr Zeit für Privatpatienten verwenden werden. Ich kann niemanden verdenken, dass er oder sie eben so agiert um weiterhin den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Praxen kosten ja auch Miete und die Heizkosten dürfen auch eher steigen als fallen. Ich hab halt nur sehr lange gewartet, für nichts.
Bezüglich der befürchteten Auswirkungen möchte ich eine Mail hier einstellen, die ich heute von der Therapeutin bei der ich seit fast einem Jahr auf der Warteliste stehe (bzw. stand) bekommen habe. Ich hatte immer zu Beginn eines Quartals gemailt, dass ich weiter auf der Warteliste bleiben möchte und dann sonst immer eine Bestätigung bekommen, dass ich noch drauf bin. Diesmal aber eben diese Antwort.
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Liebe Patient:innen,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Da mich derzeit sehr viele Anfragen erreichen, schaffe ich es leider nicht, auf jede Nachricht individuell zu antworten – ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.
Aufgrund der kurzfristig am 11. März vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen beschlossenen Kürzung unserer Honorare zum 1. April 2026 pauschal um 4,5% sehe ich mich gezwungen, meine Arbeitszeit umzustrukturieren, um wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen. Aktuell sind alle Therapieplätze vergeben, zudem habe ich keine Warteliste mehr.
Aus unserer Sicht setzt diese Entscheidung der Honorarkürzung ein fatales Signal. Schon heute ist die Versorgungssituation für psychisch erkrankte Menschen angespannt, gleichzeitig steigt der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung weiter an. In dieser Situation die Vergütung ambulanter Psychotherapie abzusenken, ist nicht nachvollziehbar und gesundheitspolitisch ein klarer Rückschritt, der uns alle betrifft. Mit dieser Honorarkürzung werden wir Kassenpraxen immer mehr dazu gedrängt, einen Teil unserer Kapazitäten auf Privatversicherte zu verlagern, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Dies gefährdet massiv die Versorgungssicherheit für Sie und Ihre Angehörigen.
Wenn Sie dies nicht hinnehmen und sich solidarisch mit uns Psychotherapeut:innen zeigen möchten, so können Sie durch Klicken auf folgenden Link eine vorformulierte Protestemail an den Gesundheitsausschuss des Bundestages senden, die Sie gerne noch mit eigenen Gedanken ergänzen können: https://is.gd/9edJkO
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung für eine faire Gesundheitsversorgung.
<<<
Der Link öffnet die Mail App. Ich habe diese Protestmail versendet und auch noch persönlich etwas darin angemerkt. Allerdings glaube ich nicht, dass es etwas bewirken wird. Die vorformulierte Mail muss lediglich noch mit dem eigenen Namen versehen werden, falls jemand hier sich auch dazu äußern mag.
Es ist also nicht nur anzunehmen, sondern wahrscheinlich, dass dann eben die Therapeut:innen, die überwiegend Kassenpatienten behandelt haben, tatsächlich mehr Zeit für Privatpatienten verwenden werden. Ich kann niemanden verdenken, dass er oder sie eben so agiert um weiterhin den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Praxen kosten ja auch Miete und die Heizkosten dürfen auch eher steigen als fallen. Ich hab halt nur sehr lange gewartet, für nichts.
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo Nachtmensch,
es tut mir leid für dich, dass du umsonst auf einen Platz bei dieser Therapeutin gewartet hast. Das ist wirklich frustrierend, diese Email zu lesen, wenn man denkt, man hätte die Wartezeit bald geschafft.
Das Thema beschäftigt mich auch sehr aktuell. Ich werde ganz bald in die Tagesklinik gehen und mir auch einen ambulanten Therapieplatz suchen.
Vor der Kürzung der Honorare waren die Wartezeiten ja schon katastrophal und man sieht es an der Email, dass es sich prompt noch weiter verschlimmert (was ja zu befürchten bzw zu erwarten war).
Ich habe auch die Petition gegen die Kürzung unterschrieben und schaue mir die Protestmail gleich mal an.
Ich gehe jetzt gar nicht auf die Politik ein oder auf die Therapeuten selbst, sondern bleibe nur bei der Situation von ,uns' als Patienten.
Es macht Angst, ich bin wütend.
Nachtmensch, stehst du noch auf anderen Wartelisten? Ich drück dir jedenfalls die Daumen für die weietre Therapeutensuche.
