Verschlimmerung während Gruppentherapie
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Seit November bin ich in einem richtigen Tief. Massive Erschöpfung. Könnte ständig weinen. So dass es mich auch im Alltag stark beeinträchtigt. Wenn ich anspreche, dass ich enttäuscht bin, weil es mir trotz Therapie immer schlechter geht, bekomme ich als Antwort, dass das eine "Nebenwirkung" ist. Ist das wirklich normal?
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
ja, eine Therapie kann auch erstmal die Befindlichkeit verschlimmern. Man setzt sich ja in der Therapie meist mit den Problemen auseinander und nicht
mit den schönen Dingen des Lebens. Bei mir war/ist es auch so, dass immer mal schlechtere Phasen kommen während der Therapie.
Das ist ja quasi auch das normale Leben, dass es nicht immer vorwärts geht.
Viele Grüße
G.
ja, eine Therapie kann auch erstmal die Befindlichkeit verschlimmern. Man setzt sich ja in der Therapie meist mit den Problemen auseinander und nicht
mit den schönen Dingen des Lebens. Bei mir war/ist es auch so, dass immer mal schlechtere Phasen kommen während der Therapie.
Das ist ja quasi auch das normale Leben, dass es nicht immer vorwärts geht.
Viele Grüße
G.
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
hast du denn dann wenigstens den Eindruck, dass dich die Therapie inhaltlich weiterbringt und du irgendwas lernst?
Liebe Grüße,
DieNeue
hast du denn dann wenigstens den Eindruck, dass dich die Therapie inhaltlich weiterbringt und du irgendwas lernst?
Liebe Grüße,
DieNeue
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Ein bisschen ja. Aber so richtig komme ich an meine Themen nicht ran. Wenn ich ein Thema in einer Stunde bespreche, gibt es dann in der nächsten Stunde meist nicht die Gelegenheit, es weiter zu vertiefen, weil dann ein neues Thema dran ist.
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Ja, verstehe. Da kommt man dann schlecht weiter. Zieht es dich eigentlich auch runter, dich mit den Problemen der anderen Teilnehmer auseinanderzusetzen? Das wäre vielleicht nochmal ein Faktor, der mit reinspielen könnte.Narami hat geschrieben: 19. Feb 2025, 20:19 Ein bisschen ja. Aber so richtig komme ich an meine Themen nicht ran. Wenn ich ein Thema in einer Stunde bespreche, gibt es dann in der nächsten Stunde meist nicht die Gelegenheit, es weiter zu vertiefen, weil dann ein neues Thema dran ist.
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Das geht eigentlich, da ich bewusst versuche mich davon abzugrenzen.
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Ihr Lieben,
in letzter Zeit hatte ich zusätzlich zur Gruppentherapie noch Einzeltherapiesitzungen (1 X/ Monat). Gestern hat mir der Therapeut am Ende der Sitzung mitgeteilt, dass er diese nicht fortsetzen wird - mit der Begründung, dass sie nichts bringen würden. Er hat mich einfach vor seine Entscheidung gestellt ohne das vorher mit mir zu besprechen..ich finde das total daneben...und merke, dass da in der therapeutischen Beziehung für mich echt was kaputt gegangen ist...
Liebe Grüße
in letzter Zeit hatte ich zusätzlich zur Gruppentherapie noch Einzeltherapiesitzungen (1 X/ Monat). Gestern hat mir der Therapeut am Ende der Sitzung mitgeteilt, dass er diese nicht fortsetzen wird - mit der Begründung, dass sie nichts bringen würden. Er hat mich einfach vor seine Entscheidung gestellt ohne das vorher mit mir zu besprechen..ich finde das total daneben...und merke, dass da in der therapeutischen Beziehung für mich echt was kaputt gegangen ist...
Liebe Grüße
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
mir fehlen die passenden Worte. Ich schicke Dir eine Umarmung, falls Du diese möchtest.
Hattest Du denn das Gefühl, daß Dir die Gruppen- und Einzelstunden etwas gebracht haben?
Alles Gute,
Suchende
mir fehlen die passenden Worte. Ich schicke Dir eine Umarmung, falls Du diese möchtest.
