Wie läuft psychosomatische Reha ab?

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MemoSphere
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Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von MemoSphere »

Hallo :hello:

ich habe mich nun mit meinem Hausarzt besprochen und habe auch schon die Einweisung für die psychosomatische Klinik, da rufe ich morgen an. Im Anschluss an diese Behandlung möchte ich in der gleichen Klinik die psychosomatische Rehabilitation machen, ich kann mir nur nicht wirklich was drunter vorstellen, weil beides in die psychosomatische Richtung geht.

Wenn hier jemand beides schon einmal gemacht hat, kann man mir vielleicht sagen, wie die beiden Arten aufgebaut ist oder welche Ausrichtung sie haben? Zur Fachklinik hier muss ich, wegen rezidivierender Depressionen und chronischer Schmerzsymptomatik. Ich war bislang noch nie in einer psychosomatischen Rehabilitatsionsmaßnahme, laut Recherche soll sich diese mehr auf das berufliche konzentrieren, heißt dass man Arbeitsfähig ist, bleibt oder wird.

Können die mir vielleicht auch bei der Neuausrichtung helfen, die Klinik selbst konnte das nicht so recht, da war der psychische Aspekt mehr im Vordergrund, was ich klar begrüßt habe, aber die konnten mir nicht so sehr bei der Frage helfen, wie es beruflich weitergeht und an welche Stellen ich mich wenden kann auch für mehr Selbstständigkeit im Hinblick auf meine körperlichen Defizite.

Wäre nett, wenn mir da jemand seine Eindrücke schildern könnte.
Schlumpffine
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo MemoSphere,
Der Hauptzweck einer Reha, also Rehabilitation, ist die Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit nach einer Krankheit oder Behinderung, um die selbstständige Teilhabe am Leben wiederherzustellen. Ziele sind dabei die Vermeidung von Arbeitsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit und sozialen Einschränkungen sowie eine erfolgreiche Wiedereingliederung in das Berufsleben.
Somit treten solche Aktivitäten wie Psychotherapiegepräche, Achtsamkeit,Edukation in dern Hintergrund und werden durch die Förderung von Sportlichen Aktivitäten und Festellung der positiven und negativen Leistungsmerkmale ersetzt. Dazu kommen Gespräche und Übungen zur Medizinisch Beruflichichen Orientierung (MBOR)Umschulung,Nachschulung)) etc.Außerdem wird die Dauer der Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellt. Eine "Behandlung" findet nicht statt sondern es ist eine ausschließliche Beurteilung für die Teilnahme auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Ein sozialmedizinisches Gutachten im Rahmen einer Rehabilitation dient dazu, die Auswirkungen einer Krankheit oder Behinderung auf die Erwerbsfähigkeit zu beurteilen. Es wird von Ärzten, oft im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung, erstellt und ist entscheidend für die Bewilligung von Rehabilitationsleistungen oder Erwerbsminderungsrenten. Das Gutachten bewertet sowohl die körperlichen, geistigen als auch seelischen Funktionen und deren Einschränkungen.

Quelle: Leitlinien der Begutachtung
Gruß
Schlu
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Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
MaWe
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von MaWe »

"Somit treten solche Aktivitäten wie Psychotherapiegepräche, Achtsamkeit,Edukation in dern Hintergrund und werden durch die Förderung von Sportlichen Aktivitäten und Festellung der positiven und negativen Leistungsmerkmale ersetzt."

Ich denke, das ist falsch. Besser erklärt es vermutlich eine Bing-Suche nach "psychosomatischer Reha":

"Die psychosomatische Rehabilitation zielt darauf ab, die körperliche Gesundheit und psychische Stabilität der Betroffenen zu fördern, um Folgestörungen oder Rückfälle zu vermeiden. Sie ist besonders sinnvoll bei Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Der Ablauf umfasst in der Regel eine individuelle Therapieplanung, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist, sowie verschiedene therapeutische Maßnahmen, um die Lebensqualität zu verbessern und Bewältigungsstrategien zu entwickeln."

