Depressionen Venlafaxin

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Maschu123
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Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Maschu123 »

Hallo ich binnen hier 33 Jahre und habe mit Depressionen zu kämpfen.
Nach dem ich einfach nicht mehr ohne Hilfe konnte, schrieb ich meiner Hausärztin und bat um Hilfe.
Nach einem schnellem Termin verschrieb sie mir venlafaxin.
Ich hatte früher mal escitalopram nennt sich das glaub ich das half damals nicht so gut.
Mittlerweile hab ich echt kein gutes Gefühl Tabletten zu nehmen, und schon erst recht wenn es heisst die wirklich lässt nach oder es ist schwer sie abzusetzen.
Ich habe sie bisher nicht genommen, ich sollte 37,5 nehmen und nach einer Woche erhöhen falls es mir nicht besser geht.
Einen Psychiater zu finden ist katastrophal, so das er mir noch mal drüber schauen kann ob er das auch so machen würde. Ich finde Hausärzte haben da nicht so oft mit zu tun und verschreiben leicht sowas.
Kann mir jemand ein paar helfende Worte spenden oder mal sagen wie es bei euch so am Anfang war ?
Ich nehme nichts anderes neben bei.
Lg
Xanagon
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Xanagon »

Auch Psychiater verschreiben leicht sowas.
November24
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von November24 »

Hallo Maschu123,

ich habe mich für die Medikation bei einem Psychiater in einer Privat- (Selbstzahler-) ambulanz angemeldet, er berät auch die Hausärztin bei Bedarf. Ich habe noch keine Rechnung bekommen, aber je Konsultation belaufen sich die Kosten lt. Sekretariat auf ca. 100 Euro. Hier war nämlich auch kein Psychiater- oder Neurologentermin in naher Zukunft zu finden, deshalb habe ich diesen Weg gewählt. Vielleicht wäre das für dich auch eine Option?

Beste Grüße
November24
Ein Mensch entschlusslos und verträumt, hat wiederholt sein Glück versäumt. Doch ist der Trost ihm einzuräumen, man kann sein Unglück auch versäumen!
Eugen Roth
MaWe
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von MaWe »

Ich kann nur sagen, dass mir Venlafaxin seit 12 Jahren enorm hilft. Ich variiere die Dosis je nach Befinden, beim weniger nehmen hatte ich noch nie irgendwelche Absetzerscheinungen. Deine 37,5 mg sind die kleinstmögliche Dosis, 375 mg ist die Höchstdosis. Ich kann dir nur raten, es auszuprobieren. Und ein*e Psychiater*in wird dir auch nichts anderes sagen können, als das es auf einen Versuch ankommt.
TheBookworm
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von TheBookworm »

Ich nehme Venlafaxin schon relativ lange und auch hochdosiert (300 mg). Nebenwirkungen habe ich nur geringe (erhöhtes Schwitzen) und komme mit dem Medikament gut klar. Ich würde dir auch empfehlen es auszuprobieren. Bei Depressionen muss man ggfls. erstmal herausfinden, welches Medikament für einen geeignet ist und welches einem gut hilft. Da hilft tatsächlich nur ausprobieren und ggfls. wieder absetzen.
Meines Erachtens brauch man jedenfalls keine Angst davor haben.
Alles Gute wünsch ich dir.
CJ43
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von CJ43 »

Meine Erfahrungen mit Antidepressiva sind gut. Ich habe im zweiten Anlauf das richtige Medikament (Fluoxetin) gefunden, das hilft mir und hat wenig Nebenwirkungen.

Das Absetzen klappt damit auch gut, ich habe es mehrfach phasenweise genommen und beim Absetzen eigentlich gar nichts gemerkt.
Inzwischen nehme ich das Medikament dauerhaft, weil meine depressiven Episoden immer wieder kommen.

Mir geht es gut damit, aber es war ein langer Weg, die Einnahme und meine Erkrankung zu akzeptieren.
Alles Gute für dich!

