Ins Handeln kommen

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diogeneo
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Ins Handeln kommen

Beitrag von diogeneo »

Hallo,
ich glaube Niemand wuerde einem Fallschirmspringer im Nebel raten, nichts zu machen.
Reissleine ziehen, bevor es zu spaet ist, auch wenn das unheimlich bremst und Risiken birgt.

Grusse an
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Aurelia Belinda

Re: Ins Handeln kommen

Beitrag von Aurelia Belinda »

Würdest du deinen Erfahrungsbericht hier veröffentlichen, wie DU ins Handeln kamst? 🤔
diogeneo
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Re: Ins Handeln kommen

Beitrag von diogeneo »

Hallo,
habe lang ueberlegt, ob ich hier noch was schreiben soll, nachdem ein Thema von mir "kommentarlos" geloescht wurde.
Hoffe, dass das mit dem hier nicht wieder passieren wird.

Depression ist eine Krankheit, die schleichend kommt und aus der man wie bei Alkoholismus fasst nicht alleine rauskommt.
Der erste und wichtigste Schritt, ist sich das einzugestehen und um Hilfe zu bitten.
Da ich keine Gesundheitsversicherung habe, musste ich die Psychologen selber irgendwie finanzieren.
Und leider auch mit sehr bescheidener Wirkung.
Alle, und es waren 5 Verschiedene, haben gemeint, dass in so einer Situation, in der ich bin, meine koerperliche Reaktion "verstaendlich" sein.
Das hat mir Anfangs auch recht wenig gebracht, aber ich habe einen sehr guten Schutzengel, der meinen Suizidversuch "verhindert" hat.
Ich weiss nicht, ob er mich, wie so oft schon, einfach wieder "zurueckgeschickt" hat. Einige Aerzte haben mir das schon bestaetigt. Allerdings waren das alles Situationen, wo ich aus anderen Gruenden "gestorben" bin, nie, weil ich das selber wollte.

Und dann habe ich den zweiten Schritt "verstanden".
Man muss es aendern wollen, egal, wie aussichtslos die Lage ist.
Dabei habe ich mein "Proposito" (Sinn des Leben) "neu" entdeckt.

Ich habe diesen Koerper ausgeliehen bekommen, um es BESSER zu machen.

Ob es gelingt, ist dabei nebensaechlich.

Also habe ich die Kriegserklaerung des Systems "angenommen".
Seit dem schreibe ich und da meine Kommentare Anklang fanden und ich damit das Gefuehl von Selbstwirksamkeit bekommen habe, werfe ich seit dem alle Dominostein um, an die ich rankomme, auch wenn sie noch so klein sind.
Dabei hat die Kettenreaktion sogar so viel bewirkt, dass ich es sogar in den Nachrichten sehen konnte. Das hat mir Mut gegeben, mehr und weiter zu machen.

Und noch Etwas sehr Wichtiges:
Das Oekosystem Koerper ist viel schlauer, als man das annehmen koennte.
Und ich meine nicht nur das Unterbewusstsein.

Durch die finanziellen Einschraenkungen habe ich meinem Koerper sehr geschadet. So wenig wie moeglich Kalorienverbrauch und nur genau so viele, moeglichst guenstige (hochkalorienhaltige Nahrung) zu mir nehmen.
Beim Einkauf habe ich nur auf Kalorien pro Euerling geachtet und natuerlich auch, dass immer genug Proteine dabei waren, um nicht zu viel kaputt zu machen.
Aber Fleisch unter 10 Euerlingen pro kg zu bekommen, das man auch noch essen kann, ist schon eine Herausforderung.

Letzte Woche ist das allerdings etwas "durcheinander gekommen".
Mein Zuckerkonsum ist fasst auf Null gefallen.
Bei dieser neuen "Diaet" hat sich mein Koerper sehr schnell zu Wort gemeldet.
Schlafstoerungen, Entzuendungen, Aufflammende Arthritis und Allergien, schnelle Hautalterung, weissere Haare, Erschoepfungserscheinungen und so...
Angesehen von der Agressivitaet und dauer schlechter Laune.

Das hat mir eine Psychologin klar gemacht, die ich wieder eingeschaltet habe, um meine Familie wieder auf einen akzeptierbaren Stand zu bringen.

Und jetzt kommt der Witz:
Neulich habe ich einfach ein Nacht druchgemacht. Ich wusste erst nicht warum.
Aber dann habe ich mich an eine Reportage erinnert, nach der Schlafentzug gegen Depression hilft.
Das war also etwas von meinem Koerper "Verordnetes".
Angeblich hilft diese Therapie ja nicht allen, aber mir hat sie sehr geholfen, obwohl es unterbewusst war.
Wenn man also nicht schlafen kann, sagt einem sein Koerper, du machst da Etwas falsch.
Natuerlich Meditiere ist auch und mache auch Achtsamkeitsuebungen.
Zeit habe ich ja mehr als genug. In dieser Hinsicht bin ich alles Andere als arm.

Und zum Schluss noch ein Tipp:
Man muss sich von aussen beurteilen lassen. Selber merkt man Veraenderungen kaum.
Da sich meine grosse Tochter angefangen hat, Sorgen zu machen, nehme ich meine Krankheit jetzt wieder ernster.

Da ich beim Schreiben ueberall schwarz geblocked wurde und jetzt sogar aktiv gesperrt, hatte ich aufgehoert zu schreiben.
Aber das hatte zu Folge, dass Strafphantasien mehr wurden.
Deshalb habe ich jetzt bei Mastodon einen neuen Account und wieder angefangen zu schreiben.
Hoffe, dass ich den noch eine Weile habe und er nicht "ausgeblendet" wird.

Das Verhaeltniss zu meiner grossen Tochter ist uebrigens besser geworden.
Zu den anderen Beiden leider noch nicht sehr.

Uebrigens: Den Schlafentzug machen ich jetzt noch eine Weile weiter.
Habe in den letzten 48 Stunden nur 3 geschlafen.

Gruesse
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Aurelia Belinda

Re: Ins Handeln kommen

Beitrag von Aurelia Belinda »

Oh Danke für die Rückmeldung...

klingt sehr interessant. Vieles deiner Erkenntnisse decken sich mit den meinen.
Suizid Versuch überlebt?
Missglückt, um dem zu folgen, was deine Bestimmung ist, so sehe ich es.
Bei mir war es auch so, dass ich erst im Nachgang, begreifen konnte, wozu all das Leid erlebt werden musste.

Erstmal danke,
werde ich mir nochmal durchlesen.

Gruß Aurelia
Aurelia Belinda

Re: Ins Handeln kommen

Beitrag von Aurelia Belinda »

Veränderung bemerkt man selbst nicht, hm.. würde ich so nicht unterstreichen. Viel Zeit zu haben, kann ein Gewinn sein, so man diese nutzt, um zu sich zu finden z. B. oder um gutes zu tun...was immer es da auch für Möglichkeiten gibt, das Spektrum ist breit gefächert.
Das "S" Wort ist natürlich hier nicht gerne gesehen.
Ich hoffe dennoch, dass keine Löschung statt findet.
Aurelia Belinda

Re: Ins Handeln kommen

Beitrag von Aurelia Belinda »

"Körper ausgeliehen bekommen, um es besser zu machen" , bringt es für mich auf den Punkt.
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