Die Reha hat also nicht zuerst deine Erwerbsfähigkeit im Blick, sondern viel allgemeiner deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Psychotherapiegespräche gehören ganz sicher auch dazu.
Schlumpffine
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo MaWe,
[Die Reha hat also nicht zuerst deine Erwerbsfähigkeit im Blick, sondern viel allgemeiner deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Psychotherapiegespräche gehören ganz sicher auch dazu./quote]
Sorry, leider eine KI generierte Information, die aber menschlich verständlich ist.
Quelle:https://www.deutsche-rentenversicherung ... htung.html
Auszug:
Das SGB VI stellt in Verbindung mit dem SGB IX die grundsätzliche Zielrichtung der Präventions- und Rehabilitationsleistungen in der Rentenversicherung innerhalb der gegliederten Sozialleistungssysteme dar. Entsprechend der Regelung des § 14 SGB VI (Leistungen zur Prävention) erbringen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung medizinische Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit an Versicherte, die erste gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweisen, die die ausgeübte Beschäftigung gefährden. Zweck der Leistungen zur Prävention ist die Förderung der Gesundheitskompetenz und Beschäftigungsfähigkeit von Versicherten, die vor allem durch belastende Arbeitsumstände erste gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweisen. Hierdurch soll die Erwerbsfähigkeit der Versicherten erhalten und ggf. späterer Rehabilitationsbedarf vermieden werden.

Zielrichtung der Leistungen ist es, den Auswirkungen einer Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung auf die Erwerbsfähigkeit der Versicherten vorzubeugen, entgegenwirken oder sie zu überwinden und dadurch Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit der Versicherten oder ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern oder sie möglichst dauerhaft in das Erwerbsleben einzugliedern.

Gruß
Schlu
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Senif
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Senif »

Hallo Schlumpfine,

ich verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass MaWe s Aussage KI generiert gewesen sein soll ? Ich finde es ja gut, dass du von den Paragraphen etc. viel Ahnung hast. Was ich weniger gut finde, ist dieses ständige drauf hinweisen, dass es nicht um Gesundheit gehen würde.
Erwerbsfähigkeit und Gesundheit gehören für mich untrennbar zusammen und ich finde es nicht schlimm, wenn in einer Reha eben ersteres auch beurteilt wird. Für mich klingt das immer so, dass in den Kliniken keine Hilfe angeboten wird und sie nur Leute falsch bewerten würden.
Das sehe ich definitiv anders. Natürlich sollte auch für jeden Einzelnen das Ziel sein, wieder gesund zu werden und als Folge dessen auch erwerbsfähig. Ich finde daran nichts Schlimmes. Deshalb ist die Zielsetzung meiner Meinung schon richtig.
Daran zu meckern haben oft Leute, die eben dieses Ziel nicht teilen.

LG Senif
Schlumpffine
Beiträge: 774
Registriert: 3. Mai 2020, 18:29

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo Senif,
Natürlich sollte auch für jeden Einzelnen das Ziel sein, wieder gesund zu werden und als Folge dessen auch erwerbsfähig. Ich finde daran nichts Schlimmes. Deshalb ist die Zielsetzung meiner Meinung schon richtig.
Daran ist, wenn es als "Wunsch" definiert ist, auch nichts auszusetzen.
Gerade bei Depressionen, aber auch bei anderen Erkarnkungen-ist eine "Heilung"-obwohl gewünscht- schwer oder gar nicht möglich .Sicherlich wird eine Minderung des Leidensdruckes generiert, der aber selten für den Rest des Lebens anhält. Aus eigener Erfahrung, kann ich nur feststellen, eine 3-5 Wöchige Rehabilationsmaßnahme im Sinne einer Genesung kaum etwas beigetragen hat.
Eine Realitätsnahe Haltung einzunehmen, hilft Entäuschungen eher zu akzeptieren.
Insbesondere, wenn jemand gegen Ende der Reha feststellen sollte, daß seine Erwartungshaltung entäuscht wurde. :shock:

Gruß
Schlu
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Topo
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Topo »

In meine Erfahrung kann so ein Aufenthalt manches anstoßen. Zum Beispiel regelmässigen Sport, Reflektion der Lebenssituation etc. Dadurch kann es schon deutlichen Einfluss auf die Heilung nehmen, wobei merkbare Heilung dann erst eine Weile nach dem Aufenthalt selbst folgt.
Pfadi
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha abn.

Beitrag von Pfadi »

Ich bin nicht über die gesetzliche Rentenversicherung versichert und habe eine Reha gemacht, um meine gesundheitliche Situation zu verbessern.

