Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Antworten
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Hallo miteinander,

kann es sein, dass Escitalopram Gelenkschmerzen als Nebenwirkung verursacht?
Ich nehme 10mg seit knapp fünf Wochen und neuerdings habe ich morgens Schmerzen in den Fingergelenken, auch Wassereinlagerungen (die Ringe kann ich dann nicht mehr ausziehen) Aber auch in den Zehengelenken und in den Ellenbogen habe ich Schmerzen. Erträglich, aber gerade in den Händen lästig. Eine Faust ballen geht kaum. Im Laufe des Tages lässt es aber nach oder verschwindet ganz.

Sonst habe ich kaum Nebenwirkungen mehr. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Ich hole den Thread mal wieder hoch...

...hat niemand außer mir dieses Problem?

Viele Grüße
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
Waldliebe
Beiträge: 456
Registriert: 3. Feb 2025, 12:09

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Waldliebe »

Hallo November,

kann tatsächlich sein. Ich brachte meine Schmerzen eher mit dem posttraumatischem Stress in Verbindung. Wenn ich aber darüber nachdenke, kann das auch sehr gut vom Escitalopram gekommen sein. Wurde aber irgendwann besser. Und nun bin ich es am Ausschleichen.

Alles Liebe
Waldliebe
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Hallo Waldliebe,

Danke für Deine Antwort!
Ich habe leider den Eindruck, dass es bei mir mehr, statt weniger wird. :roll:
Die anderen Nebenwirkungen die ich anfangs hatte, haben sich alle gelegt.

Liebe Grüße
November
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
Waldliebe
Beiträge: 456
Registriert: 3. Feb 2025, 12:09

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Waldliebe »

Hi November,

kommen andere Gründe in Betracht?

Covid Folgen? Wechseljahre?....
Gartenkobold
Beiträge: 2270
Registriert: 9. Jul 2020, 09:26

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Gartenkobold »

Hallo November,

nimmst Du evtl. Lithium dazu?
Wurden bei Dir Laborwerte (Niere: CREA, GFR, Elektolyte: Na+, K+, Harnstoff, Harnsäure) untersucht? Wurde ein EKG geschrieben vor und während der Einnahme?

Ich habe Tianeurax genommen (ein TCA) und hatte über Jahre bei Dosisschwankungen Muskelschmerzen. Besonders beim Absetzen. Außerdem war die CK (ein Enzym des Muskelstoffwechsels) erhöht. Aber es waren die Muskeln, nicht die Gelenke. Hauptsächlich die großen Muskeln an Beinen und Po. Ich dachte immer ich hätte Wassereinlagerungen und habe es auf die Pille geschoben. Aber es war das AD, was beim Absetzen laborchemisch deutlich auffiel und auch in der Fachinformation zum Tianeurax vermerkt ist. Nach ein bisschen Recherche in wissenschaftlichen Veröffentlichungen -> der Effekt ist wohl direkt Seretonin-vermittelt. Auf die Schnelle habe ich bzgl. Gelenken und ADs jetzt nichts gefunden, aber soll ja nichts heißen.
Wie wäre es andere Ursachen abzuklären und wenn sich nichts findet, probeweise auf ein anderes AD zu wechseln?

LG Gartenkobold
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Hallo zusammen,

es hat tatsächlich mit Wirkeintritt des Escitalopram begonnen, daher schließe ich andere Ursachen aus.
ich nehme es jetzt seit neun Wochen. Lithium nehme ich nicht. Es ist das erste Mal, dass ich AD nehme. Mirtazapin sollte ich wegen dem Früherwachen und schlechten Schlaf dazu nehmen, habe ich bisher aber noch nicht gemacht-irgendwas in mir sträubt sich dagegen :roll:

Vor zwei Wochen wurde Labor und EKG gemacht-alles unauffällig.

Ich habe auch nochmal recherchiert. Es kann wohl in seltenen Fällen zu Gelenk- und Muskelschmerzen kommen. Letzteres habe ich seit letzter Woche auch immer mal wieder.
Wenn es sich nicht bessert oder schlechter wird, muss ich nochmal mit dem Arzt sprechen.

Viele Grüße
November
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Hallo miteinander,
ich hole den Beitrag mal wieder hoch-vielleicht hat ja doch der ein oder andere das gleiche Problem oder schonmal davon gehört.
Über eure Erfahrungen damit würde ich mich freuen!

