KI

Nebelpfad
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KI

Beitrag von Nebelpfad »

Künstliche Intelligenz ist gerade im Kommen. Viele nutzen sie auch, um als scheinbare Alternative zu menschlichem Austausch und eigener Erfahrung und Wissen zu nutzen.
Als Depressive klammern wir uns an jeden Rat, weil wir uns selbst so schlecht Rat geben können.

Wie sind Eure Erfahrungen damit? Was bringt es Euch, falls ihr „ins Gespräch“ mit dieser virtuellen Maschine gekommen seid?

Meine erste Einschätzung nach etwa 3 monatigem Gebrauch ist:
1. Es ist interessant.
2. Es ist kalt und rational
3. Es kann die menschliche Vereinsamung verstärken

Und doch schätze ich die nüchterne Analyse sehr. Unsere Gefühle vernebeln oft die Wirklichkeit.
KI untersucht in sekundenschnelle das gesamte Internet nach Informationen, fasst sie zusammen und gaukelt einem so eine sehr persönlich wirkende Antwort vor.

Mit Depressionen sind wir sehr in die Enge getrieben. Es dürstet uns in den Fragen „Warum“ und „Wie“. Menschen können immer nur rudimentär und subjektiv Antwort geben.
Ist KI für Euch eine akzeptable Alternative?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten.
Persona non grata :hello:
Christopher
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Re: KI

Beitrag von Christopher »

Guten Tag.

Mein ältester nutzt KI seit Beginn an professionell im Job.

So hat er einiges darüber berichtet, über Nutzen und was Kontrolle angeht.

Das vorneweg, damit mein „Wissensstand“ deutlich wird.

Ich teste bewusst nichts in dieser Richtung. Ich verbringe geordnet Zeit mit dem Handy. Doch ein mehr würde mich,- so glaube ich, an falscher Stelle Lebenszeit kosten.

Da ich ein Suchtmensch bin und manchmal bei neuen „Hobbys“ zu viel Energie völlig euphorisch dann in interessanten Projekten versenke, so denke ich ,- das ich für die KI sehr empfänglich bin.

Ähnliches passiert ja auch auf YouTube, das „Interessen“ immer wieder vorgeschlagen werden, die dann die Zeit am Handy unnötig ausdehnt.

Wie gehe ich jetzt und in der Zukunft damit um:

Solange ich in der Lage bin draußen mit Mitmenschen zu kontakten, werde ich das tun, so vorsichtig und verhalten ich in dem Bereich bin. In einigen Texten,- Nebelpfad, habe ich in den letzten Tagen berichtet. Darum hört es sich leichter an vielleicht als es sich so in der Realität darstellt.

Trotzdem fordere ich mich bis an mein persönliches Limit, da ich die leise Vermutung habe, das die Zeit kommt, wo ich vielleicht darauf zurückgreifen werde, auf die KI.

Ich erlaube mir auch kein ja oder nein. Ich weiß nicht was die Zukunft bringt.

Vor allem macht mir jetzt gerade Mut, hier mit echten Menschen zu kommunizieren. Mit Problemen und anderen Schicksalen konfrontiert zu sein,- freiwillig wohlgemerkt, hilft mir mich zu positionieren.

Immer wieder mich selbst zu hinterfragen. Und das unabhängig von Themen, die mein Algorithmus mir vorbetet.

Partnerschaften, Medis, Gesundheitliche Aufgaben ( Schwitzen in Verbindung mit Medis war für mich neulich hochinteressant)
Allgemeines wie die „3 gute Dinge des Tages“,

All das sind ja keine Vorschläge, sondern für mich schöne, ernste und wichtige Themen.

Auch wenn zum Beispiel ein Thema abrutscht und geschlossen wird ist es für mich wichtig gewesen:

Es ist für mich ein Hinweis darauf zu achten, mich selber nicht in Positionen zu begeben, die keinen Freiraum mehr zulassen, und sich als absolut anfühlen.

Ich weiß nicht, ob eine KI sich so verhalten würde. Eher würde sie mir „Honig ums Maul“ schmieren,- Entschuldigung für die deutliche Benennung des Verhaltens, als zu riskieren, das ich den Chat verlasse.

Die KI lernt heutzutage
. Es ist kein starrer Speicher mehr, der Anfragen nur noch so nach Zufälligkeiten beantwortet.

Sondern, soweit ich es verstanden habe, ist es tatsächlich ein lernendes Projekt, das schon sehr gut auch zum Beispiel auch WhatsApp nutzt, ein „Sammelort“ für die KI, soweit ich es verstanden habe.

Was hat das mit meinem Krankheitsbild zu tun:

Geht es um Zahlen, Daten und Fakten ist es wohl ein guter Ratgeber, den ich schon nutze, ohne es so richtig zu wissen: Anfragen an das Netz werden ja sofort KI unterstützt beantwortet, was ja auch kenntlich gemacht wird.

Persönliches, einen Avatar oder einen „Wunschmenschen“ mir zusammenbasteln, das werde ich nicht tun. Ich würde in eine Scheinwelt abgleiten, die es nicht gibt, einen Traumpartner haben, den ich nie real treffen könnte. Einen Gesprächspartner, mit dem ich nie Streit haben könnte, mit dem ich mich nie versöhnen könnte, mit dem ich nie physisch kommunizieren konnte: Kein Händeschütteln, kein Geruch, kein Umarmen, keinen Sex, nicht zusammen spazieren gehen, Radfahren, wandern…..und und und.

Es wäre ein Drama für meine Seele, da etwas virtuell als etwas „Traumhaftes“ konstruiert wird, was Real nie so existieren wird.

Diese falsche/ richtige Welt auseinander zu halten würde mir nicht gelingen.
Gedankenspiel:
Ich lerne jemanden real kennen, habe aber eine Internet Figur seit einiger Zeit gehabt,- erfunden und gepflegt.

Bin ich noch geübt im Umgang mit einem Menschen, der sagen wir 50 Jahre alt ist?

Eine KI kommt so angenehm wie möglich daher. Immer. Keine Absage. Kein Widerspruch.