Natürlich dient eine Reha einer Verbesserung der Gesundheit und natürlich geht es auch darum, Verhaltensweisen zu erkennen / zu erlernen, die nachhaltig sind. Ich habe meine Reha sogar selbst bezahlt, um eben meiner Gesundheit etwas Gutes zu tun und meine Erwartungen wurden erfüllt.

Dass ich davor und danach voll erwerbstätig war und bin, war kein Aspekt der Reha, sondern eine von vielen Daten, die auf dem Aufnahme- und Entlassungsbogen standen.

Grüße

Pfadi
Senif
Beiträge: 3377
Registriert: 23. Jul 2023, 21:42

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Senif »

Hallo Topo,

das ist nicht nur bei Reha so, auch Aufenthalte in psychosomatischen Kliniken oder auf Psychotherapiestationen. Es kann sogar Monate danach noch eine Wirkung geben. Bei mir hat ein (extremer) Aufenthalt mal nach Jahren noch einen Aha-Effekt bewirkt.

LG

@all ich denke nicht, dass eine Depression unheilbar ist - es gibt viele Menschen, die nach Behandlung wieder ein normales Leben führen können. Und aus eigener Erfahrung finde ich die Behauptung hier nicht so gut, dass es selten Heilung geben würde. Ich kam damals hier her auf der Suche nach Hoffnung (da ging es mir schon bisschen besser, aber noch nicht gut) - und dann liest man hier wie aussichtslos alles wäre. Das ist aus meiner Sicht eine Fehlinformation.
MemoSphere
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von MemoSphere »

Okay, danke erst einmal, dass schon so viele geantwortet haben, allerdings sind da viele Definitionen, die mir nicht so sehr weiterhelfen, wenn ich ehrlich bin, aber es gab auch Antworten, die tiefer blicken lassen, aber das sagt mir immer noch nicht so recht, was so wirklich der nicht theoretische Unterschied ist zwischen einem psychosomatischen Aufenthalt zur Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen und der psychosomatischen Reha.

Die Definition dessen hab ich mir auch irgendwo mal durchgelesen, musste ich ja auch irgendwie, da ich das ja mit meinem Arzt besprochen hatte, aber das sagt mir noch nichts, ob es auch in der Praxis einen Unterschied gibt, oder ob ich von einer Therapie in die nächste wechsle und es am Ende nur ein anderer Name mit gleichem Anstrich ist, sprich dass bei beiden Ansätzen das gleiche passiert.

Ich dachte, der Sozialdienst in der Klinik damals könnte mir helfen, aber die haben erst in Woche 5 von 9 den ersten Termin gehabt, dann war es erst ein Kennenlernen und in Woche 7 gab es ein 15 Minuten Gespräch darüber, dass sie weiter suchen würden, aber das Ergebnis hab ich ja nie gekriegt. Da war ich genauso weit wie vor meinem Aufenthalt auch, ich hab nichts klären können, wie es beruflich oder so weiter geht. Das sollte die Reha ja aber dann doch eigentlich leisten können oder? Die Fragen, die ich habe zu klären. Damit ich daheim damit anfangen kann, mich an die richtigen Stellen zu wenden und zu wissen, welche nächsten Schritte ich einleiten kann, denn ich kann nicht so sehr weit denken grad, ich hab so viel im Kopf, dass ich nicht richtig sortiert kriege.
Senif
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Senif »

Hallo MemoSphere,

was willst du denn selbst für dich erreichen ? Oder wartest du, dass andere was vorschlagen ?

Eine Rehaklinik ist ja erstmal eine medizinische Reha. Danach gäbe es weiter Möglichkeiten, je nachdem wie die Ausgangslage ist. Wenn du einen Job hast, könntest du eine Wiedereingliederung probieren. Aber es gibt auch Angebote einer beruflichen Reha z.B. in einem Berufstrainingszentrum - bei mir hatte das damals das Jobcenter bezahlt und ich war dort in der Reha-Abteilung angegliedert.

Ich finde es vorteilhaft, wenn man schon ein Ziel im Auge hat - spätestens in der Klinik wirst du danach auch gefragt werden. Die Leute werden dir dann schon auch sagen, ob es zu hoch gegriffen ist oder nicht.