LG
Hope
es tut mir leid für dich, dass du umsonst auf einen Platz bei dieser Therapeutin gewartet hast. Das ist wirklich frustrierend, diese Email zu lesen, wenn man denkt, man hätte die Wartezeit bald geschafft.
Das Thema beschäftigt mich auch sehr aktuell. Ich werde ganz bald in die Tagesklinik gehen und mir auch einen ambulanten Therapieplatz suchen.
Vor der Kürzung der Honorare waren die Wartezeiten ja schon katastrophal und man sieht es an der Email, dass es sich prompt noch weiter verschlimmert (was ja zu befürchten bzw zu erwarten war).
Ich habe auch die Petition gegen die Kürzung unterschrieben und schaue mir die Protestmail gleich mal an.
Ich gehe jetzt gar nicht auf die Politik ein oder auf die Therapeuten selbst, sondern bleibe nur bei der Situation von ,uns' als Patienten.
Es macht Angst, ich bin wütend.
Nachtmensch, stehst du noch auf anderen Wartelisten? Ich drück dir jedenfalls die Daumen für die weietre Therapeutensuche.
LG
Hope
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SonneundDunkenheit
- Beiträge: 1207
- Registriert: 25. Jul 2021, 09:24
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo Nachtmensch,
es tut mir sehr leid, dass die lange Wartezeit so endet. Ich hoffe du findest woanders einen Platz.
Ob die Kürzung jetzt der wirkliche Grund für die Absage ist, bleibt offen.
Unabhängig davon wird das Thema gerade sehr emotional diskutiert. Fakt ist, dass Therapeuten nicht am Hungertuch nagen auch nicht nach der Kürzung. Sie haben in den letzten Jahren überproportional viele Honorarerhöhungen bekommen im Vergleich zu anderen Fachrichtungen. Wir werden das hier im Forum nicht ändern können.
Natürlich fühlt es sich nicht wertschätzend an weniger Geld zu bekommen. Keiner würde das einfach schlucken wollen.
In der 66 Punkte Liste zur Gesundheitsreform gibt es auch Punkte (10-12), welche die Psychotherapeuten bzw. den Zugang zu Psychotherapie betreffen. Da werden Dinge korrigiert, die sich anders entwickelt haben als bei der Gesetzgebung gedacht. So sollen die Zuschläge für Kurzzeittherapien wegfallen. Das finde ich persönlich aus Sicht eines Patienten, der betreuungsbedürftiger ist und momentan deshalb vielleicht länger nach einem Therapieplatz suchen musste, förderlich.
Die Liste ist frei zugänglich und wen es interessiert, der kann sich dazu im Netz informieren. Ich stelle den Link jetzt ganz bewusst nicht hier rein, um es jedem selbst zu überlassen ob er sich dazu belesen möchte oder besser nicht. Ich fand es sehr spannend auch im Hinblick auf die Kosten, die Psychotherapie im Vergleich zu anderen ärztlichen Behandlungen ausmachen.
Allen ein sonniges Osterfest
es tut mir sehr leid, dass die lange Wartezeit so endet. Ich hoffe du findest woanders einen Platz.
Ob die Kürzung jetzt der wirkliche Grund für die Absage ist, bleibt offen.
Unabhängig davon wird das Thema gerade sehr emotional diskutiert. Fakt ist, dass Therapeuten nicht am Hungertuch nagen auch nicht nach der Kürzung. Sie haben in den letzten Jahren überproportional viele Honorarerhöhungen bekommen im Vergleich zu anderen Fachrichtungen. Wir werden das hier im Forum nicht ändern können.
Natürlich fühlt es sich nicht wertschätzend an weniger Geld zu bekommen. Keiner würde das einfach schlucken wollen.
In der 66 Punkte Liste zur Gesundheitsreform gibt es auch Punkte (10-12), welche die Psychotherapeuten bzw. den Zugang zu Psychotherapie betreffen. Da werden Dinge korrigiert, die sich anders entwickelt haben als bei der Gesetzgebung gedacht. So sollen die Zuschläge für Kurzzeittherapien wegfallen. Das finde ich persönlich aus Sicht eines Patienten, der betreuungsbedürftiger ist und momentan deshalb vielleicht länger nach einem Therapieplatz suchen musste, förderlich.
Die Liste ist frei zugänglich und wen es interessiert, der kann sich dazu im Netz informieren. Ich stelle den Link jetzt ganz bewusst nicht hier rein, um es jedem selbst zu überlassen ob er sich dazu belesen möchte oder besser nicht. Ich fand es sehr spannend auch im Hinblick auf die Kosten, die Psychotherapie im Vergleich zu anderen ärztlichen Behandlungen ausmachen.