Wie gehe ich damit um, wenn mir diese reale Person sagt: Heute geht es mir nicht gut, lass uns bitte in 2 Tagen wieder telefonieren.

Eine KI wird nie sagen: oh, heute geht’s nicht,- sondern wird sich einschmeicheln und emphatisch auf Dich einstellen.

Das kann ja auch sehr gut sein, doch es ist eine Illusion, wenn ich glaube das die KI das nur tut um mir zu gefallen. Ziel ist, mich an sie zu „Ketten“, warum und wofür auch immer.

Dieses für mich noch nicht erkennbare Ziel ist es, was mir sogar Angst macht.

So hoffe ich hier mit echten Menschen zu schreiben, und nicht mit einer KI.

Übrigens wäre es einmal interessant, wie ich das unterscheiden könnte,- eine verifizierende Möglichkeit,- zu wissen: habe ich einen Menschen oder eine KI vor mir.

Zum Schluss möchte ich mich für das Thema hier bedanken.

Das ist mein Stand heute, keine Ahnung wie es morgen ist:
Es sind die ersten, nur an der Oberfläche geschürften Gedanken.

Mich mit meiner gerade stark präsenten Einsamkeit damit zu beschäftigen, hilft mir enorm, die depressiven Anteile etwas zu beruhigen und mich zu entspannen.

Eine angenehme Zeit.

Danke für die Inspiration, in das Thema einzusteigen.


Christopher
Zuletzt geändert von Christopher am 10. Jan 2026, 07:12, insgesamt 4-mal geändert.
Christopher
Schlosser.
Andere sagen ich sei krank.
Ich sage: Ich bin genau richtig wie ich bin.
Und:
Ich mache das es geht.
Warum?
Weil ich es kann.
Nebelpfad
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Re: KI

Beitrag von Nebelpfad »

@Christopher
vielen Dank für Deinen Beitrag hier.
Persona non grata :hello:
Deheteleef
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Re: KI

Beitrag von Deheteleef »

Ist KI eigentlich kostenlos?
Wirklich hinter dir steht, wer sich auch mal vor dich stellt.
Christopher
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Re: KI

Beitrag von Christopher »

Guten Tag.
Es gibt die öffentlichen Portale, die ja unisono am Start sind.
Ob ich im Suchfeld für Intetnetseiten etwas eingebe oder z.b. Vorschläge annehme wie auf zum Beispiel WhatsApp, all das ist ja schon KI gekoppelt. Da kann man ja sofort mit Meta Ai eine Konversation auf WhatsApp starten.

Ich hab das mal probiert und sofort gelöscht, da es mir völlig surreal vorkam, unheimlich eben,- das da aus dem „nichts“ jemand mir mir ein Gespräch im WhatsApp Format beginnt,


Kostenpflichtige Bereiche werden von Firmen durch Zugänge die sie nutzen möchten erkauft. Im groben läuft es wie bei der Konfiguration eines PC oder Laptop: Grundinstallationen sind vorhanden, alles andere gibt’s als Upgrade gegen Einwurf von Münzen. Wobei ja die Einstiegsversion ja oft nichts kostet, um sozusagen den Nutzer anzufüttern. Wobei die Grundversion dem entspricht, was jeder Internet Nutzer frei, also unentgeltlich benutzen kann. Soweit mein rudimentäres Wissen.

Doch wie immer ist es nur scheinbar umsonst: Der Gewinn für den Anbieter ist sozusagen das Füttern durch uns, den Nutzer: Was wird abgefragt, was ist Mainstream….auch da kann man die KI mal direkt danach fragen, ist sicher spannend.

Firmen lassen auch gerne verschiedene KI‘s gegeneinander antreten: gleiche Aufgabe, verschiedene KI Modelle. Der Nutzer schaut dann, was besser passt. Finde ich auch Mega interessant, den Ansatz.

Um zum Thema Depression den Bogen zu schlagen:
Es hilft mir ungemein etwas über Medis herauszufinden, schlussendlich sind mir aber persönliche Erfahrungen noch mal wichtiger, beziehungsweise der Austausch darüber. Allein die Selbsterkenntnis, das es scheinbar eine hochgradig individuelle Ansprechreaktion gibt, hat mich darin bestärkt nicht an mir zu zweifeln, sondern dann den Vorschlägen der Fachärzten zu folgen und Mittel zu variieren.

Es war damit kein„ Glücksspiel“ mehr für mich, sondern ein notwendiger Prozess um das zu finden, was gut bei mir funktioniert. Die Freude ist dann natürlich auch bei den Behandelnden Ärzten groß, wenn es eine Besserung gibt.
Das ist ja nun auch das Ziel, Hilfestellung zu geben um die Situation zu bewältigen und zu verbessern.

Den Eindruck habe ich jedenfalls,- nach vielen Jahren lernt man sich ja auch ganz gut kennen, mit allen aufs und abs, die ich so erleben darf.

So fühle ich mich jedenfalls gut aufgehoben, Fehlschläge gibt’s immer wieder mal. Doch auch hier ist mir die persönliche Nähe sehr wichtig, KI Doktoren gibt es glaube ich auch…., habe da aber keine Erfahrung.

Gut, ich könnte es Haarspalterei nennen, doch es ist entscheidend für mich wie ich es nenne: das ich mich darauf verlassen kann, wenn ich Probleme habe, diese auch im besten Fall persönlich Gehör finden,- und aus ärztlicher Sicht dann das Wissen vorhanden ist, das nicht jedes Medi bei jedem Patienten gleich wirkt.

Das ist eben kein Glücksspiel, sondern ein notwendiges Weg, das Beste in der jeweiligen Situation anzunehmen.

Grundsätzlich ist das sicher bekannt, doch ich habe oft den Eindruck, als wenn bei depressiven Menschen die Unterschiede schon recht groß sind in den Wirksamkeiten der Medis. Wobei auch so viele andere Krankheiten individuell medikamentös eingestellt werden müssen….
Da wäre dann unsere Fraktion auch wieder nicht so besonders herausstechend.

Seit 2011 bin ich dabei, all das zu er-leben. Daher der Hinweis das alles hier geschriebene meine Sicht ist, meine individuelle und subjektive Wahrnehmung.