LG Senif
Suchende2
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Suchende2 »

MemoSphere hat geschrieben: 28. Aug 2025, 19:30 aber das sagt mir immer noch nicht so recht, was so wirklich der nicht theoretische Unterschied ist zwischen einem psychosomatischen Aufenthalt zur Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen und der psychosomatischen Reha.
Hallo MemoSphere,

nach meiner Erfahrung (und der Erfahrung anderer) ist der größte Unterschied, daß in einem psychosomatischen Klinikaufenthalt und einer Reha, die Zielrichtung und die Therapieintensität.
In einer Klinik ist die Therapie in der Regel wesentlich intensiver als auf der Reha. In der Reha wird (nicht nur nach meiner Erfahrung) "etwas an der Oberfläche gekratzt" und ich zumindest habe in der Reha nichts neues gelernt zum Thema Depressionen, was ich nicht schon vorher in wesentlich intensiverer Form in der Klinik oder durch Selbstrecherche mir erarbeitet hatte.
In einer Klinik ist die Hauptzielsetzung: Gesundung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes.
In der Reha ist die Hauptzielsetzung; Erhalt oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
Es gibt eine Überschneidungsmenge, aber auch Unterschiede.
So ähnlich sich die beiden Ziele anhören, so unterschiedlich können sie gelebt werden.
Du kannst auch mit einer Erkrankung arbeitsfähig sein. Damit ist Gesundung oder Verbesserung "nur ein Nebenprodukt", daß nicht unbedingt erfolgen muß.
Bei einem orthopädischen Problem zum Beispiel, wird auf einer Reha geschaut, ob Du wieder bewegungsfähig werden kannst. Wenn Du soweit bewegungsfähig wirst, daß Du Deine Arbeit wieder ausführen kannst, dann ist das Rehaziel erreicht: Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
Das bedeutet aber nicht, daß Du in Deinem Alltag nicht eingeschränkt bist. Eine Fachklinik oder niedergelassener Facharzt würden anders / weiter therapieren (sofern es sinnvoll ist), um Deine Bewegungsfähigkeit so wiederherzustellen, daß auch Dein Alltag von Dir problemlos lebbar ist.

In meiner Rehaklinik gab es unter den Patienten eine eindeutige Meinung: Wer am Ende seiner Erkrankung ist und eigentlich nur noch ein wenig Erholung benötigt ist dort richtig. Wer noch in einem wesentlich schwereren Stadium steckt, dem wird nicht geholfen, der hat Probleme dort "nicht unterzugehen". In anderen Rehakliniken soll es auch nicht gut laufen, aber besser als in meiner.

Alles Gute,
Suchende
Schlumpffine
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo Suchende2,
danke, absolut treffende Beschreibung.
Gruß
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
MemoSphere
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von MemoSphere »

was willst du denn selbst für dich erreichen ? Oder wartest du, dass andere was vorschlagen ?
Ich hab konkrete Fragen und Zielstellungen. Die Frage ist, ob und durch wen diese analysiert, evaluiert werden können, damit eine Aussage getroffen werden kann, wie es letztlich dann weiter geht. Ich erwarte keine Lösungen auf dem Silbertablett, schließlich muss ich die Arbeit machen, wenn ich wieder daheim bin, aber ich erhoffe mir die Orte und Gesprächspartner, damit ich das auch machen kann, damit ich weiß, wenn ich rauskomme, wohin muss/kann ich mich wenden, damit es weiter gehen kann.

Ich hab ja Ziele, aber die konnten damals in der Klinik nicht wirklich angegangen werden, ich weiß nicht, ob ne Umschulung das richtige ist oder wie ich in meinem Job weiter machen kann oder doch in die Erwerbsunfähigkeit gehe, das möchte ich erfahren, meine Möglichkeiten kennenlernen, ich sehe sicher nicht alle Hürden oder alle Wege, die ich habe und dabei brauche ich Hilfe, auch so Sachen wie umziehen, da Hilfe zu kriegen, damit ich meinen Alltag hinkriege, wie man eine behindertengerechte Wohnung findet oder einrichtet, wie man Hilfsmittel kriegt für die körperlichen Defizite und auch die psychischen.