Aktuell habe ich immer noch die Schmerzen. Mein Psychiater glaubt nicht an eine Nebenwirkung. Er ist sehr erfahren, er hat es noch nie erlebt, es wäre eine extrem seltene Nebenwirkung, meint er....
Ich habe das Gefühl es kommt sehr wohl davon. Aktuell bin ich bei 20mg Escitalopram. Zwei Wochen soll ich es noch nehmen in der Hoffnung, dass es mit der Zeit besser wird. Langsam mag ich aber ehrlich gesagt nicht mehr, das geht schon seit Juli und dazu kommen meine chronischen Schmerzen und Kopfschmerzen seit der Erhöhung von 10mg auf 20mg.

Viele Grüße
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Kennt niemand das Problem?
Ich habe im Beipackzettel nachgelesen. Es ist keineswegs eine so seltene NW, häufig - 1 von 100 Behandelten steht da...ich habe jetzt angefangen zu reduzieren. Ich mag nicht mehr, keinerlei Besserung, im Gegenteil.

Viele Grüße
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
Marlene57
Beiträge: 568
Registriert: 20. Mär 2018, 16:39

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Marlene57 »

Hallo November 24,
Ich kann dir bei deinem aktuellen Problem nicht helfen. Aber ich deinen Spruch klasse. Habe ich mir notiert.😉
Hätte früher mal sehr gut zu mir gepasst.
Ich würde an deiner Stelle nochmal mit dem Arzt sprechen, dass er dir ein anderes Medikament verordnet.
Evtl. Citaroplam anstatt Escitalopram.
Hab vor vielen Jahren mal Citaroplam genommen. Ich habe es gut vertragen. Wegen der Wassereinlagerungen evtl. mal mit dem Hausarzt sprechen.
Liebe Grüße
Gartenkobold
Beiträge: 2270
Registriert: 9. Jul 2020, 09:26

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Gartenkobold »

Hallo Marlene,

in Citalopram ist das R- und S-Enantiomer des Wirkstoffs enthalten((RS)-1-(3-Dimethylaminopropyl)-1-(4-fluorphenyl)-3H-2-benzofuran-5-carbonitril, deswegen steht da RS...Citalopram – Wikipedia https://share.google/g99ZJEwPo3yhBLoxV). In Escitalopram nur des S-Enantiomer (S-[3‐(Dimethylamino)propyl]‐1‐(4‐fluorphenyl)‐1,3-dihydro‐2‐benzofuran‐5‐carbonitril -Escitalopram – Wikipedia https://share.google/38tjOaYrhsrdexBLL) enthalten -> Chemisch handelt es sich um das pharmakologisch wirksame Enantiomer des Arzneistoffs Citalopram (siehe Wikipediaeintrag zum Escitalopram). Deshalb nannte es die Pharmaindustrie Escitalopram. Möglich machte es die enantioselektive Synthese, die früher noch nicht möglich war. Gab es sogar den Nobelpreis in Chemie für. Das ist allerdings schon ein paar Jahrzehnte her.

Citalopram würde keinen Vorteil bieten, da Escitalopram dort zu 50% enthalten ist. Leider wissen das nur wenige Ärzte, leider auch Psychiater nicht unbedingt. Die haben in Pharma und Chemie nicht aufgepasst. Und ich bin mir sehr sicher, sowohl in Pharma als auch in Chemie im Medizinstudium kommt das Thema Enantiomere dran.

LG Gartenkobold
Marlene57
Beiträge: 568
Registriert: 20. Mär 2018, 16:39

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Marlene57 »

Hallo Gartenkobold,
danke für die Erklärung.
Liebe Grüße
Gartenkobold
Beiträge: 2270
Registriert: 9. Jul 2020, 09:26

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von Gartenkobold »

@Marlene, gerne.
Ich persönlich habe eine Autoimmunerkrankung (Nesselsucht), die durch viele ADs schlimmer wird. Ich bin mehrfach fast erstickt bzw. musste akut in die Hautklink um Prednisolon i.v. zu erhalten. Ich musste ein Notfallset mit mir führen um mir Adrenalin in den Muskel spritzen zu können im Notfall um das Zuschwellen meiner Atemwege zu verhinden.
Die mich behandelnde Psychiaterin meine na wenn Escitalopram wegen der "Allergie" nicht möglich wäre, solle ich doch Citalopram nehmen -> AUA :shock: erstens wegen ihrer Uwissenheit dass in Citalopram zu 50 % Escitalopram enthalten ist und zweitens weil ich dann genauso darauf reagiert habe wie auf Escitalopram und es lebensbedrohlich war. In der Reha ist mir übrigens das Gleiche passiert, nur dass ich das Citalopram verweigert habe, da ich nicht erneut zuschwellen wollte.