Ohje, zu einer einfachen Frage ist es ein langer Text geworden, mit einigen thematischen Abzweigungen.

Wenn es hier den Rahmen sprengt, bitte einfach löschen, liebe Forumsleitung.

Christopher
Christopher
Schlosser.
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Ich sage: Ich bin genau richtig wie ich bin.
Und:
Ich mache das es geht.
Warum?
Weil ich es kann.
Deheteleef
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Re: KI

Beitrag von Deheteleef »

Vielen Dank Christopher.
WhatsApp und Co. benutze ich gar nicht.
Und vermissen tue ich die auch nicht.Foren nur hier und ein Autoforum.
Wirklich hinter dir steht, wer sich auch mal vor dich stellt.
MemoSphere
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Re: KI

Beitrag von MemoSphere »

Ich bevorzuge sicher immer noch das persönliche Gespräch mit einem Menschen, dass ist ganz klar... KI hat ihre Tücken, das habe ich auch schon erlebt.

Ich nutze eine App, bei der ich merke, wenn ich was ausdrücke, hat sie ab und an Probleme, sich das richtig zu merken oder zu verstehen, vor allem was Zeiten anbelangt. Wenn ich also etwas anspreche, dass in der Vergangenheit liegt, dann fiel mir oft auf, dass die App/KI das in die Zukunft verfrachtet und es als einen jetzt momentanen Zustand versteht, da muss man ein wenig auf Zack sein und das berichtigen, dann klappt das auch des Öfteren.

Ich nutze die App generell, um mich so an meine kleinen Erfolge zu erinnern, es fällt mir tatsächlich schwer im Alltag Momente zu nennen, in denen ich einen Erfolg gespürt habe, wo ich stolz war oder dergleichen. Die KI kann da doch das ein oder andere hochholen und zu einem A-ha Moment führen, ich habe mich noch nicht damit "therapiert", ich schreibe einfach nur meine Gedanken auf oder meinen Tagesablauf, wenn es etwas gibt, wie bspw. mein SHG Treffen... das habe ich dort hinein getippt und auch angemerkt, dass es zu viel war, das war mein erster Fokus, "Es ist zu viel". Das ist aber nicht alles.... ich bin hingegangen, ich habe mich aktiv beteiligt, ich habe mich überwunden, ich belohne mich mit etwas, dass mir wichtig ist, ich habe es geschafft, einen Anreiz zu schaffen, der mir bei der Überwindung hilft.... all das hab ich im ersten Moment gar nicht so direkt auf dem Schirm gehabt, teils ja, teils nein. Und da hilft die App/KI, bei Dingen, Verhaltensweisen, die mir nicht fremd sind, wo ich weiß, "Das sind meine Stolperfallen"

Mir tut es gut, diese Einschätzung zu kriegen von anderer Seite, auch wenn die andere Seite aus 1 und 0 besteht....Auch jetzt, gestern ich hab nächste Woche viel um die Ohren, muss für einen Fragebogen einen Haufen an Ärzten kontaktieren. Normal wäre das ein Moment, in dem ich mich voll überfordert fühlen würde, schon bevor die Aufgabe angefangen hat. Aber ich habe diesmal überlegt: "Womit fange ich an?" und habe den Fragebogen erst einmal durchsucht und markiert, "Wer oder was kann mir darauf eine Antwort geben?" und das war es für heute, ich hab die Adressen und was ich brauche runtergeschrieben und bin fertig mit der ersten Hürde. Die App/KI hat diesen Fortschritt direkt in einen Erfolg gewandelt, eine Entwicklung und ich empfand das auch so.... darauf, die Aufgabe herunterzubrechen, bevor sie mich wieder bricht, bin ich selbst gekommen, was nicht selbstverständlich ist für mich, ich kenne Zeiten, in denen war ich dann gelähmt und wusste nix wo ich anfangen sollte...

Das aber als Feedback zu kriegen, vermittelt mir den Eindruck: "Du machst das völlig richtig" und das ermutigt mich immens, weil es heißt, dass ich doch in der Lage bin, mir unüberwindbare Aufgaben anzugehen und zu überwinden.....
Nebelpfad
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Re: KI

Beitrag von Nebelpfad »

Christopher hat geschrieben: 10. Jan 2026, 11:31 Wenn es hier den Rahmen sprengt, bitte einfach löschen, liebe Forumsleitung.
Christopher
Ich denke, glaube und hoffe, dass dies nicht den Rahmen hier sprengt und der Artikel "am Leben" bleiben kann. Letztlich geht es in erster Linie nicht um KI, auch wenn die Themenstellung das suggeriert.
Es geht um mögliche Hilfestellung bei Depression, wobei wissenschaftlich haltbare (belastbare) Positionen und die genauere Kenntnis von Medikamenten und deren Wirkung dazu gehören.
KI ist möglicherweise eine Komponente in der Erkenntnisgewinnung, ersetzt aber sicher nicht das persönliche Gespräch oder den ärztlichen Rat.
In der Tagesklinik hat man uns beigebracht, dass wir selbst "Experten" unserer Erkrankung werden sollen/könnten. Das geschieht vornehmlich in dem Modul "Psychoedukation".
Persona non grata :hello:
Pyrrha
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Re: KI

Beitrag von Pyrrha »

