Ratsuchend...Wie weitermachen?

Antworten
N N
Beiträge: 2
Registriert: 2. Mär 2026, 21:49

Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von N N »

Hallo zusammen.

Ich bin seit November letzten Jahres in ambulanter Therapie (Kinder- und Jugendpsychotherapeutin mit tiefenpsychologischem Ansatz), habe vor kurzem die 5 probatorischen Sitzungen abgeschlossen und seit dem nochmals 2 Sitzungen gehabt.
Zuvor war ich etwa ein halbes Jahr bei einem Coaching (systemischer Ansatz). Trotzdessen ich mich bei der Coachin sehr wohlgefühlt habe, hat sich meine Symptomatik in dieser Zeit dennoch verschlechtert. Zu einer schlimmer werdenden depressiven Symptomatik kamen Panikattaken (zunächst in Intervallen von 3-4 Wochen, mittlerweile beinahe jede Woche, zwischen 15 und 25 Minuten lang).
Irgendwann entschied sie, dass das Coaching für die Schwere meiner Probleme nicht mehr ausreichend sei/ ihnen nicht gut gerecht wird und empfahl mir, Psychotherapie zu machen. (Auch einen stationären Aufenthalt zog sie in Erwägung bzw. brachte ihn als möglichen nächsten Schritt an.)
So begann ich also die ambulante Psychotherapie. Leider konnte ich mich bereits im Coaching sehr schwer öffnen, bei der Therapeutin funktioniert es allerdings noch weniger. Zwar nehme ich mir jedes Mal vor, das anzusprechen und generell kommunikativer aufzutreten, jedoch bekomme ich in den Sitzungen einfach den Mund nicht auf und schaffe es nicht, anzusprechen was mich beschäftigt.
Zudem vermittelt mir die Therapeutin (durchaus berechtigt) den Eindruck, ich würde mit der Therapie vermutlich ohnehin keinen Erfolg haben und sei durch meine Verschlossenheit sozusagen ungeeignet für Therapie und sie wisse daher nicht, ob sie oder überhaupt irgendjemand mir helfen könne.
Momentan geht sie von Panikattacken als zentrales Problem aus und denkt, sie seien das Einzige, was mich in meiner Alltagstauglichkeit stärker beeinträchtigt. Das liegt wahrscheinlich vorallem daran, dass ich ihr sonst nichts wirklich erzählt habe.
In der letzten Sitzung meinte sie, vielleicht sei es besser, ich würde mit einer/m Verhaltenstherapeut/in meinen Umgang mit akuten Paniksituationen üben, ohne die dahinterliegenden Problematiken anzugehen, da das ohne meine Zuarbeit verständlicherweise nunmal nicht ginge. So könne ich zumindest mit der Panik besser umgehen.
Dennoch sträube ich mich dagegen, nur die Symptome zu lindern. Natürlich belasten mich die Panikattacken stark- allerdings ist das NICHT mein Hauptproblem.
Ich komme einfach nicht gut mit mir zurecht: Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten ein immer stärker werdenendes Verlangen nach irgendeiner Art der Selbstmedikation. Es gibt Tage, an denen Aufstehen unerträglich ist, an denen ich den Schultag nur durchstehe, indem ich mich als leere Hülle von einem Fach zum nächsten Schleppe und während des Unterrichts mit Kopfhörern heimlich Musik höre, um die Stunden zu ertragen, mich eigentlich komplett isoliere und nachmittags nach Hause komme und den ganzen Tag in meinem Zimmer auf der Couch rumliege, mich scheiße fühle, bestenfalls Serien schaue, auf die ich mich nicht konzentrieren kann und sobald jemand hereinkommt mein Bestes gebe, um meine tatsächliche Verfassung zu Verbergen.
Ich überlege, die Schule (11. Klasse) abzubrechen. Allerdings gilt ja bis 18. Schul- bzw. Berufsschulpflicht und ich weiß nicht, wie weiter. Eigentlich würde ich gern FSJ im Bereich Pädagogik machen, aber es ist zum einen mitten im Schuljahr und zum anderen weiß ich nicht, ob ich gerade stabil genug/geeignet dafür bin und das schaffe.
Ich habe auch überlegt, ob vielleicht doch ein (teil)stationärer Klinikaufenthalt erst einmal sinnvoll wäre. Andererseits gibt es auch Tage, an denen ich mich "nur" Scheiße fühle, aber das "Funktionieren" noch ganz gut geht. Heißt das, dass es nicht "schlimm genug" für einen Klinikaufenthalt ist?

Ich bin dankbar für jede Anregung bzgl. der Therapie und wie ich mich vielleicht öffnen könnte, Ideen zum Weitermachen/Schule abbrechen und vor allem, was einen stationären Aufenthalt angeht.

Tut mir Leid für die Länge des Eintrags.