Hattest Du denn das Gefühl, daß Dir die Gruppen- und Einzelstunden etwas gebracht haben?
Alles Gute,
Suchende
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
hat der Therapeut denn eine Begründung für seine Entscheidung genannt? Mir stößt sein Verhalten im Übrigen auch ziemlich bitter auf, an deiner Stelle würde ich zumindest überlegen, ihm dein Empfinden (dass da einiges an Beziehung dadurch kaputt geganen ist) mitzuteilen.
Es kann ja durchaus sein, dass er dieser Meinung ist, hätte es aber konstruktiver verpacken können und vorallem eine Begründung dafür geben, warum aus seiner Sicht es nichts bringen würde. Warum dein Therapeut dieser Meinung ist und ob es nicht auch andere Gründe geben könnte (keine freien Termine mehr usw.) bleibt Spekulation.
Ich schließe mich da Suchende an: hat es dir bislange etwas bringen können? Oder wäre ein Wechsel (ggf. auch festhalten und weitersuchen) angebracht? Wieviele Einzelstunden hattest du denn bislang?
LG Mime
P.S. Ich hatte auch schon negative Erfahrungen mit einer Therapeutin gemacht und war im Endeffekt froh, dass wir uns nicht mehr wieder gesehen haben, doch das war noch ganz am Anfang während der Kennenlernphase. Sie hat sich m. M. auch verhalten wie der Elefant im Porzellanladen, also, das gibt es durchaus auch bei Therapeuten... Das ist jetzt kein Trost, ich weiß, aber es gibt eben gute und weniger gute Therapeuten oder sagen wir mal, welche, die passen und welche, die nicht passen.
hat der Therapeut denn eine Begründung für seine Entscheidung genannt? Mir stößt sein Verhalten im Übrigen auch ziemlich bitter auf, an deiner Stelle würde ich zumindest überlegen, ihm dein Empfinden (dass da einiges an Beziehung dadurch kaputt geganen ist) mitzuteilen.
Es kann ja durchaus sein, dass er dieser Meinung ist, hätte es aber konstruktiver verpacken können und vorallem eine Begründung dafür geben, warum aus seiner Sicht es nichts bringen würde. Warum dein Therapeut dieser Meinung ist und ob es nicht auch andere Gründe geben könnte (keine freien Termine mehr usw.) bleibt Spekulation.
Ich schließe mich da Suchende an: hat es dir bislange etwas bringen können? Oder wäre ein Wechsel (ggf. auch festhalten und weitersuchen) angebracht? Wieviele Einzelstunden hattest du denn bislang?
LG Mime
P.S. Ich hatte auch schon negative Erfahrungen mit einer Therapeutin gemacht und war im Endeffekt froh, dass wir uns nicht mehr wieder gesehen haben, doch das war noch ganz am Anfang während der Kennenlernphase. Sie hat sich m. M. auch verhalten wie der Elefant im Porzellanladen, also, das gibt es durchaus auch bei Therapeuten... Das ist jetzt kein Trost, ich weiß, aber es gibt eben gute und weniger gute Therapeuten oder sagen wir mal, welche, die passen und welche, die nicht passen.
Wir müssen lernen,
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Mime,
vielen Dank für deine Antwort. Er meinte, dass wir in den Einzelsitzungen eher Themen besprechen, die in der Gruppe besprochen werden sollten. Das hat er mir vorher aber noch nie gespiegelt gehabt. Es tut gut zu lesen, dass du das Verhalten auch komisch findest. Gestern in der Gruppensitzung habe ich gesagt, dass bei mir nun die Beziehung zum Therapeuten gestört ist, aber wir konnten dann nicht weiter darüber sprechen, weil andere Themen dran waren. Nun ist er erstmal zwei Wochen nicht da und deine Antwort ermutigt mich, das dann nochmal zum Thema zu machen.
