Unterstützung für Angehörige

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Katerle
Beiträge: 12049
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Unterstützung für Angehörige

Beitrag von Katerle »

Hallo an euch,

es würde mich mal interessieren, ob es für euch als Angehörige psychologische Unterstützung gab, als euer Partner/Partnerin erkrankte?
Weil, mein P. war nie mit zu einem Arztgespräch, obwohl es ihm schon ein paar Mal angeboten wurde und zum letzten Klinikgespräch war er auch nicht erschienen...
Es wird halt immer behauptet, für Angehörige gibt es keine Unterstützung... Nur ich sah das halt anders...

Wie ist das bei euch?

LG
SonneundDunkenheit
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Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von SonneundDunkenheit »

Hallo Katerle,

warum hat dein Partner die Angebote nicht in Anspruch genommen? Zum Klinikgespräch nicht zu erscheinen, würde mich als Betroffene sehr verletzen.

Mein Mann und meine Kinder waren zweimal mit in Therapiestunden. Da ging es zum einen darum über meine Erkrankung aufzuklären, aber auch darum welche Bedürfnisse/ Wünsche mein Mann und die Kinder haben.

In der Klinik wo ich zur Traumatherapie war, gab es auch die Möglichkeit von Familienarbeit. Das hab ich allerdings nicht in Anspruch genommen. War viel zu sehr mit meinen eigenen Bedürfnissen beschäftigt.

Meine Psychiaterin bietet auch Angehörigengespräche an. Wenn man das Anspruch nehmen will, muss man es vorab "anmelden". Dann wird für den Termin mehr Zeit eingeplant.

Also ich denke schon dass es Hilfen für Angehörige gibt, aber es Bedarf zum einen der Offenheit der Erkrankten und zum anderen muss der Angehörige ein Interesse an der Erkrankung des Partners haben.
Katerle
Beiträge: 12049
Registriert: 25. Sep 2014, 10:30

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von Katerle »

Hallo SonneundDunkenheit,

erstmal danke für deine Antwort.

Mich hatte das auch ehrlich gesagt sehr verletzt, dass er zwar bei ein paar Klinikgesprächen mit da war, aber nicht beim letzten, als ich tief in der A. war... Und bei ambulanten Gesprächen beim Arzt zeigte er auch kein Interesse. Auch nicht bei Ratgebern für Angehörige und Betroffene, die mein Arzt mir damals mitgab. Irgendwann hatte ich nicht mehr dran geglaubt. Hinzu kamen erneut Verletzungen mit Worten..., so das es dann auch irgendwann mal reichte und ich deutlicher wurde.
Er hat inzwischen auch Hilfe und es tut sich nun was, im positiven Sinne. Und möchte seine Frau mehr unterstützen.
Einer Bekannten von mir erging es ähnlich und als sie mal was fragte, reagierte er mal wieder genervt, so dass sie sich darüber so aufregte, dass es ihr
kreislaufmäßig dann schlechter ging. und sie meinte, dass sie sich so langsam überflüssig fühle und wenn er seine Ruhe haben möchte, dann könne er sie haben, aber da sehe er sie nicht mehr in dieser Welt... Das war deutlich. Das war jetzt keine Drohung, sondern das er mal darüber nachdenkt, was das mit ihr macht, wenn er sich ihr gegenüber so verhält. Ungefähr zwei Wochen vorher war auch schon ne Situation, dass er sie mit Worten verletzte, weil sie nicht seiner Ansicht war. Nur, da hatte sie nichts dazu gesagt.
Und dann kam halt das Fass zum Überlaufen.
Sie kam dann auch wieder zur Ruhe und er auch und sie saßen später nochmal zusammen und redeten nochmal in Ruhe darüber. Und seitdem geht es aufwärts mit den Beiden.

Sie können inzwischen besser miteinander reden und er nimmt jetzt auch Hilfe in Anspruch. Das gibt Hoffnung!

LG
Zuletzt geändert von Katerle am 5. Sep 2025, 11:58, insgesamt 2-mal geändert.
Reiner1
Beiträge: 11
Registriert: 29. Nov 2022, 10:01

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von Reiner1 »

Guten Morgen Katerle und SonneundDunkelheit.
Versucht es mal beim Sozialpsychiatrien Dienst bei eurem Landratsamt oder beim Bundesverband für Angehörige psychisch Kranker (BApK.de). Ich selber nehme bei uns schon über 2 Jahren an einer Selbsthilfegruppe teil und habe diese seit 2 Monaten Ehrenamtlich übernommen da unser Landkreis wie wahrscheinlich überall in Deutschland Schulden hat und sparen muß. Ich wünsche euch viel Kraft und Erfolg bei der Suche nach einer Anlaufstelle für Euch. Ich drücke euch ganz fest.
HamagoHope
Beiträge: 29
Registriert: 1. Jul 2025, 13:22

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von HamagoHope »

Mir hat am meisten der der BApK.de helfen können, da die Hilfe schnell und unkompliziert geht.
SD war auch gut.
Katerle
Beiträge: 12049
Registriert: 25. Sep 2014, 10:30

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von Katerle »

Danke euch.
-Kitty-
Beiträge: 6
Registriert: 20. Jun 2025, 00:19

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von -Kitty- »

Wie sehr wünsche ich mir, endlich mit einbezogen werden. Die Therapeutin in der Klinik gab meinem Partner den Rat (?!?), das es für ihn besser sei eine Weile alleine zu sein, um sich selbst zu finden.