Allen ein sonniges Osterfest
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Nebenbei bemerkt ist die Gebührenordnung für private Psychotherapeuten seit Jahren (!) nicht angepasst worden. Mit einem Kassenpatienten lässt sich in etwa der gleiche Betrag pro Sitzung „erwirtschaften“ wie mit einem Privatpatienten.
Meine Therapeutin berechnet seit einiger Zeit den 2,5 bzw. 3,5fachen Satz wegen „erhöhtem Aufwand“, Komplexität usw., was aber weder die PKV noch die Beihilfe mitträgt - trotz ausführlicher Begründung. Ich trage also einen Teil der Kosten jeder Sitzung selbst.
Sie sagte, dass sie sonst sogar weniger verdienen würde als ein Therapeut mit Kassenzulassung, der über die GKV abrechnet.
PS: gerade gegoogelt: aktuell: 115-120 Euro von der GKV, normalerweise 100,55 Euro von Privat bei 2,3fachem Satz nach GOP, die seit 1996 (!) nicht wesentlich geändert wurde.
Das spricht irgendwie gegen die Angst, dass nun Kassenpatienten Plätze verlieren werden zugunsten von Privatversicherten.
Es sei denn natürlich, man berechnet ihnen dann immer den 3,5fachen Satz und lässt sie eben 30-50 Euro pro Sitzung selbst draufzahlen.
Das Gesundheitssystem und insbesondere die Psychotherapie ist einfach komplett überlastet und am Ende dürfen es die Patienten ausbaden…
Meine Therapeutin berechnet seit einiger Zeit den 2,5 bzw. 3,5fachen Satz wegen „erhöhtem Aufwand“, Komplexität usw., was aber weder die PKV noch die Beihilfe mitträgt - trotz ausführlicher Begründung. Ich trage also einen Teil der Kosten jeder Sitzung selbst.
Sie sagte, dass sie sonst sogar weniger verdienen würde als ein Therapeut mit Kassenzulassung, der über die GKV abrechnet.
PS: gerade gegoogelt: aktuell: 115-120 Euro von der GKV, normalerweise 100,55 Euro von Privat bei 2,3fachem Satz nach GOP, die seit 1996 (!) nicht wesentlich geändert wurde.
Das spricht irgendwie gegen die Angst, dass nun Kassenpatienten Plätze verlieren werden zugunsten von Privatversicherten.
Es sei denn natürlich, man berechnet ihnen dann immer den 3,5fachen Satz und lässt sie eben 30-50 Euro pro Sitzung selbst draufzahlen.
Das Gesundheitssystem und insbesondere die Psychotherapie ist einfach komplett überlastet und am Ende dürfen es die Patienten ausbaden…
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Phoenix2019
- Beiträge: 260
- Registriert: 8. Jan 2020, 23:45
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo Ephemera,
seit einiger Zeit (Mitte 2025?) bekommt meine Privattherapeutin 133 Euro plus einige Cent/ Sitzung komplett von der Beihilfe erstattet (also zu 50%, Rest PKV). Sie ist Verhaltenstherapeutin und hat mich damals über die gesetzliche Änderung informiert. Die PKV zahlt wohl auch, den Anteil trage ich aber aus persönlichen Gründen selbst. Frag mal bei deiner Therapeutin nach.
Viele Grüße
seit einiger Zeit (Mitte 2025?) bekommt meine Privattherapeutin 133 Euro plus einige Cent/ Sitzung komplett von der Beihilfe erstattet (also zu 50%, Rest PKV). Sie ist Verhaltenstherapeutin und hat mich damals über die gesetzliche Änderung informiert. Die PKV zahlt wohl auch, den Anteil trage ich aber aus persönlichen Gründen selbst. Frag mal bei deiner Therapeutin nach.
Viele Grüße
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Danke für die Info.
Die Beihilfe in Niedersachsen ist nicht bereit mehr als den 2,3fachen Satz zu erstatten. Ich bin 70% Beihilfe zu 30 % PKV.
Theoretisch soll es irgendwie möglich sein, dass sie auch die höheren Kosten tragen - bei mir wird es aber trotz wirklich ausführlicher Begründung auf der Rechnung jedesmal gekürzt - Widerspruch war auch zwecklos. Dann bezahle ich eben einen Anteil selbst. Geht ja nicht anders.