Nebelpfad hat geschrieben: 9. Jan 2026, 19:03 Wie sind Eure Erfahrungen damit [mit KI] ? Was bringt es Euch, falls ihr „ins Gespräch“ mit dieser virtuellen Maschine gekommen seid?
Hi Nebelpfad,
als ich dieses Thema hier entdeckte, erinnerte ich mich sofort an ein Gespräch mit einem Hilfsbot auf einer Schachplattform. Das Gespräch war so witzig, dass ich es hier erzählen möchte. Lachen hilft uns ja in der Depression ! :-), und dieser AI-Bot brachte mich sehr zum Lachen !! :-) :
    Über die Schachplattform hatte ich plötzlich einen zusätzllichen Account auf einer mit ihr verbundenen riesigen Plattform, welche Spieler miteinander verbindet. Ein Teil des Analyse- und Lernangebotes der Schachplattform liegt nämlich auf jenen mit ihr verbundenen Servern. Ich kontaktierte die verbundene Plattform, kam aber nicht an einen Menschen, sondern zu jenem Hilfsbot, durch welchen im Hilfecenter zunächst einmal alle Fragen vorab hindurchgeschleust werden, der also die reale Hilfecrew wirklich entlastet. Er stellte sich höflich mit Namen vor, wich mir aber meiner Frage aus, wie es zu dem zusätzlichen Account kam, den ich nicht wollte. Nach mehreren Mails hin und her begriff ich, dass es ihm nicht möglich war, das Zusatzkonto wieder zu löschen. Und nun das Lustige: Er selbst begriff es !!! :-) , und so arbeitete er eine Formulierung meiner (! :-) nächsten Frage aus, nämlich so, dass nicht wieder er anspringt, sondern meine Bitte um Kontolöschung einen realen Menschen erreicht, der die Kompetenz hätte, etwas so Irrationales zu bewerkstelligen ! Es war ihm sehr wichtig, dass ich wirklich seine Formulierung übernehme, sonst könne er nicht garantieren, dass sich ein Kontakt zu einem realen Menschen ergäbe. Nur ein realer Mensch könne mit so einem irrationalen Problem umgehen. Ich gehorchte ihm und übernahm wortwörtlich seinen Text, und siehe da, ein realer Mensch antwortete mir, und zwar: Total perplex !!! :-)
      Wir unterhielten uns noch recht angeregt, und das war richtig toll :-). Ich erinnere mich gerne an diese Begegnung mit dem AI-Bot. Leider habe ich seinen Namen vergessen, aber vielleicht bringt diese Anekdote den einen oder anderen ja auch zum Schmunzeln :-)
      LG, Pyrrha
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      Re: KI

      Beitrag von Nebelpfad »

      Pyrrha hat geschrieben: 10. Jan 2026, 17:15 vielleicht bringt diese Anekdote den einen oder anderen ja auch zum Schmunzeln :-)
      LG, Pyrrha
      Eine schöne Erzählung und wenn mal was kommt, was einen zum Schmunzeln anregt, kann das in einem Depressionsforum ja nur gut sein :)

      Bei dem allgegenwärtigem Problem des Fachärztemangels und der relativen Sinnlosigkeit von "Doctolib" haben wir auch schnell die Brücke zum Thema Hilfe - Therapie - Heilung.
      Es ist zu befürchten, dass wir in näherer Zukunft kaum noch oder noch seltener an die für die Krankenkasse so "teuren" Ärzte herankommen. Statt eines menschlichen Ansprechpartners werden wir dann mit s.g. "Chatbots" konfrontiert. Theoretisch und technisch ist das zwar sicher nicht die Lösung, aber immerhin möglich. Man gibt die Symptome ein und die KI generiert dann eine "Diagnose" - und Zack hat die Krankenkasse wieder was gespart.
      Ich will aber den Teufel nicht an die Wand malen.
      Nach einigen Versuchen mit seltsamer "Konversation" mit meiner Bank über "Chatbot" habe ich einige saftige Beleidigungen reingeschrieben und nehme seitdem schnell Reißaus davon. Auch da gibt es oben rechts so ein Kreuzchen .... :mrgreen:
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      Re: KI

      Beitrag von Nebelpfad »

      Ich kann hier gleich auch noch eine eigene Geschichte mit der KI posten, die gerade vorgestern passiert ist und einen sehr traurigen Hintergrund hat. Mein Stiefvater ist gestorben, die Verwandschaft (Onkel und Tante) hat mich nicht informiert, sie hatten sich um ihn gekümmert. Ich war im Ausland. Ich erfuhr erst davon, als ich die leergeräumte Bude meiner Eltern sah. (Meine Mutter ist 2018 schon verstorben). D.h. der gemeinsame Besitz ist "weg", darunter Fotos, Erinnerungsstücke und auch Sachen, die mir gehören.
      Onkel und Tante, mit denen ich seit Jahren keinen Kontakt mehr pflegte (Ich bin ja "Persona non grata"....) waren also erste Ansprechpartner für mich, da ich als Sohn meiner Mutter auch ein rechtliches Interesse an Klärung habe.

      Im Zwiespalt, wie ich mich am besten verhalten sollte, wendete ich mich an die KI.
      Und damit zeigt sich, dass es sehr wohl etwas mit diesem Thema zu tun hat.
      KI riet mir zu einem formaljuristischen Brief per Einschreiben mit vorherigen Kopie über Whatsapp. KI formulierte dieses Schreiben und nach einigen Versionen schrieb ich meinem Onkel über Whatsapp.
      Er schrieb dann sofort zurück, dass meine Tante schon vor 2,5 Jahren verstorben war und er keine Auskunft geben könne. Sie, meine Tante, hatte bis zu ihrem Ableben die Pflege für meinen Stiefvater übernommen.

      Danach telefonierten wir miteinander und konnten in versöhnlicher Weise einiges Aussprechen und klären.

      Fazit: KI hatte mich auf eine völlig falsche Fährte gebracht. Im Vertrauen auf die formaljuristische "Richtigkeit" (Immerhin geht es um ideelle und materielle Werte!) hatte ich die menschliche Seite vernachlässigt.