Ich werde da nicht besser rauslaufen körperlich als ich reingelaufen bin, ich muss über viele Dinge nachdenken, die meine Zukunft auch meine berufliche beeinflussen, es besteht die Möglichkeit, wann sei mal dahin gestellt, dass ich in absehbarer Zeit im Rollstuhl lande oder sich meine Mobilität zumindest weiter merklich verschlechtert und auch wenn ich das nicht will, ich muss mich damit auseinandersetzen, es geht nämlich nicht, wenn ich jetzt a) entscheide und das geht ein paar Jahre gut und ich baue weiter ab körperlich, daher Möglichkeiten, an wen wende ich mich, damit sollte ich doch abbauen, ich nicht wieder alles umwerfen muss beruflich und lebenstechnisch, sondern das mit eingeplant habe und sagen kann "Es ist soweit" jetzt melde ich mich bei XYZ und jetzt mache ich ABC.

Aber dazu brauch ich Wissen und das habe ich nicht.
Senif
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Senif »

Hallo MemoSphere,

was machst du denn beruflich ?

Ich hab einen Kumpel, der körperlich behindert ist und auch zeitweise im Rollstuhl sitzt. Er orientiert sich jetzt hin zu Verkauf. Hatte aber früher auch mal die IT im Auge. Ich selbst hab auch eine Umschulung gemacht - leider ist dann nichts aus dem Berufseinstieg geworden. Jetzt bin ich zurück in der IT. Also auch kein geradliniger Weg mit einigen Wendungen. Geht also :-)
Ich denke ein gutes Ziel ist auch flexibler zu werden und damit anpassungsfähiger an verschiedenste Situationen. Oder eben Verbesserung der Gesundheit - Verfeinerung in den Zielen sind ja immer möglich.
Für eine Auflistung, was im Sozialen möglich ist, braucht man eigentlich keine Reha. Da kann man auch einfach so mal zu einer psychosozialen Beratungsstelle gehen.

LG Senif
Schlumpffine
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Registriert: 3. Mai 2020, 18:29

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo MemoSphere,
versuche doch mal eine Pro und Contra Liste zu erstellen und sie ohne Bewertung anschauen.Je nach Ausschlag diese Punktr dann weiter untersuchen.
Gruß
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Suchende2
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Suchende2 »

MemoSphere hat geschrieben: 29. Aug 2025, 14:30 Aber dazu brauch ich Wissen und das habe ich nicht.
Hallo MemoSpere,

das, was Du insgesamt brauchst, wirst Du weder in einer Klinik, noch auf einer Reha vollumfänglich erhalten.
Das musst Du Dir leider selber mühsam an vielen Stellen selbst erarbeiten und dann das passende für Dich herausfiltern.
Ich weiß, wie anstrengend das ist, das habe ich hinter mir.

Ich schreibe Dir einfach ein paar Stichworte, wo ich Informationen und Beratung angefragt habe.
Zum Teil habe ich sehr gute Beratungen gehabt, zum Teil konnten sie mir nur teilweise weiterhelfen, da sie sich nur mit einer meiner Diagnosen auskannten:
IFD - darüber hatte ich eine tolle Beratung bzgl. meiner beruflichen Zukunft
Fachverband und Selbsthilfeverband (zu einer anderen Diagnose) - hierüber habe ich eine Menge Internetadressen und damit "Anlaufstellen" erhalten, mußte mir halt die für mich passenden selbst heraussuchen.
Peerberatung - tolle Beratung zu meiner beruflichen Zukunft (nicht zum Thema Depression)
EUTB - kannte sich nur mit Depression aus, hat aber trotzdem ein paar Anregungen geben können
Selbsthilfegruppe - gerade für Alltagsfragen (wie zum Beispiel Wohnumfeld mit der Behinderung) sehr hilfreich
Fachärztin - Mit den gesammelten Informationen und Vorschlägen war ich dann zum Teil bei meiner Fachärztin und habe mit ihr besprochen, was sie für sinnvoll erachtet (z.B. Ergotherapie) (Funfact am Rande: Meine Fachärztin hat mich dann gebeten, Ihr meine gesammelten und sortierten Informationen für andere Patienten schriftlich zur Verfügung zu stellen).

Wenn Du mit dem einsammeln und sichten der Informationen überfordert bist, könntest Du auch beim IFD genau dafür eine ASP beantragen. Die würden dann mit Dir zusammen die Informationen einsammeln und sichten und können evtl. aus ihrer Erfahrung noch Anregungen und Ideen einbringen.

Soweit ich informiert bin, bietet die Rentenversicherung auch eine Beratung zum Berufs- / Arbeitsplatzwechsel aus gesundheitlichen Gründen an (die hatte ein Nachbar. Der kann seinen erlernten Beruf wegen Knieproblemen nicht mehr ausüben).