Constanze
Halbschatten24
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Halbschatten24 »

11 Jahre 300mg Venlafaxin, 2024 im Jänner unter Horror abgesetzt wegen ewigen Schlafproblemen, massiven Verdauungsproblemen und unklarer Langzeitschäden für den Darm...
Bauchtänzer
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Bauchtänzer »

@Halbschatten: und seit 2024? nimmst du kein AD mehr?
Halbschatten24
Beiträge: 35
Registriert: 25. Mai 2025, 12:42

Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Halbschatten24 »

Bauchtänzer hat geschrieben: 12. Jun 2025, 09:10 @Halbschatten: und seit 2024? nimmst du kein AD mehr?
Nach 6 Wochen Pause wurde der Horror dann zu groß
-Wieder 75 Venla
Nach 6 Wochen wieder versucht raus
Nach 6 Wochen Pause wurde der Horror dann zu groß
Umstieg auf Sertralin aber keine Wirkung
Wieder Pause
Fluoxetin bis Anfang Mai 2025
dann wegen selber Probleme abgesetzt
Jetzt ohne AD
Bauchtänzer
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Bauchtänzer »

Danke für die Info.
Das hört sich nach einer schlimmen Zeit an. Wenn du es wirklich ohne AD schaffen solltest, wäre das natürlich super. Ich drück dir die Daumen.
Vielleicht magst du uns auf dem Laufenden halten.
Halbschatten24
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Halbschatten24 »

Bauchtänzer hat geschrieben: 13. Jun 2025, 17:57 Danke für die Info.
Das hört sich nach einer schlimmen Zeit an. Wenn du es wirklich ohne AD schaffen solltest, wäre das natürlich super. Ich drück dir die Daumen.
Vielleicht magst du uns auf dem Laufenden halten.
Danke - mache ich.
Xanagon
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Xanagon »

Halbschatten24 hat geschrieben: 12. Jun 2025, 22:03 dann wegen selber Probleme abgesetzt
Jetzt ohne AD
Für mich ist das sowas wie ein Beweis, dass wir die AD nicht zwingend benötigen.

Wem sie helfen, der soll sie nehmen. Aber es sollte niemand zur Einnahme gezwungen werden. Auch nicht mit sanftem Druck.
TheBookworm
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von TheBookworm »

Dass ein anderer Patient ohne Antidepressiva auskommt ist für dich der Beweis, dass man Antidepressiva nicht zwingend benötigt.

Tut mir leid, dass ich das so offen sagen muss, aber das ist sehr kurz gedacht und auch völlig an den Fakten vorbei.

Die Wirksamkeit von Antidepressiva ist in zahlreichen Studien bewiesen. Was du hier machst, ist die individuelle Situation eines anderen Patienten verallgemeinern, was gerade bei der Art von Erkrankung bekannterweise völlig sinnfrei ist.

Selbstverständlich hast du damit Recht, dass niemand zur Einnahme gezwungen werden sollte. Ich persönlich habe das aber selbst noch nicht erlebt und auch keinen Mitpatienten kennengelernt, der ansatzweise so etwas erlebt hat.
Xanagon
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Xanagon »

Ich war am Mittwoch bei meinem Therapeuten. Wir werden jetzt das Venlafaxin ausschleichen.
Halbschatten24
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Halbschatten24 »

Bauchtänzer hat geschrieben: 13. Jun 2025, 17:57 Danke für die Info.
Das hört sich nach einer schlimmen Zeit an. Wenn du es wirklich ohne AD schaffen solltest, wäre das natürlich super. Ich drück dir die Daumen.
Vielleicht magst du uns auf dem Laufenden halten.
So versuch gescheitert - massive Panikattakten, Angstzustände und Depressionen, am MO FA Termin... Diesesmal Panik wegen einer realen Gefahr, also leider viel schlimmer als die letzten Male... Keine Ahnung welches AD noch möglich ist...
Xanagon
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Xanagon »

Ich drücke dir die Daumen für Montag.
Bauchtänzer
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Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Bauchtänzer »

Halbschatten24 hat geschrieben: 19. Jul 2025, 14:10 So versuch gescheitert - massive Panikattakten, Angstzustände und Depressionen, am MO FA Termin... Diesesmal Panik wegen einer realen Gefahr, also leider viel schlimmer als die letzten Male... Keine Ahnung welches AD noch möglich ist...
Danke für die Info, Halbschatten.
Hat mich, ehrlich gesagt, nicht sonderlich gewundert.
Ich selbst nehme seit ca. 15 Jahren Ad's, hab seit ca. 10 Jahren psychotherapeutische Gespräche bei meinem Psychiater/Therapeut.
Ich bin Ende 60, gehe davon aus, das AD lebenslänglich zu nehmen. War ein sehr langer Entwicklungsprozess, mir meine Behinderung, meine Erkrankung einzugestehen.

Ich möchte dir eine begleitende Therapie empfehlen!
Erst beides kombiniert lässt langfristig Veränderungen zu.
Dimple
Beiträge: 24
Registriert: 31. Jan 2020, 17:25

Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Dimple »

von MaWe »
Ich kann nur sagen, dass mir Venlafaxin seit 12 Jahren enorm hilft.
Bauchtänzer » ...Ich selbst nehme seit ca. 15 Jahren Ad's,
Venlafaxin hat mir auch geholfen, bestimmt 1 Jahr genommen, habe es dann aber unter unangenehmen Erfahrungen des Entzuges langsam wieder ausgeschlichen. Lange Jahre kein Problem.