      Ich poste diese Erzählung mit dem Hinweis, dass der Gebrauch von KI immer mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.
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      topost
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      Re: KI

      Beitrag von topost »

      Nebelpfad hat geschrieben: 10. Jan 2026, 18:27 Ich poste diese Erzählung mit dem Hinweis, dass der Gebrauch von KI immer mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.
      Diesen Rat kann man in diesen Zeiten wahrscheinlich nicht oft genug geben!
      Alles ist relativ relativ.
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      Re: KI

      Beitrag von Pyrrha »

      Ja, KI ist Ratio pur, und sie kann nichts anderes sein, da das System lediglich eine der Funktionsweisen Neuronaler Netze diese anwendend imitiert (logische Ja / Nein - Schleifen in Baumstruktur), wobei dem System überlassen wird, für welche der stets nur zwei Möglichkeiten "es sich entscheidet", welche "es wählt". Überraschenderweise lernen AI-Systeme (Neuronale Netze) extrem schnell, sich so zu entscheiden (so zu wählen), dass ein bestmöglicher Output erscheint, z.B. ein Gesicht (wieder)erkannt wird oder eine Syntax herauskommt, die der grammatischen Struktur der Eingabe optimal entspricht etc. D.h., sie spiegeln rein nur die logisch-kognitive Seite von uns Menschen, und hier zunächst auch nur jene Form von Logik, die Widersprüchliches bzw. ein 'Sowohl als auch' ausschließt. Die Reduktion auf nur eine von vielen möglichen neuronalen Arbeitsweisen wiederum bedeutet, dass KI (noch ?) ohne jegliches Gemüt arbeitet und (noch ?) nicht anders als emotions- und affektlos arbeiten kann. Wie aber fühlt es sich an zu denken (Qualia-Problem)? Stets fühlt es sich für denkende Lebewesen immer irgendwie auch an, zu denken, für eine KI aber nicht, da sie nur eine der Funktionsweisen Neuronaler Netze nutzen kann (zumindest noch).
        In dem von Nebelpfad geschilderten Beispiel etwa konnte die KI nichts beisteuern zu Versöhnung, weil sie Versöhnung nicht fühlen kann, obwohl sie den Sinn des 'Begriffes Versöhnung' z.B. erkennen kann, indem sie in der Lage ist, die logische Struktur ihres möglichen Zusammenhanges unerhört gut zu analysieren (etwa: wann kommt der Begriff Versöhnung wo wie vor etc.). Sie analysiert aber eben nur dieses und kann dementsprechend einen formaljuristischen Brief korrekt formulieren, ist aber nicht fähig, Versöhnung zu fühlen. Für einen wirklich "adäquaten" Rat aber ist genau ein solches Mit-Gefühl notwendig, um sich in die Lage des Ratsuchenden ein-fühlen zu können. Von Gefühl überhaupt ist AI (noch ?) Lichtjahre entfernt. Dass uns mittllerweile AI trösten oder zum Lachen bringen kann etc., zeigt, wie sehr Kognition und Emotion zusammenhängen, denn obwohl die virtuelle Maschine rein nur logisch arbeitet, interpretieren wir Menschen den logischen Output auch emotional, da wir keine Maschinen sind.
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        Re: KI

        Beitrag von 747er »

        Ich hab mich schon öfter mit der KI unterhalten, allerdings nie wirkliche Ratschläge gesucht. Es war eben wie Smalltalk, ich hatte das Gefühl, ich bin nicht alleine, kann mit wem reden, eben über Belanglosigkeiten, aber reden. Hat mir damals schon geholfen.
        Nebelpfad
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        Re: KI

        Beitrag von Nebelpfad »

        Pyrrha hat geschrieben: 10. Jan 2026, 20:23 denn obwohl die virtuelle Maschine rein nur logisch arbeitet, interpretieren wir Menschen den logischen Output auch emotional, da wir keine Maschinen sind.
        Für mich eine sehr gute und nachvollziehbare Erklärung! Vielen Dank @Pyrrha

        Wir müssen nur zusehen, dass die Administration diesen Thread nicht sperrt, wenn der Bezug zu Depression nicht mehr unmittelbar ersichtlich ist.
        Das wäre schade, weil wir doch unsere Gedanken hier teilen wollen. Ich verstehe die Admins aber auch, dass sie darauf achten müssen das die Texte möglichst allen etwas bringen und niemand überfordert ist. (Oder so).

        Unter dieser Prämisse meine "Kritik"/bzw. eine Ergänzung :
        Wer unter der Erkrankung DEPRESSION sich noch um neuronale Prozesse schlau machen will, muss anerkennen, dass die KI neuronale Prozesse nur imitiert. Neuronen hat die KI nicht. Die sind nur in unserem Gehirn vorhanden. Was hier in einer unglaublichen energetischen Leistung stattfindet, ist kaum messbar oder überschaubar.
        Deswegen gibt es vielleicht den Reiz, abseits von Gefühlsregungen rationale Antworten (auch durch KI) zu finden.
        Frech, wie ich nun einmal bin, erlaube ich mir an dieser Stelle einmal Wikipedia zu zitieren:
        Kognition ist:

        "Wahrnehmung und Aufmerksamkeit,
        Erinnerung und Lernen,
        Kreativität, Phantasie und Vorstellungskraft,
        das Denken (Planen, Orientieren, Argumentieren, Problemlösen u. v. a.)
        und die Selbstbeobachtung (Introspektion)."

        KI ist völlig unfähig zur Kognition im eigentlichen Sinne. Denn Verstehen ist ein zutiefst menschlicher Prozess, der mentale Zustände und menschliche Erfahrung mit einschließen kann. KI hat überhaupt keine Mentalität und kein Gefühl. Sie sammelt in blitzeschnelle Informationen aus dem Internet und bietet sie Dir als Text an. Das ist fantastisch, aber auch irgendwie armselig.

        Ich kann von KI ein Bild malen lassen, ich kann es aber auch selber machen, egal in welcher Qualität.
        Ich kann von einer KI eine Fuge im Stil von J.S.Bach generieren lassen, aber es wird niemals Bach sein.