Ich habe nicht das Gefühl, dass die Gruppentherapie mir wirklich etwas bringt. Natürlich nehme ich mir "irgendwas" mit, aber so richtig komme ich nicht an meine Themen ran. Wenn ich meine Unzufriedenheit anspreche, bekomme ich zurückgespiegelt, dass ich mir Gedanken darüber machen soll, was das mit mir zu tun hat und was ich da projiziere. Einen neuen Therapieplatz finden ist ja auch schwer, bin ja froh, dass ich nach langer Suche überhaupt einen gefunden habe. Weiß auch gar nicht, ob das so einfach geht... die Gruppentherapie geht schon über 1 Jahr und Einzelsitzungen hatte ich erst vier (die hatte ich nach langem Drängen dazu bekommen, weil ich meinte, dass mir die Gruppensitzungen nicht ausreichen).
LG, Narami
vielen Dank für deine Antwort. Er meinte, dass wir in den Einzelsitzungen eher Themen besprechen, die in der Gruppe besprochen werden sollten. Das hat er mir vorher aber noch nie gespiegelt gehabt. Es tut gut zu lesen, dass du das Verhalten auch komisch findest. Gestern in der Gruppensitzung habe ich gesagt, dass bei mir nun die Beziehung zum Therapeuten gestört ist, aber wir konnten dann nicht weiter darüber sprechen, weil andere Themen dran waren. Nun ist er erstmal zwei Wochen nicht da und deine Antwort ermutigt mich, das dann nochmal zum Thema zu machen.
Ich habe nicht das Gefühl, dass die Gruppentherapie mir wirklich etwas bringt. Natürlich nehme ich mir "irgendwas" mit, aber so richtig komme ich nicht an meine Themen ran. Wenn ich meine Unzufriedenheit anspreche, bekomme ich zurückgespiegelt, dass ich mir Gedanken darüber machen soll, was das mit mir zu tun hat und was ich da projiziere. Einen neuen Therapieplatz finden ist ja auch schwer, bin ja froh, dass ich nach langer Suche überhaupt einen gefunden habe. Weiß auch gar nicht, ob das so einfach geht... die Gruppentherapie geht schon über 1 Jahr und Einzelsitzungen hatte ich erst vier (die hatte ich nach langem Drängen dazu bekommen, weil ich meinte, dass mir die Gruppensitzungen nicht ausreichen).
LG, Narami
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
ich würde ehrlich gesagt schauen, dass ich einen neuen guten Therapeuten für eine Einzeltherapie finde. Du machst das jetzt seit einem Jahr und hast das Gefühl, es bringt dir nichts. Kann es auch voll nachvollziehen, dass es nervt, wenn man zwar "irgendwas" aus der Therapie mitnimmt, aber halt nichts, was zu den eigenen Themen passt. Das ist dann m.M.n. Zeitverschwendung.
Ich finde es auch keine konstruktive Lösung, in der Gruppentherapie zu sagen, du sollst schauen, was du da projizierst... es gibt doch sehr vielfältige Gründe, warum eine Therapie nichts bringt. Und dann geht dein Problem auch noch unter, weil anderes wichtiger ist... Bei uns in den Gruppentherapien hieß es immer "Störungen haben Vorrang" und wenn jemand ein Problem mit dem Therapeuten gehabt hätte, hätte das Vorrang vor den anderen Themen gehabt.
Ich fände es sinnvoller, das mal im Einzelgespräch zu besprechen.
Vielleicht kannst du ja die Zeit bis zu einer neuen Therapie mit Beratungsstunden beim Sozialpsychiatrischen Dienst überbrücken.
Ich finde es auch sehr ungünstig, dass dein Therapeut erst am Ende der Stunde anspricht, dass er die Therapie beendet. Da bleibt keine Zeit, um nachzufragen oder etwas zu besprechen. Das sollte er eigentlich wissen und wenn er dir schon sowas sagen will, Zeit für eine Besprechung einplanen. Ist doch klar, dass das für Patienten nicht einfach ist und Fragen auftauchen, wenn man einfach so vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Ich würde das nochmal versuchen mit ihm alleine zu besprechen und dann Konsequenzen ziehen.
Liebe Grüße,
DieNeue
ich würde ehrlich gesagt schauen, dass ich einen neuen guten Therapeuten für eine Einzeltherapie finde. Du machst das jetzt seit einem Jahr und hast das Gefühl, es bringt dir nichts. Kann es auch voll nachvollziehen, dass es nervt, wenn man zwar "irgendwas" aus der Therapie mitnimmt, aber halt nichts, was zu den eigenen Themen passt. Das ist dann m.M.n. Zeitverschwendung.