Ich habe ja Verständnis dafür, dass seit 30 Jahren nicht angepasste Gebührensätze in Anbetracht der Preisentwicklung einen massiven Einkommensnachteil darstellen und schätze ihre Arbeit sehr.
Insofern finde ich auch den Protest der Kassentherapeuten gegen die Kürzung völlig gerechtfertigt.
Aber das alle so tun, als würden sie nun wegen besserer Verdienstmöglichkeiten auf Privatpatienten ausweichen verstehe ich wegen der dortigen Lage irgendwie nicht.
Am Ende wird jeder einzelne Patient privat draufzahlen. Glück hat, wer sich das leisten kann. So sollte es nicht sein.
Die Beihilfe in Niedersachsen ist nicht bereit mehr als den 2,3fachen Satz zu erstatten. Ich bin 70% Beihilfe zu 30 % PKV.
Theoretisch soll es irgendwie möglich sein, dass sie auch die höheren Kosten tragen - bei mir wird es aber trotz wirklich ausführlicher Begründung auf der Rechnung jedesmal gekürzt - Widerspruch war auch zwecklos. Dann bezahle ich eben einen Anteil selbst. Geht ja nicht anders.
Ich habe ja Verständnis dafür, dass seit 30 Jahren nicht angepasste Gebührensätze in Anbetracht der Preisentwicklung einen massiven Einkommensnachteil darstellen und schätze ihre Arbeit sehr.
Insofern finde ich auch den Protest der Kassentherapeuten gegen die Kürzung völlig gerechtfertigt.
Aber das alle so tun, als würden sie nun wegen besserer Verdienstmöglichkeiten auf Privatpatienten ausweichen verstehe ich wegen der dortigen Lage irgendwie nicht.
Am Ende wird jeder einzelne Patient privat draufzahlen. Glück hat, wer sich das leisten kann. So sollte es nicht sein.
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Phoenix2019
- Beiträge: 260
- Registriert: 8. Jan 2020, 23:45
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo Ephemera,
okay, stimmt, das Bundesland spielt ja auch eine Rolle. Bei mir ist es NRW.
Ich gebe dir Recht: Die Versorgungssituation bei der ambulanten Psychotherapie ist katastrophal. Andererseits hatte ich schon manchmal den Gedanken, dass die Stundensätze generell schon recht hoch sind. Aber ich schätze die Arbeit der Therapeut*innen auch sehr.
Viele Grüße!
okay, stimmt, das Bundesland spielt ja auch eine Rolle. Bei mir ist es NRW.
Ich gebe dir Recht: Die Versorgungssituation bei der ambulanten Psychotherapie ist katastrophal. Andererseits hatte ich schon manchmal den Gedanken, dass die Stundensätze generell schon recht hoch sind. Aber ich schätze die Arbeit der Therapeut*innen auch sehr.
Viele Grüße!
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SonneundDunkenheit
- Beiträge: 1207
- Registriert: 25. Jul 2021, 09:24
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Ich schätze die Arbeit meiner Therapeutin auch sehr und bin auch für eine angemessene Bezahlung. Nur wo fängt angemessen an? Meine Therapeutin hat die Honoraranpassung eher ruhig und besonnen kommentiert. Sie hat mir persönlich auch schon Stunden außerhalb des Kontinents gegeben ohne eine Rechnung zu stellen mit der Begründung dass sich das ein Therapeut in einer gut laufenden Praxis mit Kassenzulassung hin und wieder leisten kann, wenn er es eben auch möchte.
In den letzten Jahren gab es immer mehr Therapieplätze auch für Kassenpatienten. Trotzdem ist der Bedarf (der Wunsch nach Therapie) höher als die vorhandenen Plätze. Hier finden sich sachliche Aussagen dazu im Bericht der Finanzkommission Gesundheit.
Ich persönlich fände es auch spannend zu erfahren wie viele probatorische Sitzungen Jahr für Jahr geleistet werden ohne das dann daraus eine Therapie eingegangen wird. Ich könnte mir gut vorstellen dass dies einen nicht unerheblicher Anteil an Kapazitäten bei den Therapeuten bindet.
In den letzten Jahren gab es immer mehr Therapieplätze auch für Kassenpatienten. Trotzdem ist der Bedarf (der Wunsch nach Therapie) höher als die vorhandenen Plätze. Hier finden sich sachliche Aussagen dazu im Bericht der Finanzkommission Gesundheit.