Nicht geholfen hat mir die Rehaabteilung des Arbeitsamtes.

Alles Gute,
Suchende
MemoSphere
Beiträge: 97
Registriert: 28. Jul 2025, 21:02

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von MemoSphere »

Hallo @Suchende2
Ich schreibe Dir einfach ein paar Stichworte, wo ich Informationen und Beratung angefragt habe.
Zum Teil habe ich sehr gute Beratungen gehabt, zum Teil konnten sie mir nur teilweise weiterhelfen, da sie sich nur mit einer meiner Diagnosen auskannten:
Danke für deine Erfahrungen, das Ding ist nur, ich war schon bei manchen dieser Beratungsstellen, beim EUTB, beim IFD, beim Psychosozialen Dienst, bei der Pflegeberatung.

EUTB und IFD können nicht weiterhelfen ohne Gutachten, einfach nur meine Diagnosen gaben keine Aussagen darüber, was ich wirklich kann und was nicht. Für das Gutachten brauch ich einen Bericht meiner Ärzte, die nicht wirklich zusammenarbeiten und es bei einem Arzt länger dauert als bei einem anderen. Der Psychosoziale Dienst hat mir nur Gespräche angeboten, solange ich damals in der Überbrückung war. Die Pflegeberatung, weil ich Hilfe brauche im Alltag wenn ich ausziehen würde konnte mir gar nicht weiterhelfen, weil ich zwar krank bin aber nicht krank genug, die Stelle an die ich weitergeleitet wurde, existiert nicht mehr in unserer Stadt.

Aus der Klinik bin ich als nichts arbeitsfähig entlassen worden und da ich nun seit einiger Zeit auch im Krankenstand bin musste ich mich im Angesicht meiner Diagnosen und Krankenhausaufenthalte erwerbsunfähig schreiben lassen über das erste Gutachten, dass vor dem Debakel mit dem Knie gemacht wurde. Die psychischen Erkrankungen und Diagnosen sind also da noch gar nicht mitinbegriffen.
Schlumpffine
Beiträge: 774
Registriert: 3. Mai 2020, 18:29

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo MemoSphere ,
auch wenn ich mich wiederhole und Forenteilnehmer manches nicht nachvollziehen können, gilt in Deutschland folgendes:
§ 60 SGB I ist eine Mitwirkungspflicht, die besagt, dass Antragsteller und Leistungsempfänger von Sozialleistungen alle Tatsachen angeben müssen, die für die Leistungserbringung erheblich sind[/u], und Änderungen unverzüglich mitteilen müssen.
Dies schließt die Pflicht ein, auf Verlangen des Leistungsträgers Auskünfte zu erteilen und Beweismittel vorzulegen. Die Pflicht dient dazu, die Entscheidung der Behörde zu erleichtern und den Anspruch zu prüfen.
Zu den Sozialeistungen zählen u.a.EM-Rente + Sozialgeld -ALG 1 und Krankengeld sind "Versicherungsleistungen", die nur für eine begrenzte Zeit( 72 Wochen Krankengeld und danach § 145;SGB III) in Anspruch genommen werden können.
Danach gibt es die Sozialleistung "Bürgergeld" oder - wenn es ungünstig läuft- Leistungsbezug O .Bspw. für eingetragene Lebensgemeinschaft/Ehe.
Der Nachweispflicht für eine bestehende/zu erwartende Erwerbsunfähigkeit ist also nur mit Ärztlcihen Gutachten (Krankschreibung,Reha, Gutachten) wirksam zu entsprechen.

Das bedeutet u.a:
- eine oder mehrere Maßnahmen der Medizinischen Rehabilitation sind durchzuführen
- Im Vorfeld müssen alle "vorgelagerten Mittel"(Grundsatz: Reha vor Rente,GdB,Leidensgerechter Arbeitsplatz) ausgeschöpft sein und ein gewisser Zeitraum der Behandlungsdauer dokumentiert sein.
Dazu gehören auch Anträge auf Nachteilsausgleiche und Krankenhausbehandlungen mit Nachweis der Unwirksamkeit.
Erst wenn der Gutachterliche Nachweis erbracht ist, daß eine Erwerbsfähigkeit unter 3 Stunden/Tag gegeben ist, kann eine Erwerbsminderungsrente genehmigt werden.