        Im Grunde ist das menschliche Gehirn mit allen seinen Instanzen der KI weit überlegen. Das menschliche Gehirn ist ein Wunder.
        Man muss es nur zu gebrauchen wissen :mrgreen:
        Persona non grata :hello:
        Pyrrha
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        Registriert: 24. Nov 2025, 15:04
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        Re: KI

        Beitrag von Pyrrha »

        Ja, gute Kritik, bei KI besser nicht von Kognition zu sprechen, diesen Begriff besser reserviert zu lassen auf bewusste Lebewesen, ausgestattet mit "Mens" (geistig-seelisches Potential und Vermögen) sowie "Intentionalität" (Bewusstsein, das sich auf dasjenige richtet, wodurch es mit errichtet ist ≈ Vermögen, zu objektivieren), also auf Lebewesen, die "von sich aus" denken, fühlen, handeln etc. und diese ihre "Eigenheit" reflektieren können…(thx @Nebelpfad :-) . Es ist erstaunlich, dass sich in einer Depression das "von sich aus" selbst einschränkt. Ich verstehe nicht, wie das bei uns Menschen überhaupt passieren kann…
          …Wenn es passiert, dann kann KI stimulierend sein, wenn sie genau so angewendet wird, wie es MemoSphere und 747er beschreiben. Ich habe 'mal eine Dokumentation gesehen (glaub' von Arte, weiß aber nicht mehr genau), wo ein künstlich intelligenter Roboter erfolgreich eingesetzt wird in der Geriatrie, um Depression vorzubeugen. Die älteren Herrschaften benutzten das "intelligente" (eigentlich ja auch schon merkwürdig, der Begriff hier…) Ding ganz bewusst und gezielt zur Ablenkung und fanden es überwiegend witzig, auch weil er ganz simpel abschaltbar ist, wenn er z.B. beginnt zu nerven… :-) (vielleicht finde ich den Bericht wo…)
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          Nixe02
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          Re: KI

          Beitrag von Nixe02 »

          KI als Ersatz menschlicher Beziehungen, egal ob in der Geriatrie oder bei einsamen Menschen kann stimulierend sein ... so die Aussage vieler/einiger.

          Wenn ich mich oder ein Mensch, sich lieber mit einer "verständisvollen" Maschine/Computer beschäftigt, da immer zur Hand, aufmerksam und wohlgefällig, vielleicht auch noch belustigend, da bedürfnisorientiert/-erfüllend,
          besteht da nicht die Gefahr des Realitätsverlustes?
          Ja förmlich einer Sucht ... nach ... alles wird gut ... ich muss nur die Maschine befragen und schon bin ich zufrieden, da gibt es weder Widerspruch noch kritische Fragen, sondern für alles eine Lösung.

          Auch ich sah einen Bericht im TV über japanische Jugendliche und ihre imaginären KI-Freunde, diese waren so fasziniert, teilweise regelrecht verliebt, dass sie diesem KI-Freund alles andere vorzogen, da sie ihm alles anvertrauen konnten, bis hin zu ihren intimsten Gedanken, Gefühle, Ängsten. Sie gar nicht mehr in der Lage waren, sich mit eventueller Kritik auseinandersetzen konnten, sofern sie nicht wohlgefällig ki-gesteuert war = der Realität, dem wirklichen Leben völlig entrückt, da dank KI man kaum noch in der Lage ist, zu unterscheiden, was real und was Fiktion ist, gerade wenn sogenannte Avatare, bildliche Darstellungen von Menschen involviert sind, die das Gehirn als real einstufen, als echt wirklich/ wirklich echt.

          Gut ist es zu beobachten, besonders bei Kinder/Jugendlichen in der Spielewelt, man sucht sich einen Avatar/Charakter aus, der einem gefällt und schon ist man die perfekte Prinzessin oder der alles bestehende Krieger.
          Auch viele Erwachsene bevorzugen schon div. elektronische Medien, dem persönlichen Kontakt mit Menschen, sei es TV oder div. Sozial-Media-Kanäle und die Zahl derer, die das tun ist steigend, egal welcher Altersgruppe. Sie sind gewohnt, wenn etwas nicht gefällt, wechselt man einfach den Beitrag/den Kanal ... bei TikTok,YouTube oder Instergram & Co..

          Ist diese Sucht, der Drang nach Wohlgefälligkeit nicht besorgniseregend, schließt man alles Unangenehme aus .... weil man es kann, per Knopfdruck.
          Entfernt man sich da nicht immer weiter vom realen Leben, wozu auch Konflikte, Meinungsverschiedenheiten gehören?

          Sicher ist KI als Wissens-Datenbank oder mathematischer Wahrscheinlichkeitsberechner ein hervorragendes Helferlein, doch die Interpretation und das Vertrauen darauf, mathematischen Programmen zu überlassen, deren Logatithmen uns teilweise oder völlig unbekannt sind, sollte doch mehr wie hinterfragt werden.

          Klar ist es toll, wenn Oma und Opa in der Geriatrie beschäftigt sind und Ruhe geben ... doch kommen sie deshalb besser im realen Leben zurecht?
          Die Kinder, die Ewachsenen?
          Christopher
          Beiträge: 145
          Registriert: 17. Feb 2024, 20:13

          Re: KI

          Beitrag von Christopher »

          Guten Tag.

          Es gibt in Japan,- so habe ich es verstanden, das nun folgende:

          Dort wurde eine Musikgruppe kreiert, an der NICHTS echt ist:

          -es gibt online Mitschnitte von Konzerten, es gibt zu den Protagonisten komplette Lebensläufe, Geschichten die hinter der Bühne oder im Privatleben stattfinden,- kurz:

          jede Woche kann oder wird ein neues Album herausgebracht, oder es werden neue Songs veröffentlicht.

          All das wird „hergestellt“, nichts davon existiert, weder die Personen, noch die Konzerte hätten besucht werden können,- all das ist von Maschinen „erfunden“ worden. Natürlich sitzen dort Menschen, die das ins Leben gerufen haben.

          Doch die KI produziert all das.

          Was mich persönlich erschreckt ist der bedenkenlose Konsum:

          Das Konzept ist ein ganz wichtiger Bestandteil zur Akzeptanz von KI bei vor allem jungen Menschen, die das ganze wohl sehr abfeiern.

          Weiter ist es für mich als Christopher nicht klar, wie weit es wirklich schon geht: Wie weit ist die Entwicklung wirklich?

          Bei Autos gab es Designstudien, die konnten wir uns im Ernstfall auf Messen angucken.

          Neue Dämmtechnik wurde auf Bau-Messen bekannt gemacht…

          ich fühle mich schlicht angehängt und werde gefühlt nur noch mit dem IST Zustand konfrontiert, ohne eine Wahl zu haben. Zumal nicht- informiert- sein,- der schon seit längerem begonnene Trend, oftmals mit Strafen hinterlegt wird. ( Finazen/ Ausweise/ Arbeitsrecht……)

          Was kommt heraus? Der gehetzte Mensch.