Jetzt nehme ich Laif 900, kleine Nebenwirkungen, UV-Empfindlichkeit.

Ich bin allerdings nicht wirklich überzeugt, ob nicht etliche Medikamente kaum mehr bewirken als Placebos - eine Annahme, die ich bestärkt sehe durch eine Metastudie von Irving Kirsch aus 2008 und eine Studie von Klaus Munkholm aus 2019. Venlafaxin war auch in den Studien. Kurzfassung: Die Studie über rund 500 Studien sagen, dass AD wirken, ABER im Vergleich zu Placebos "nur unwesentlich" mehr.
Das heißt ja nicht, dass AD verzichtbar wäre, denn auch bei AD wirkt ja der Placeboeffekt mit, aber die Nebenwirkungen könnten bei leichten bis mittleren Beschwerden eine Abwägung angeraten sein lassen: Ist es das wert?

Bei schwerer Depri und bei Notfällen würde ich natürlich nie etwas ausschließen.

Ich hoffe, ich beleidige jetzt niemanden.
(Munkholm ist eine international anerkannte Koryphäe aus Dänemark, Irving Kirsch schrieb viele Bücher, war in der Placeboforschung u.a. in Harvard)
"Nimm Dir Zeit für die Dinge, die Dich glücklich machen!"
(Korkuntersetzer gekauft nach Weihnachten 2021 im Ramschregal im Supermarkt für 1,50€)
Nixe02
Beiträge: 1036
Registriert: 6. Jun 2024, 14:59

Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Nixe02 »

Klaus Munkholm ist eine international anerkannte Koryphäe aus Dänemark, Irving Kirsch schrieb viele Bücher ...
Dazu empfehle ich:

https://www.depression-heute.de/schweiz ... s-placebo/

oder die Publikationen des
nordic cochran center.

Da hilft wohl nur: Bilde dir selbst eine Meinung!
Halbschatten24
Beiträge: 35
Registriert: 25. Mai 2025, 12:42

Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von Halbschatten24 »

Bauchtänzer hat geschrieben: 20. Jul 2025, 20:37 Danke für die Info, Halbschatten.
Hat mich, ehrlich gesagt, nicht sonderlich gewundert.
Ich selbst nehme seit ca. 15 Jahren Ad's, hab seit ca. 10 Jahren psychotherapeutische Gespräche bei meinem Psychiater/Therapeut.
Ich bin Ende 60, gehe davon aus, das AD lebenslänglich zu nehmen. War ein sehr langer Entwicklungsprozess, mir meine Behinderung, meine Erkrankung einzugestehen.

Ich möchte dir eine begleitende Therapie empfehlen!
Erst beides kombiniert lässt langfristig Veränderungen zu.
Mache ich eh, hatte aber verschiedene Psychotherapeuten...
jannes
Beiträge: 11
Registriert: 9. Mai 2025, 10:37

Re: Depressionen Venlafaxin

Beitrag von jannes »

Ich nehme 75 mg Venlafaxin wegen einer kleinen Angststörung. Auch schon 15 Jahre.

Ich würde sogar behaupten diese ist im Griff, 37,5 mg könnten reichen. Vielleicht sogar kompletter Ausstieg.
Ich habe da gute Techniken wie "in Konfrontation gehen", usw.

Jetzt kommt aber das Problem: Nimmt man 75 mg Venlafaxin jahrelang, so bewirken Reduzierungen "Absetzsymptome" wie Albträume, wilde lebhafte Träume, Mundtrockenheit, vermehrtes/vermindertes Hungergefühl und z.B. auch mal 2 Wochen komplette "Leere", kein Bock auf nichts. (offenbar bilden sich mit den Jahren die Serotonin-Rezeptoren zurück, die sich erst wieder bilden müssen).

Habe vor 4 Monaten mal selbständig reduziert, dann seit 3 Monaten wieder normal. Immer noch Absetzsymptome.



Ich plane im Herbst von Venlafaxin zu Escitalopram zu wechseln, da die HWZ so schön lange ist und ein ausschleichen möglich ist. Ohne Absetzsymptome. Ob das stimmt wird man sehen. Oder ich gehe auf Venlafaxin 37,5 mg. Es ist nicht noch ganz klar was ich machen werde.

Auf jeden Fall sind dies keine "Blutdruckmedikamente", die man z.B. bei guter Fitness absetzen/ausschleichen kann.
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