Vielen, vielen Dank.
Liebe Grüße
Schlumpffine
Beiträge: 767
Registriert: 3. Mai 2020, 18:29

Re: Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo NN,
willkommen im Forum und danke für deine Offenheit.
ch komme einfach nicht gut mit mir zurecht: Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten ein immer stärker werdenendes Verlangen nach irgendeiner Art der Selbstmedikation.
Selbstmedikation ist kein guter Weg. Deinem Post sind Äußerungen zu entnehmen, die einen Staionären Aufenthalt in einer Klinik rechtfertigen . Die professionelle Behandlung sollte im Vordergrund stehen.
Inwieweit Du mit der Schule überfordert bist kann ich nicht beurteilen, aber dein Post zeigt Indizien für eine Depression, die auch das zurückgezogen sein/Einsamkeit/Lustlosigkeit beinhaltet.
Eine Krankenhauseinweisung (Akut) erhälst Du von Deinem Hausrzt oder ggf.Pschychotherapeuten.
Für das erkennen und die Überwindung Deiner Probleme sind Fertigkeiten notwendig, die am besten Stationär zu erlernen und anzuwenden sind. Hier bist Du- im Gegensatz zur ambulanten Behandlung- in einem geschützten Raum und hast Ansprechpartner.
Hier kannst Du auch die zu erlernnenden Fertigkeiten üben.
Gruß
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
N N
Beiträge: 2
Registriert: 2. Mär 2026, 21:49

Re: Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von N N »

Hallo Schlumpffine,

ich danke vielmals für deine Antwort und die Anregungen. Danke.
Waldliebe
Beiträge: 461
Registriert: 3. Feb 2025, 12:09

Re: Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von Waldliebe »

Hallo N N,

da ich mich ausdrücklich davor hüten möchte, Diagnosen zu stellen und die den Fachärzten überlasse, möchte ich Dich ermuntern, einen Psychiater aufzusuchen.

Was auch gute Anlaufstellen sind: psychosomatische Ambulanzen, z. B. an Unikliniken. Dort gibt es meist eine gute Diagnostik und (teil) stationäre Anbindung.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass Du Dich gut um Dich kümmerst und Fachleute sehen lässt, wie sie Dir helfen können. Es gibt viele gute Fragebögen, die Dir da sehr entgegen kommen, wenn Du so schwer reden kannst.

Alles Gute für Dich!
Waldliebe
Hope79
Beiträge: 110
Registriert: 28. Dez 2025, 21:39

Re: Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von Hope79 »

Hallo N N,

könntest du dir vorstellen, diesen post einfach auszudrucken und deiner Therapeutin beim nächsten Termin zu geben? Oder ihr den post vorher zu mailen? Oder ihr eine Mail oder einen Brief zu schreiben und das runterschreiben, was du nicht sagen kannst?
So wüsste sie, wie es dir wirklich geht und kann dir gezielter helfen.
Wolfgang1
Beiträge: 68
Registriert: 26. Mai 2024, 21:14

Re: Ratsuchend...Wie weitermachen?

Beitrag von Wolfgang1 »

N N hat geschrieben: 3. Mär 2026, 11:51 Zwar nehme ich mir jedes Mal vor, das anzusprechen und generell kommunikativer aufzutreten, jedoch bekomme ich in den Sitzungen einfach den Mund nicht auf und schaffe es nicht, anzusprechen was mich beschäftigt.
Zudem vermittelt mir die Therapeutin (durchaus berechtigt) den Eindruck, ich würde mit der Therapie vermutlich ohnehin keinen Erfolg haben und sei durch meine Verschlossenheit sozusagen ungeeignet für Therapie und sie wisse daher nicht, ob sie oder überhaupt irgendjemand mir helfen könne.
Wenn man es in der Therapie nicht schafft sich zu öffnen kann das sehr unterschiedliche Gründe haben. Es kann zum Beispiel sein dass die Therapeutin nicht die richtigen Fragen stellt, oder dass sie etwas ausstrahlt was einen unbewusst verunsichert.
Manchmal liegt es auch an einem selbst, aber wenn du grundsätzlich in der Lage bist dich zu öffnen, wovon ich mal ganz stark ausgehe, da du es hier ja auch geschafft hast, dann passt wahrscheinlich einfach die Synergie zwischen dir und der Therapeutin nicht. Insofern wird es wohl stimmen, dass diese Therapie bei ihr eher nicht so erfolgsversprechend ist. Das bedeutet allerdings keinesfalls dass du generell ungeeignet für Therapie bist und schon gar nicht dass überhaupt niemand dir helfen könnte.

N N hat geschrieben: 3. Mär 2026, 11:51 Dennoch sträube ich mich dagegen, nur die Symptome zu lindern.
Das wäre ja auch keine nachhaltige Lösung.

N N hat geschrieben: 3. Mär 2026, 11:51 Es gibt Tage, an denen Aufstehen unerträglich ist, an denen ich den Schultag nur durchstehe, indem ich mich als leere Hülle von einem Fach zum nächsten Schleppe und während des Unterrichts mit Kopfhörern heimlich Musik höre, um die Stunden zu ertragen, mich eigentlich komplett isoliere und nachmittags nach Hause komme und den ganzen Tag in meinem Zimmer auf der Couch rumliege, mich scheiße fühle, bestenfalls Serien schaue, auf die ich mich nicht konzentrieren kann und sobald jemand hereinkommt mein Bestes gebe, um meine tatsächliche Verfassung zu Verbergen.
Kann ich total nachvollziehen, genau so ging es mir auch oft während meiner Schulzeit.

N N hat geschrieben: 3. Mär 2026, 11:51 Ich habe auch überlegt, ob vielleicht doch ein (teil)stationärer Klinikaufenthalt erst einmal sinnvoll wäre. Andererseits gibt es auch Tage, an denen ich mich "nur" Scheiße fühle, aber das "Funktionieren" noch ganz gut geht. Heißt das, dass es nicht "schlimm genug" für einen Klinikaufenthalt ist?
Ich denke die meisten gehen genau dann, wenn sie es als notwendig erachten. Es waren jedenfalls schon Leute wegen deutlich weniger in der Klinik, und ich hab noch nie gehört dass jemand mit Suizidgedanken und selbstverletzendem Verhalten pauschal abgelehnt wurde. Also die Voraussetzungen um hinzugehgen und vorzusprechen hast du definitiv.
Antworten