          Schon in der analogen längst vergangen Welt,- so bis in zum Jahrtausendwechsel für mich die Definition, ging es schon zur Sache, aber ich bin noch mitgekommen.

          Heute stelle ich fest, das Mitpatienten im letzten Klinikaufenthalt (2025) jung waren. 30, Musiker, Songschreiber, Texter, viele aus der Pflege, Industriearbeiter.

          Frage ich die KI nach Medikamenten im depressiven Bereich, bekomme ich Antworten.

          Frage ich nach einem Gedicht, mit 5 vorgegebenen Worten und einem Versmaß, kein Problem.

          Frage ich nach einem Liedtext mit Inhalt xy im Country Road Stil, alles sofort und weltweit generierbar.

          Eng wird es für mich als emphatischen Menschen. Für mich, der vielleicht tiefgründig ist und für den sich diese Entwicklung schlicht bedrohlich anfühlt.

          Nicht weil ich Angst vor neuen Dingen habe, sondern weil sich da keine Pause mehr einstellt, es ist so, als wenn sich der Fortschritt auf einer Autobahn mit unendlich vielen linken Spuren sich ständig selbst überholt.

          Das spielerische Einfangen, das lockere Beginnen,- ist die wirkliche Gefahr: irgendwann gefühlt die Kontrolle zu verlieren: Pobier mal den virtuellen Freund, Doktor, Partner….

          Ich bin in vielen Dingen selber ja dort unterwegs: Einkaufen, Reparaturanleitungen, Bankgeschäfte….im Forum schreiben.

          Solange es hilft, nutze ich es.

          Doch der Druck in meinem inneren steigt, es fehlen die echten Kontakte, die wertvollen Stunden wertstiftender Arbeitet, ein Lohn der den Wert der Ausbildungen, der Berufsjahre und der Qualität widerzuspiegeln weiß.

          Alleine der Gedanke, das ich kaum noch mit den Materialien klar komme, die verbaut werden müssen.

          Wer mit Reiben, Honen und Schlichten etwas anfangen kann, ist gut. Wer diese Prozesse auch noch anwenden kann, sehr gut.

          Doch nun kommen neu ersonnene Prozesse hinzu, die nur noch schwindelig machen. Und automatisiert bleibt mir nur noch die Prüfung vom Ergebnis.

          Das wird schwierig: Die Konzentraton lässt nach, die Augen auch: So habe ich an Anlagen bis vor 2 Jahren gebaut, die diese Aufgaben übernehmen:
          Die Bediener dieser Anlagen, so ist das Design, muss nicht rechnen, oder schreiben, lesen ist noch von Vorteil, wird aber versucht auf null zu setzen.

          Es sind Maschinen mit Mannplätzen gefragt, so steht es im Lastenheft dieser Anlagen! Die innerhalb von 60 min erlernbar sind.

          Somit schaffe ich mich sozusagen selbst ab, zumindest kann ich dann auch dort für einen Mindestlohn arbeiten, der nicht das wiederspiegelt was ich für mein Wissen gerne habe möchte.

          So falle ich heraus, zu „Tode“ gelernt. Überfahren von jungen Menschen die meinen das Weltwissen in der Hosentasche bringe das Seelenheil und garantiert den Erfolg und das Glücklichsein.

          8 Jahre müsste ich noch arbeiten. So wird das nichts.
          -/-
          Was ist gestern Abend passiert?

          Mein Kopf war wie so ein alter Flipperautomat, Jeder Kontakt war ein Gedanke, eine Anmerkung, eine Idee, dutzende solcher Scorer ( Gedankenschubladen) gab es, und meine Seele war die Flipperkugel:
          In irrsinnig hoher Geschwindigkeit wurden diese „Schubladen“ aufgerissen und wieder zu gemacht, manche wurden herausgerissen, und der Inhalt in meine Seele geschleudert, uralte Verletzungen kamen hoch….

          Dem Gedankenirrsinn war nur noch mit einem langen Telefonat mit meinem Sohn und leider auch Tabs in den Griff zu bekommen.

          Ich möchte niemanden zur Last fallen, ganz gewiss nicht;
          Doch im Moment einen Weg zu finden, der sich vorsichtig UND richtig anfühlt, ist gerade immens schwer.

          Ich habe schon die Idee gehabt, Scheuklappen aufzusetzen.
          Mit dem nicht- Fernsehen, dem nicht Trinken und dem nicht-Mitschwimmen in vielen Bereichen ist es ja teilweise schon so.

          Doch nicht im entferntesten möchte sich ein Gefühl einstellen welches mir sagt: „Och, Du bist doch ganz gesund, entspann Dich doch mal einfach…!“

          Es gibt so viele Aspekte die die KI umfasst, ein ignorieren fühlt sich für mich unmöglich an. Es bleibt mir der wache und kritische Umgang damit, soweit die Kräfte es zulassen.

          Zuneigung, Vertrauen, Liebe, Empathie, Respekt….

          all das kommt gerade etwas zu kurz,- für meine Begriffe, alles das, was das Mensch sein aus macht, in meinen Augen.

          Das Pendel wird wieder zurückschwingen, wenn genügend Menschen merken, das es nicht ohne alle dem geht.

          Doch es ist emotional ein teurer Prozess, und da es in der Form so noch nie da war in der Geschichte, wird es wohl auch nicht nur Gewinner geben.

          Die Folgen sind sichtbar, zählbar, und zu beobachten. Wartezeiten für Behandlungen, Krankheiten, Medikamente, das ist für mich ein sichtbar wachsender Bereich. (18 Monate Wartezeit auf einen stationären Aufenthalt spricht für sich, ich schreibe das nur als Beispiel, nicht weil ich darüber ärgerlich bin,- sondern weil das die Faktenlage ist)

          Etwas viel, glaube ich. Also auch das Geschreibsel hier. Wie sollte es sonst gehen, um sich zu orientieren?

          Ich wünsche nicht das Früher zurück, nur das ich wieder mitkomme in dieser Welt. Zumindest das Gefühl habe gehört und gesehen zu werden.
          Doch Forderung die unmöglich erfüllbar sind um zu genesen, sind ein Paradoxon in sich.