Wie das in der Realität mit Partner, Haus, Kredit aussehen soll, hat sie weder ihm noch mir aufgezeigt. Oder mir zu verstehen gegebe, warum das so wichtig ist, damit ich die entsprechende Akzeptanz und Zuversicht bezüglich dieses Weges entwickeln kann. Denn das habe ich gar nicht. Es flüchtet sich ins alleinsein, wir sind seit 6 Monaten räumlich getrennt und verlieren den Bezug zu einander. Er hat noch keinen Therapeuten…

Ich habe meinen Partner mehrfach um ein Angehörigengespräch gebeten. Anfangs sagte er es sei unnütz, da würde es nur um organisatorische Dinge gehen, nicht um meine Situation und Gefühle. Dann als ich nochmal drängte, wurde er früher als erwartet, entlassen.

Ich such dringend eine Angehörigengruppe im Raum Berlin / südliches Umland.
wirschaffendas
Beiträge: 28
Registriert: 3. Sep 2023, 00:13

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von wirschaffendas »

Hallo alle,

ich bin gerade mal wieder echt froh, dass es dieses Forum und die Möglichkeit zum Austausch gibt!
Ich war länger nicht hier "unterwegs", weil ich den Eindruck hatte, dass es meinem Sohn besser geht und er ziemlich stabil ist mit Hilfe des Betreuungsnetzes, das er selbst gefunden hat (2er-WG mit Betreuung durch einen sozialpädagogischen Trägerverein, Anbindung an eine Psychiatrische Ambulanz). Das fand ich natürlich klasse, zumal ich selbst meine Themen habe, wie z.B. das Rezidiv eines gutartigen Hirntumors. Der wurde vor knapp 2 Wochen bestrahlt - und seitdem klar war, dass diese Behandlung ansteht, geht es meinem Sohn wieder deutlich schlechter. So schlecht, dass er jetzt quasi parallel seit 2 Wochen in der Tagesklinik ist und auch sonst ziemlich antriebslos wirkt. Nun weiß ich natürlich nicht sicher, ob diese Verschlechterung mit meiner Tumorsituation zu tun hat. Aber der Verdacht liegt nahe, da er 2023, als sich erstmals beim Kontroll-MRT eine Vergrößerung des Tumorgewebes zeigte, regelrecht abgedreht ist - so sehr, dass er von sich aus als Notfall in die psychiatrische Klinik gegangen ist.

Alles ein Mist!!!!

Aber nun zu Deiner Frage, Katerle: Ich fand die Betreuung / Gesprächsangebote für uns Eltern bisher absolut nicht ausreichend! 2023 wollte ich zu einem offenen Angehörigentreffen der Klinik gehen, kam aber gar nicht in den Raum, weil er proppevoll war! Und als ich die auf der Internetseite der Klinik genannte Kontaktperson für Angehörige ans Telefon gekriegt hatte, konnte sie mir nur einen Termin in 2 Monaten anbieten...nicht wirklich hilfreich...Da mein Ex-Mann und ich nicht locker gelassen haben, gab es dann allerdings wenigstens auf der Station 3 oder 4 Angehörigengespräche mit der betreuenden Ärztin und der Sozialarbeiterin, also eine größere Runde - und die waren auch durchaus konstruktiv und hilfreich. Man muss also am Ball bleiben, darf sich nicht abwimmeln lassen, auch wenn man sich als Eltern leider immer wieder als potenziell Schuldige fühlt (sorry, ein anderes Thema)....

Jetzt stehen wir wieder vor der Frage, inwieweit wir in der Tagesklinik vorstellig werden, um auf unsere Fragen Antwort von den Fachleuten zu bekommen. Meine wichtigste ist die nach einer Art Verhaltensempfehlungen: Was können wir tun, damit unser Sohn wieder auf die Füße kommt? Und was sollten wir NICHT tun? Wie ernst ist überhaupt seine Erkrankung? Heute Vormittag wollte ich schon einfach mal hinfahren, um wenigstens einen Eindruck von außen zu bekommen, habe es dann aber doch gelassen, weil ich noch selbst zu geschafft bin.....

Freue mich über Euer Feedback!