@November: man könnte ein anderes SSRI versuchen, wenn der Effekt direkt Seretonin-vermittelt ist, können wieder Gelenkprobleme auftreten. Dann könntest Du ein SNRI wie Venlafaxin versuchen. Das wird auch in der Schmerztherapie eingesetzt, allerdings untergeordnet, ist aber ein AD mit einer guten Effektstärke (0,4). Möglich wären auch TCA wie Amitryptilin, was in der Schmerztherapie zur Behandlung chronischer Schmerzen oft eingestzt wird. Von Amitryptilin nehmen die meisten Anwender erheblich zu und die antidepressive Wirkung ist ziemlich mau. Venlafaxin ist schwer wieder abzusetzen, das ist nicht bei allen so aber doch recht häufig.
Ich habe die Beiträge dazu gesucht, aber so schnell jetzt nicht gefunden...die aktuelle Versorgungsleitlinie zur unipolaren Depression wurde dahingehend geändert, dass ADs bei schweren Episoden empfohlen sind und selbst dann nur für eine Verbesserung von 2 Punkten auf der Hamilton-Depressions-Skala sorgen. Mit AD in einer schweren Episode Verbesserung um 9 Punkte, mit Placebo Verbesserung um 7 Punkte, d.h. bei den 9 Punkten stammen 7 vom Placebo, d.h. der Effekt von ADs stammt überwiegend vom Placebo-Effekt und zwar substanzunabhängig ob nun R-, S-Enantiomer, SSRI, NSRI oder TCA. Der Placebo-Effekt ist unabhängig von der chemischen Struktur der Substanz. Hauptsache der Pat. schluckt eine Tablette. Da ADs charakteristische NW machen, sind diese Studien schwer zu verblinden.

Für mich stellt das einen Anlass da, meine AD-Einnahme zu hinterfragen. Wenn ich nicht akzeptable NW habe, bei einer Vielzahl von Wirkstoffen, warum soll ich etwas nehmen, was erwiesenermaßen über den Placebo-Effekt hinaus nicht viel bringt.

Das kann nur jeder für sich selber entscheiden und auch ausprobieren. Psychiater sollten allerdings ehrlich aufklären und Hausärzte ADs nicht leichtfertig verschreiben insbesondere nicht bei leichten Epidoden, wo sie ja lt. Leitlinie gar nicht empfohlen sind.

Das Abwägen zwischen möglichen Nutzen und Nebenwirkung finde ich wichtig. Wenn Du Dich durch die Gelenkschmerzen nicht bewegst, Dir Bewegung aber hilft in Deiner Depression und bzgl. der chonischen Schmerzen (?) was ist mit einer AD-Einnahme, die vermutlich Gelenkschmerzen hervorruft gewonnen?

LG Gartenkobold

Eine aktuelle Arbeit findet sich z.B. hier Antidepressiva | Placeboeffekte bei der Therapie mit Antidepressiva | springermedizin.de https://share.google/wZeeBG1r5Ha61pmTo
November24
Beiträge: 53
Registriert: 15. Mai 2025, 09:23

Re: Escitalopram - Gelenkschmerzen?

Beitrag von November24 »

Hallo zusammen.

Mein Problem ist unter anderem, dass der Psychiater nicht an eine Nebenwirkung glaubt und mir deshalb nichts anderes verschreiben möchte.
Ich muss ihn ausserdem privat zahlen, weil sonst keiner hier noch neue Patienten annimmt. Ich kann es mir schlicht nicht leisten, alle paar Wochen zu ihm hinzugehen.
Bei meiner Hausärztin musste ich auch drei Wochen auf einen Termin warten. Morgen, endlich! Sie ist aber sehr, sehr vorsichtig, sie wird mir nicht so ohne Weiteres ein anderes Medikament verschreiben, vermute ich. Obwohl ich Anfang des Jahres in einer schweren Depression steckte, wollte sie, dass ein Facharzt die Einstellung auf Medikamente übernimmt-finde ich auch richtig so!

@Gartenkobold,
Danke für Deine ausführlichen Erläuterungen!

Ich bin schon dabei, das Escitalopram auszuschleichen, weil ich genau das nämlich NICHT will-dass ich immer inaktiver werde, weil ich Schmerzen habe und die mir ebenfalls auf´s Gemüt schlagen, ebenso wie die Gewichtszunahme...noch geht´s, aber mehr Kilos brauch ich auch nicht.

Seit gestern habe ich ein dickes Sprunggelenk, und kann kaum gehen. Vom Rest der weh tut, will ich gar nicht reden! :rolleyes:

Ich bin gespannt was die Ärztin morgen dazu sagt.

LG,
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
Antworten