Ich finde es auch keine konstruktive Lösung, in der Gruppentherapie zu sagen, du sollst schauen, was du da projizierst... es gibt doch sehr vielfältige Gründe, warum eine Therapie nichts bringt. Und dann geht dein Problem auch noch unter, weil anderes wichtiger ist... Bei uns in den Gruppentherapien hieß es immer "Störungen haben Vorrang" und wenn jemand ein Problem mit dem Therapeuten gehabt hätte, hätte das Vorrang vor den anderen Themen gehabt.
Ich fände es sinnvoller, das mal im Einzelgespräch zu besprechen.
Vielleicht kannst du ja die Zeit bis zu einer neuen Therapie mit Beratungsstunden beim Sozialpsychiatrischen Dienst überbrücken.
Ich finde es auch sehr ungünstig, dass dein Therapeut erst am Ende der Stunde anspricht, dass er die Therapie beendet. Da bleibt keine Zeit, um nachzufragen oder etwas zu besprechen. Das sollte er eigentlich wissen und wenn er dir schon sowas sagen will, Zeit für eine Besprechung einplanen. Ist doch klar, dass das für Patienten nicht einfach ist und Fragen auftauchen, wenn man einfach so vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Ich würde das nochmal versuchen mit ihm alleine zu besprechen und dann Konsequenzen ziehen.
Liebe Grüße,
DieNeue
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
vielen Dank für deine Antwort - jetzt kann ich es ein bisschen besser nachvollziehen. Ich kenne mich mit Gruppentherapien nicht aus (war nur in einer Reha mal mit anderen in einer bunt zusammen gewürfelten Gruppe zusammen und musste das auch abbrechen, weil es für mich zu anstrengend war) - aber, das, was du da gesagt bekommst, finde ich persönlich überhaupt nicht zielführend.
Klar, man kann über seine Empfindungen reflektieren, wenn man andere, vielleicht ähnlich gelagerte Fälle in der Gruppe hat, aber auf Dauer geht das an dem vorbei, von dem ich glaube, was dir besser helfen könnte: Einzelgespräch, in dem du deine Themen alleine mit dem Therapeuten bearbeiten kannst.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir Gruppentherapie nichts oder nicht viel bringt, würde ich das Gefühl ernst nehmen. Vielleicht signalisiert es dir genau das Richtige.
Du könntest ggf. mal Kontakt mit deiner Krankenksasse aufnehmen, wieviel "Therapiekontingent" du ggf. noch hättest. Nur mal so zur Info für dich, falls du wechseln möchtest.
Ja, ich weiß, es ist unheimlich schwer, momentan einen geeigneten Therapieplatz zu finden... nur, eine Therapie, die nicht passt und dich zusätzlich belastet, ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Ich würde auf jeden Fall das gestörte Verhältnis zum Therapeuten noch einmal ansprechen. Er kann ja der Meinung sein, dass die Themen in der Gruppe besser aufgehoben wären, aber es geht ja in erster Linie um dich, dein Empfinden. Hat er sich vielleicht schon mal gefragt, warum du die Themen in der Gruppe ggf. nicht anbringen kannst? Vielleicht fehlt da Vertrauen in die Gruppe oder Vertrauen ihm gegenüber, dass er dein Thema richtig begleitet in der Gruppe. Das nur mal so als spontaner Gedanke (wie gesagt, ich kenne mich mit Gruppentherapien im eigentlichen Sinne nicht aus).
Ansonsten kann ich mich anschließen, was die Neue geschrieben hat.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für die richtige Entscheidung.
LG Mime
vielen Dank für deine Antwort - jetzt kann ich es ein bisschen besser nachvollziehen. Ich kenne mich mit Gruppentherapien nicht aus (war nur in einer Reha mal mit anderen in einer bunt zusammen gewürfelten Gruppe zusammen und musste das auch abbrechen, weil es für mich zu anstrengend war) - aber, das, was du da gesagt bekommst, finde ich persönlich überhaupt nicht zielführend.