Liebe Grüße

wirschaffendas (muss ich mal ändern...."duschaffstdas" finde ich mittlerweile besser.....)
DieNeue
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Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von DieNeue »

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Zuletzt geändert von DieNeue am 16. Mär 2026, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.
DieNeue
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Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von DieNeue »

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Zuletzt geändert von DieNeue am 16. Mär 2026, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.
wirschaffendas
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Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von wirschaffendas »

DieNeue hat geschrieben: 24. Nov 2025, 14:23 Hallo wirschaffendas,


Kannst du ihn denn nicht einfach fragen, wie es ihm geht und ob das mit der Behandlung zusammenhängt? Was meinst du mit "Eindruck von außen"?

Liebe Grüße,
DieNeue
Hallo Du,

ja, das ist ein guter Punkt! Ich habe eben gerade mit meinem Ex-Mann nochmal darüber gesprochen, wie wir uns am besten in der Tagesklinik einbringen. Mit "von außen" meinte ich die Räumlichkeiten, die Atmosphäre, vielleicht auch nur das Gebäude (von außen!).... halt Eindrücke, um für die aktuelle Situation meines Sohnes irgendwie ein Gefühl zu bekommen....Okay, da spricht jetzt die (über-)fürsorgliche Mutter.....und die Idee ist inzwischen ziemlich vom Tisch.

Mein Sohn selbst sagt, dass es ihm nicht gut geht, aber die Tagesklinik ihm eine Struktur gibt - und er sich durch das Programm dort wenigstens nicht selbst Gedanken machen muss, was er tun kann, damit es ihm besser geht......Eine echt krasse Äußerung, oder?

Liebe Grüße
wirschaffendas
DieNeue
Beiträge: 6583
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Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von DieNeue »

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Zuletzt geändert von DieNeue am 16. Mär 2026, 16:55, insgesamt 1-mal geändert.
wirschaffendas
Beiträge: 28
Registriert: 3. Sep 2023, 00:13

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von wirschaffendas »

Liebe DieNeue,

jetzt habe ich Deinen Post zum 2. oder 3.mal gelesen....und gebe Dir echt Recht: Für mich steht wohl definitiv "Loslassen" an. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mir das so schwer fällt. Und wahrscheinlich hat das mit meiner eigenen Position im Leben zu tun: muss gerade mein Elternhaus verkaufen, diesen Hirntumor akzeptieren (er ist zum Glück gutartig, also kein Krebs, weil er keine Metastasen bildet, und mit Glück bildet er sich durch die Bestrahlung jetzt zurück....) und mich vielleicht auch noch von meinem Haus trennen, weil ich es finanziell nicht mehr gestemmt bekomme. Ja, ich habe selbst ne Menge um die Ohren bzw. zu tragen......Merkwürdigerweise war es in diesem ganzen Kladderadatsch hilfreich, dass ich mich um meinen Sohn kümmern konnte - Stichwort Verdrängung / Ablenkung...? Aber auch sowas wie das Gefühl bzw. die Hoffnung, wenigstens für meinen Sohn etwas Positives bewirken zu können.....?! Wahrscheinlich fällt es mir deshalb auch so schwer loszulassen und ihn SEINEN Weg gehen zu lassen - so wie Du es schreibst:

"Ja, dein Sohn geht einen anderen Weg als die meisten seiner Altersgenossen,...." - ich habe es ihm so gewünscht, dass er es leichter hat! Vielen vielen Dank für Deine Worte und die Schilderung Deiner Situation! Das hilft ein wenig, das Ganze zu akzeptieren.....auch wenn mein Kämpferherz und erst recht mein Kriegerinnen-Kopf immer noch und immer wieder nach Lösungen forscht oder wenigstens nach Ansätzen, was ich TUN kann.

Aber damit ist es im Moment eh nicht weit her, mit dem Tun meine ich. Es gab gestern Abend ein gemeinsames Abendessen mit meinen Ex-Mann, seiner neuen Frau, meinen beiden Söhnen und mir in einem Restaurant - da wurde mal wieder Small Talk inszeniert, mein Ex verteilte Adventskalender, die Fassade der harmonischen Patchwork-Familie aufrecht erhalten. Danach habe ich total mies geschlafen und hänge sowas von in den Seilen.....kann mich zu nichts aufraffen und kritisiere mich dafür....

Aber um auf Deine Frage zu antworten: Ich habe zum Glück kurzfristig einen Psycho-Onkologen gefunden und auch schon zwei Sitzungen bei ihm gehabt. Ist natürlich die Anamnese- und Probatorik-Phase, und vielleicht kommt sogar deswegen bei mir gerade soviel hoch. Trotzdem ist es natürlich gut, dass ich jetzt - hoffentlich!!! - therapeutisch begleitet werde....

Herzlichen Dank fürs Lesen!

wirschaffendas
Zilly2
Beiträge: 4
Registriert: 28. Dez 2025, 13:54

Re: Unterstützung für Angehörige

Beitrag von Zilly2 »

Mir hat diese APP zur Unterstützung von Angehörigen von an Depression erkrankten sehr geholfen im Umgang mit meinem depressiven Partner: https://depression.aok.de/

Sie ist kostenlos auch wenn man kein AOK Mitglied ist.

Alles Gute für Euch!
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