Ich persönlich fände es auch spannend zu erfahren wie viele probatorische Sitzungen Jahr für Jahr geleistet werden ohne das dann daraus eine Therapie eingegangen wird. Ich könnte mir gut vorstellen dass dies einen nicht unerheblicher Anteil an Kapazitäten bei den Therapeuten bindet.
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Nachtmensch
- Beiträge: 651
- Registriert: 30. Dez 2020, 06:39
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo zusammen,
@ Hope und SonneundDunkelheit, danke für Euren Zuspruch.
Ich habe mittlerweile noch eine Mail der Therapeutin bekommen, in der Sie mir mitgeteilt hat, dass ich tatsächlich der nächste auf Ihrer Warteliste bin und dass sie mir entgegen der vorherigen, doch eine Therapie anbietet, sobald ein Platz frei wird. Damit hatte ich nicht gerechnet. Bei der von mir veröffentlichten Mail handelt es sich wohl um einen Autorespoder, der aber für Anfragen gedacht ist, die jetzt neu gestellt werden. Ich denke, soviel muss ich jetzt auch mal zur „Ehrenrettung“ dieser Therapeutin sagen.
Generell möchte ich mich aber an einer Debatte, ob Vergütungen von Therapeut:innen in ihrer Höhe gerechtfertigt sind, nicht verallgemeinernd beteiligen. Ich kann nur für mich sprechen, dass mir die Hilfe, die mir durch einige Therapeut:innen bislang zu Teil wurde, nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Tatsache ist auch, könnte ich es mir leisten, ich würde auch selbst zahlen. Jedenfalls bei dieser Therapeutin, weil ich schon mit Ihr gearbeitet hatte, bis mein Kontingent erschöpft war und die zweijährige Sperre griff. Tatsächlich will Sie aber mehr Gruppentherapien durchführen und insgesamt weniger Einzeltherapien. Ich persönlich hatte bei Ihr auch nie das Gefühl, es ginge es Ihr rein ums Geld bezüglich Ihrer Berufswahl. Was mir aber bei Therapeut:innen besonders in Reha Einrichtungen eher nicht so vorkam und eben oft das Gefühl erzeugt hat, die machen den Job, weil er eben bezahlt wird, aber das tut ja auch nichts zu Sache. Abgesehen davon das Gefühle auch mal trügen, mich jedenfalls.
Ich persönlich habe nur erfahren können, dass seit der Corona Epidemie die Wartezeiten auch auf Klinikbehandlungen länger wurden. Ob das an einem erhöhten Aufkommen von Erkrankten oder an zu wenig Personal liegt, kann ich aber nicht beurteilen und das wird auch regional sicher unterschiedlich sein.
Vielleicht hätte ich mich auch früher auf die Warteliste setzen lassen können, pro forma, aber nach der Tagesklinik ging es mir tatsächlich erstmal besser und ich hatte die Hoffnung, dass es so bleibt.
@ Hope und SonneundDunkelheit, danke für Euren Zuspruch.
Ich habe mittlerweile noch eine Mail der Therapeutin bekommen, in der Sie mir mitgeteilt hat, dass ich tatsächlich der nächste auf Ihrer Warteliste bin und dass sie mir entgegen der vorherigen, doch eine Therapie anbietet, sobald ein Platz frei wird. Damit hatte ich nicht gerechnet. Bei der von mir veröffentlichten Mail handelt es sich wohl um einen Autorespoder, der aber für Anfragen gedacht ist, die jetzt neu gestellt werden. Ich denke, soviel muss ich jetzt auch mal zur „Ehrenrettung“ dieser Therapeutin sagen.
Generell möchte ich mich aber an einer Debatte, ob Vergütungen von Therapeut:innen in ihrer Höhe gerechtfertigt sind, nicht verallgemeinernd beteiligen. Ich kann nur für mich sprechen, dass mir die Hilfe, die mir durch einige Therapeut:innen bislang zu Teil wurde, nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Tatsache ist auch, könnte ich es mir leisten, ich würde auch selbst zahlen. Jedenfalls bei dieser Therapeutin, weil ich schon mit Ihr gearbeitet hatte, bis mein Kontingent erschöpft war und die zweijährige Sperre griff. Tatsächlich will Sie aber mehr Gruppentherapien durchführen und insgesamt weniger Einzeltherapien. Ich persönlich hatte bei Ihr auch nie das Gefühl, es ginge es Ihr rein ums Geld bezüglich Ihrer Berufswahl. Was mir aber bei Therapeut:innen besonders in Reha Einrichtungen eher nicht so vorkam und eben oft das Gefühl erzeugt hat, die machen den Job, weil er eben bezahlt wird, aber das tut ja auch nichts zu Sache. Abgesehen davon das Gefühle auch mal trügen, mich jedenfalls.