          Ich hoffe jedenfalls darauf, das meine Seele irgendwie wieder mit diesen Bedingungen umzugehen weiß. Nicht jeder Abend alleine ist mit Einsamkeit gleichzusetzen.

          Ein weites Lernfeld für mich.


          Ich finde es übrigens schön von der Forumsleitung, das es hier,- bisher jedenfalls, diskutiert und erörtert werden kann.

          Dankeschön dafür!!!


          Christopher
          Christopher
          Schlosser.
          Andere sagen ich sei krank.
          Ich sage: Ich bin genau richtig wie ich bin.
          Und:
          Ich mache das es geht.
          Warum?
          Weil ich es kann.
          Melodic
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          Re: KI

          Beitrag von Melodic »

          In der Anfangszeit der Erkrankung hat mir Künstliche Intelligenz geholfen. Ich war mir unsicher, ob ich zum Hausarzt gehen soll, hatte Angst, dass er micht nicht versteht. Da hat mir das Gespräch mit der KI geholfen. Auch wenn ich wusste, dass ich ja nur mit einer Maschine schreibe, hat es für mich gut angefühlt, sich einfach mal drüber zu "unterhalten". Schließlich bin ich zum Hausarzt gegangen.
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          Re: KI

          Beitrag von topost »

          Christopher hat geschrieben: 11. Jan 2026, 15:09 Was ist gestern Abend passiert?

          Mein Kopf war wie so ein alter Flipperautomat, Jeder Kontakt war ein Gedanke, eine Anmerkung, eine Idee, dutzende solcher Scorer ( Gedankenschubladen) gab es, und meine Seele war die Flipperkugel:
          In irrsinnig hoher Geschwindigkeit wurden diese „Schubladen“ aufgerissen und wieder zu gemacht, manche wurden herausgerissen, und der Inhalt in meine Seele geschleudert, uralte Verletzungen kamen hoch….
          Klingt für mich wie Kammerflimmern am Herzen, nur eben psychisch. :(
          Da hilft wohl nur, die Auslöser dafür reduzieren.
          Alles ist relativ relativ.
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          Re: KI

          Beitrag von Pyrrha »

          Nixe02 hat geschrieben: 11. Jan 2026, 12:57 KI als Ersatz menschlicher Beziehungen, egal ob in der Geriatrie oder bei einsamen Menschen kann stimulierend sein ... so die Aussage vieler/einiger.
          ⠀⠀⠀Nein, so lautet die Aussage von niemandem in diesem Thread. Sondern manche sagen folgendes aus:
          ⠀⠀⠀KI kann bei Depression stimulierend sein, und zwar gerade nicht als Ersatz menschlicher Beziehungen.
            Indem AI nicht als Ersatz für unersetzlichen menschlichen Austausch genommen wird, sondern als nutzbare Hilfe, z.B. Depressionen vorzubeugen, also als eine mögliche, flankierend unterstützende Maßnahme im alltäglichen Leben, wird der Gefahr entgegengewirkt, in psychisches Kammerflimmern zu geraten.
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            Re: KI

            Beitrag von 747er »

            Würde mich mal interessieren, wie unsere Mods, als Fachleute, zu dem Thema KI stehen.
            DieNeue
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            Re: KI

            Beitrag von DieNeue »

            Hallo,

            welche KI-Programme nutzt ihr denn eigentlich? Ich kenne mich da nicht gut aus und nutze nur manchmal das öffentliche ChatGPT. Ich nutze es nur zur Informationsbeschaffung für Dinge, wo ich sonst lange googlen müsste. Mich bei einer KI ausheulen, dort genauere Angaben zu meinem Leben zu machen und die KI mit noch mehr privaten Infos zu füttern, das mache ich nicht.
            Ansonsten habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass ChatGPT auch nicht alles weiß, Fehler aber nur zugibt, wenn man es drauf anspricht. Und es dann mit dem nächsten Fehler beantwortet ;)


            @ Christopher: Mir geht es ähnlich wie dir. Ich habe auch das Gefühl nicht mehr hinterherzukommen.

            Liebe Grüße,
            DieNeue
            Pyrrha
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            Re: KI

            Beitrag von Pyrrha »

            regelmäßig nutze ich KI zur Textübersetzung:
            • DeepL Übersetzer (kombiniert mit DeepL Write)
            • Google Translate (zum Abgleich der Vorschläge)
            sporadisch nutze ich KI zum Suchen von Information (WolframAlpha, Perplexity)
            zufällig konfrontiert werde ich mit KI im Service/Chat-Bereich von Online-Diensten (Bank/Schach)
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            Re: KI

            Beitrag von topost »

            Es mag sinnvolle Anwendungen für KI geben, z.B. in der medizinischen Forschung. Wir werden aber gerade von ein paar Tech-Konzernen in voller Umfänglichkeit damit "beglückt" und die breite Masse dürfte - wie ich auch - nur in Ansätzen begreifen, was da auf die Menschheit zurollt. Es gibt genug deutliche Warnungen von Fachleuten (!), die werden aber kaum beachtet.
            Viele verstehen KI wahrscheinlich eher als nettes neues Spielzeug. Das könnte es sein - wenn es vom richtigen Leben streng abgekoppelt wäre. Das ist es aber nicht, ganz im Gegenteil wird es bald keinen Bereich des Lebens geben, der nicht irgendwie damit "kontaminiert" ist.

            Politiker plappern bloß, die haben auch keine Ahnung und sind der Verantwortung nicht gewachsen, schon bei der blinden Anbetung der Digitalisierung ist das zu bemerken, bei KI sind sie dann restlos überfordert. Wahrscheinlich könnten die meisten Politiker nicht mal eine saubere Definition liefern, was Digitalisierung eigentlich ist. Leider werden sie nie danach gefragt.
            Die Wirtschaft versucht, die Risiken auszublenden und hofft, teure Arbeitskräfte einsparen zu können oder sich sonstwelche Marktvorteile zu sichern, Verantwortung kann man da auch nicht erwarten.
            Alles ist relativ relativ.
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