Es ist jedem Betroffenem zu wünschen, das innerhalb der oben angedeuteten Fristen, eine vollumfängliche Heilung eintritt.
Leider werden die Fristen ausgereizt bzw. überschritten.
Ob nun ein Krankenhausaufenthalt oder eine Medizinische Rehabilitation zur vollumfänglichen Heilung führt, ist immer eine Einzellfallentscheidung. Auch das Gegenteil kann eintreten.
Fakt ist auch, daß Lohnersatzleistungen nur für begrenzten Zeitraum gezahlt werden.
Das übt natürlich einen gewissen Handlungsdruck auf Betroffene aus wenn es eine "Deadline" gibt.
Grüße
Schlu

Sorry, wenn ich den Glauben an den Weihnachtsmann, den Osterhasen unddie gute Fee getrübt habe.
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Senif
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Senif »

Huhu Schlumpfine,

ich glaube, es gibt keinen 100% gesunden Menschen - also vollumfängliche Heilung, was soll das denn sein ? Wenn du damit meinst, ein eigenständiges Leben zu führen ohne viel Abhängigkeiten dann denke ich, geht das, mit Geduld, Spucke und Willen :D - nee, Spaß beiseite - die Spucke können wir weglassen.

Ich fand die Erklärung der Zielsetzung hier ein bisschen merkwürdig - eine Reha mit der Zielsetzung, dass jemand sagt, was das Ziel sein soll, bzw. die Auflistung von möglichen Sozialleistungen und Hilfen ist für mich keine Zielsetzung und schon gar nicht im Sinne einer Reha und auch nicht im Sinne eines anderen Klinikaufenthaltes. D.h. nicht, dass ein Sozialdienst in einer Klinik nicht notwendig wäre, aber das ist was, was nebenbei Unterstützung ist, und nicht das Hauptanliegen. Das Ziel ist doch in erster Linie die Verbesserung des Gesundheitszustandes mit zusätzlicher Bewertung der Leistungsmöglichkeiten des Betroffenen. Nur meine Meinung :D

:hello:
DieNeue
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Registriert: 16. Mai 2016, 22:12

Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von DieNeue »

.
Zuletzt geändert von DieNeue am 7. Mär 2026, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
Schlumpffine
Beiträge: 774
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Re: Wie läuft psychosomatische Reha ab?

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo Senif,
Das Ziel ist doch in erster Linie die Verbesserung des Gesundheitszustandes mit zusätzlicher Bewertung der Leistungsmöglichkeiten des Betroffenen. Nur meine Meinung :D
Aus Sicht eines Betroffenen ist das nicht zu beanstanden und auch menschlich verständlich, solange eine Verbesserung auch nachhaltig eintritt.
Leider ist das mit dem Ziel des zuständigen Kostenträgers nicht oder kaum vereinbar, da- in manchen Fällen- in 3-5 Wochen keine signifikannte Verbesserung erreicht werden kann, die dann auch noch nachhaltig ist.
Hier steht eine Folgekostenminderung und die Begrenzung weiterer Leistungen im Interesse des Kostenträgers .
Wenn man jetzt noch berücksichtigt:
- das ein Reha-bericht als Gutachten gewertet wird .
- Gutachten meist positiv für den Kostenträger abgefasst werden.
- weitere Gutachten erst nach Medizinischer Notwendigkeit oder frühestens 2 Jahren bzw. Selbstzahlung in Frage kommt
wird es umso schwerer für einen Betroffenen Folgeleistungen zu beantragen wenn eine Nachhaltige Minderung NICHT möglich ist/war bzw. kein nachhaltiger Rehabilitationserfolg eingetreten ist, da ein Nachweis für deren Notwendig fehlt.
Entfällt natürlich, wenn eine dauerhafte Gesundung eintritt.
Je nachdem welche Sichtweise(n) (Ziele) des Betroffenen im Vordergrund stehen , sollten Prioritäten gesetzt werden und eine gewisse -an die Gesetzeslage bzw.Vorschriftenlage- Realitätsnahe Sichtweise in Betracht kommen .
Wie geschrieben, entfallen alle bisher dargebrachten Sichtweisen, wenn durch die Medizinische Rehabilitation eine dauerhafte und anhaltende Leidensminderung eintritt.
Ich plädiere daher immer für eine Realistische Sichtweise auf die Dinge

Gruß
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
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