Klar, man kann über seine Empfindungen reflektieren, wenn man andere, vielleicht ähnlich gelagerte Fälle in der Gruppe hat, aber auf Dauer geht das an dem vorbei, von dem ich glaube, was dir besser helfen könnte: Einzelgespräch, in dem du deine Themen alleine mit dem Therapeuten bearbeiten kannst.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir Gruppentherapie nichts oder nicht viel bringt, würde ich das Gefühl ernst nehmen. Vielleicht signalisiert es dir genau das Richtige.
Du könntest ggf. mal Kontakt mit deiner Krankenksasse aufnehmen, wieviel "Therapiekontingent" du ggf. noch hättest. Nur mal so zur Info für dich, falls du wechseln möchtest.
Ja, ich weiß, es ist unheimlich schwer, momentan einen geeigneten Therapieplatz zu finden... nur, eine Therapie, die nicht passt und dich zusätzlich belastet, ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Ich würde auf jeden Fall das gestörte Verhältnis zum Therapeuten noch einmal ansprechen. Er kann ja der Meinung sein, dass die Themen in der Gruppe besser aufgehoben wären, aber es geht ja in erster Linie um dich, dein Empfinden. Hat er sich vielleicht schon mal gefragt, warum du die Themen in der Gruppe ggf. nicht anbringen kannst? Vielleicht fehlt da Vertrauen in die Gruppe oder Vertrauen ihm gegenüber, dass er dein Thema richtig begleitet in der Gruppe. Das nur mal so als spontaner Gedanke (wie gesagt, ich kenne mich mit Gruppentherapien im eigentlichen Sinne nicht aus).
Ansonsten kann ich mich anschließen, was die Neue geschrieben hat.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für die richtige Entscheidung.
LG Mime
Wir müssen lernen,
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
-
Schlumpffine
- Beiträge: 716
- Registriert: 3. Mai 2020, 18:29
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
ich lese still mit und bin manchmal etwas verwundert. Kein Therapeut und keine Therapie ist sofort und akut wirksam und "beseitigt" den Leidensdruck. Hier ist der/die Betroffene gefragt, sich eine realistische Zielsetzung zu setzen.
Das wiederum bedeutet, sich persönlich und umfassend zu informieren.Hier ist u.a zu nennen Achtsamkeit,Stresstoeleranz,Selbstwert,Nein-sagen.
Diese - nicht abschließenden -Beispiele soltten im Idealfall erlernt, geübt und während der Therapie angewendet werden.
Außerdem ist eine realistische Zielsetzung äußerst hilfreich..Gute Therapieziele sollten zudem mehreren Kriterien genügen. Sie sollten
konkret sein
überprüfbar sein
erreichbar sein
in Bezug auf eine Minderung der Beschwerden sinnvoll sein
im Einflussbereich der eigenen Person liegen
ggf. Zwischenschritte umfassen
positiv formuliert sein
Ob diese Beispielhaften Therapieziele im Einzel- oder in einer Gruppentherapie angestrebt werden, ist im Einzelfall zu klären.
Das bedeutet natürlich, sich intensiv mit sich selber zu beschäftigen und-nach Möglichkeit-klar zu formulieren was man erreichen will.
Erst danach macht es Sinn, sich eine/n Therapeutin:ten bzw. Therapieform zu suchen.
Das wird nicht einfach und bedeutet auch viel Arbeit mit sich selber.
Freundliche Grüße
Schlu
ich lese still mit und bin manchmal etwas verwundert. Kein Therapeut und keine Therapie ist sofort und akut wirksam und "beseitigt" den Leidensdruck. Hier ist der/die Betroffene gefragt, sich eine realistische Zielsetzung zu setzen.
Das wiederum bedeutet, sich persönlich und umfassend zu informieren.Hier ist u.a zu nennen Achtsamkeit,Stresstoeleranz,Selbstwert,Nein-sagen.
Diese - nicht abschließenden -Beispiele soltten im Idealfall erlernt, geübt und während der Therapie angewendet werden.