Ich persönlich habe nur erfahren können, dass seit der Corona Epidemie die Wartezeiten auch auf Klinikbehandlungen länger wurden. Ob das an einem erhöhten Aufkommen von Erkrankten oder an zu wenig Personal liegt, kann ich aber nicht beurteilen und das wird auch regional sicher unterschiedlich sein.
Vielleicht hätte ich mich auch früher auf die Warteliste setzen lassen können, pro forma, aber nach der Tagesklinik ging es mir tatsächlich erstmal besser und ich hatte die Hoffnung, dass es so bleibt.
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo Nachtmensch,
das ist ja super, dass du doch zeitnah einen Platz bei dieser Therapeutin bekommen wirst!
Ich habe auch schon Therapie aus eigener Tasche bezahlt. Bei meiner langjährigen Therapeutin, als das Kontingent erschöpft war. Sie war es wert, mir war es das Geld wert.
Leider hat sich meine Situation komplett geändert, finanziell ist mir das nicht mehr möglich. Aber gut.
das ist ja super, dass du doch zeitnah einen Platz bei dieser Therapeutin bekommen wirst!
Ich habe auch schon Therapie aus eigener Tasche bezahlt. Bei meiner langjährigen Therapeutin, als das Kontingent erschöpft war. Sie war es wert, mir war es das Geld wert.
Leider hat sich meine Situation komplett geändert, finanziell ist mir das nicht mehr möglich. Aber gut.
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Hallo N N,
ich hatte den Beitrag ebenfalls vor ein paar Tagen bei Spotify gehört und die Petition unterschrieben - ich finde es ein Unding, dass die kassenzugelassenen Therapeuten weniger Gehalt bekommen und sich die seit Jahren die Mär hält, es seien ja ausreichend Therapieplätze da (was für ein Hohn für alle, die verzweifelt einen Therapieplatz suchen und Hilfe dringend nötig haben)...
Wir (Patienten wie Therapeuten) alle werden zwar mit der Entscheidung leben müssen, aber ein bisschen sich zur Wehr zu setzen kann ja nicht schaden, und nicht jeder kann sich eine aus privaten Mitteln finanzierte Therapie leisten. Ich habe die Befürchtung, dass die ohnehin schon prekäre Lage mit der Kürzung noch verschärft wird, auch werden manche Therapeuten ihre Konsequenzen ziehen (müssen) - restriktive Entscheidungen werden ebensolche Auswirkungen nach sich ziehen.
VG Mime
ich hatte den Beitrag ebenfalls vor ein paar Tagen bei Spotify gehört und die Petition unterschrieben - ich finde es ein Unding, dass die kassenzugelassenen Therapeuten weniger Gehalt bekommen und sich die seit Jahren die Mär hält, es seien ja ausreichend Therapieplätze da (was für ein Hohn für alle, die verzweifelt einen Therapieplatz suchen und Hilfe dringend nötig haben)...
Wir (Patienten wie Therapeuten) alle werden zwar mit der Entscheidung leben müssen, aber ein bisschen sich zur Wehr zu setzen kann ja nicht schaden, und nicht jeder kann sich eine aus privaten Mitteln finanzierte Therapie leisten. Ich habe die Befürchtung, dass die ohnehin schon prekäre Lage mit der Kürzung noch verschärft wird, auch werden manche Therapeuten ihre Konsequenzen ziehen (müssen) - restriktive Entscheidungen werden ebensolche Auswirkungen nach sich ziehen.
VG Mime
Wir müssen lernen,
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
Re: Petition "Monatelange Wartezeiten - und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt"
Ich bin selbst betroffen. Ich habe nach der einseitigen Kündigung durch meine ehemalige Psychotherapeutin(sie war wohl mit ihrem Latein am Ende) mich 3 Jahre vergeblich um einen neuen Therapieplatz bemüht. Im letzten Jahr entschied ich mich, zu einer Therapeutin ohne Kassenzulassung zu gehen und die Therapie aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Therapeutin hat faire Preise, sie verlangt nur das halbe des üblichen Honorars, aber von 60 Euro Stundenlohn kann sie auch gut leben. Das war ein Glücksgriff, denn das ist nun die erste Therapie, die mir tatsächlich hilft.