SonneundDunkenheit hat geschrieben: 25. Jan 2026, 14:37
Hallo Milli,
eine Arbeit ist wichtig und sinnstifend. Trotzdem frage ich mich warum du an dem Quereinstieg so festhältst.
Das Arbeitsklima ist "unter aller Sau", Quereinsteiger nicht erwünscht, die Schüler und deren Eltern "respektlos". Ich übertreibe ganz bewusst. Warum willst du den Rest deines Lebens oder zumindest die nächsten Jahre in solch einem Umfeld arbeiten? Ich verstehe es nicht.
Eine Privatinsolvenz ist ganz sicher kein schöner Zustand, aber er geht vorbei.
Die "Flucht" in die Krankschreibung wird dir nur kurzfristig Erholung geben, aber die äußeren Bedingungen nicht verändern. Auch an einer anderen Schule nicht. Du bleibst Quereinsteiger, die Schüler schwierig, das Arbeitskollegium eine Gleichung mit vielen Unbekannten.
Auch wenn es jetzt vielleicht einen großen Aufschrei gibt. Ich finde Lehrer, die erkrankungsbedingt immer wieder ausfallen werden schwierig im Hinsicht auf die Kontinuität, die Schüler brauchen. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen können sicher sehr gute Pädagogen sein, aber ob der Schulbetrieb der geeignete Ort ist, erscheint mir persönlich zumindest hinterfragenswert.
Wie ich schon geschrieben hatte, gibt es eine Rückzahlungsklausel und ich wäre dann auch fürs Referendariat gesperrt.
Abgesehen davon wäre ich bei jeder anderen Stelle aus meinem ursprünglichen Job noch schlechter bezahlt und hätte deutlich miesere Konditionen. Die auf der anderen Seite ist alles grüner Mentalität haut da nicht so gut hin. Ich kenne etliche Lehrer persönlich (nicht an der Schule) und wenn man es schafft, hat man schon ein Stück weit ausgesorgt. Es ist eine sichere Basis, die einem als Single und ohne Familie oder Freunde eine Sicherheit gibt.
Wäre ich verheiratet hätte ich drauf gepfiffen, aber das bin ich nicht.
Meine Alternative sind dauerhaft befristete Maßnahmen mit schlechter Bezahlung. Das hatte ich ja und wenn man beide Seiten kennt, dann weiß man, was man an diesem Job im ÖFD hat.
Möglich, dass das nicht so gut durchkam, aber ich zweifle an sich nicht an meiner Tätigkeit. Die ist schon sinnstiftend, nur das aktuelle Umfeld ist so mies, dass ich nur noch einen Schulwechsel als Alternative sehe.
Eine Privatinsolvenz ist für mich keine Option.
Wie soll ich denn da leben? Ich zahle jetzt noch meinen Autokredit ab. Komplettes Aufgeben würde mich ein Stück mehr unter die Brücke bringen.
Und nein. Es gibt keine andere Schule mit derart schlechten Bedingungen. Selbst die andere, an der ich zuvor war, war nicht derart mies.
Ich werde an der Schule schikaniert und gemobbt. Das ist ein großer Unterschied.
Was sich ändern würde, wenn ich länger krank bin? Ich würde beim Eingliederungsmanagement antanzen und man würde mich an eine andere Schule versetzen, denn dann müssen sie handeln.
Ich denke, du kennst dich einfach zu wenig in dieser Hinsicht aus.
Abgesehen davon. Was wäre denn besser? Pädagogen, die ab und an ausfallen oder die, die gar nicht vorhanden sind?
Meine vorherige Chefin hat es mal ganz treffend bei einem Gespräch gesagt "Wenn Ihre Tochter nicht bei Frau Milli Unterricht hätte, hätte sie gar keinen Unterricht."