Außerdem ist eine realistische Zielsetzung äußerst hilfreich..Gute Therapieziele sollten zudem mehreren Kriterien genügen. Sie sollten
konkret sein
überprüfbar sein
erreichbar sein
in Bezug auf eine Minderung der Beschwerden sinnvoll sein
im Einflussbereich der eigenen Person liegen
ggf. Zwischenschritte umfassen
positiv formuliert sein
Ob diese Beispielhaften Therapieziele im Einzel- oder in einer Gruppentherapie angestrebt werden, ist im Einzelfall zu klären.
Das bedeutet natürlich, sich intensiv mit sich selber zu beschäftigen und-nach Möglichkeit-klar zu formulieren was man erreichen will.
Erst danach macht es Sinn, sich eine/n Therapeutin:ten bzw. Therapieform zu suchen.
Das wird nicht einfach und bedeutet auch viel Arbeit mit sich selber.
Freundliche Grüße
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Vielen Dank an alle für eure Antworten, auch an "Suchende2" (habe deine Antwort leider erst jetzt gesehen). Mir ist klar, dass eine Psychotherapie nicht sofort dazu führt, dass mein Leidensdruck endet und das es auch währenddessen Höhen und Tiefen geben kann. Aber nach 1 Jahr und vier Monaten sollte es meiner Meinung nach schon eine Besserung geben, anstatt einer monatelangen Verschlechterung.
Momentan ist für mich vor allem die Frage, wie sich das Vertrauensverhältnis zu dem Therapeuten wieder herstellen lässt und ich werde das definitiv thematisieren, wenn er wieder da ist.
Ich werde nochmal mit meiner Psychiaterin sprechen...ob ein Wechsel sinnvoll ist und welche Möglichkeiten ich habe.
Nebenbei...eine Therapeutin, bei der ich mich damals während meiner Suche auch für eine Gruppentherapie vorgestellt hatte, meinte damals, dass ich viele zu lange in Situationen verharre, die nicht gut für mich sind...
Momentan ist für mich vor allem die Frage, wie sich das Vertrauensverhältnis zu dem Therapeuten wieder herstellen lässt und ich werde das definitiv thematisieren, wenn er wieder da ist.
Ich werde nochmal mit meiner Psychiaterin sprechen...ob ein Wechsel sinnvoll ist und welche Möglichkeiten ich habe.
Nebenbei...eine Therapeutin, bei der ich mich damals während meiner Suche auch für eine Gruppentherapie vorgestellt hatte, meinte damals, dass ich viele zu lange in Situationen verharre, die nicht gut für mich sind...
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Das sehe ich auch so. Ich kann dich nur ermutigen, in der Sache auf dich und dein Gefühl zu vertrauen.Narami hat geschrieben: 12. Mär 2025, 18:51 Aber nach 1 Jahr und vier Monaten sollte es meiner Meinung nach schon eine Besserung geben, anstatt einer monatelangen Verschlechterung.
Wenn du sowieso dazu tendierst, zu lange in unguten Situationen zu bleiben, dann ist dies doch eine gute Gelegenheit, um zu üben Entscheidungen zu treffen. Du scheinst ja eigentlich zu wissen, was gut für dich ist
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Nochmal eine Zwischenstandsstandmeldung: Ich habe gestern in der Stunde den Konflikt mit dem Therapeuten wegen den Einzelsitzungen angesprochen sowie meine allgemeine Unzufriedenheit mit der Gruppentherapie und das ich den Eindruck habe, dass es mir nichts bringt. Es hieß wieder, dass ich da etwas projiziere und dass es meine Verantwortung ist, die Therapie so nutzen, dass es mir etwas bringt. Aber ist es nicht die Aufgabe der Therapeuten, mich dabei zu unterstützen und den Weg aufzuzeigen?
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
Ja, es ist Deine Verantwortung die Therapie so zu nutzen, daß sie Dir etwas bringt.
ABER
Es ist auch Deine Verantwortung sie zu verlassen, wenn es wirklich nicht geht (und Du hast es ja durch Gespräche versucht zu ändern).
Ich kenne Gruppentherapie nur aus der Klinik, Tagesklinik, Reha und Rehanachsorge.
Meine Erfahrung: Es war sehr stark vom Therapeuten abhängig, ob ich (und die anderen) etwas von der Therapie hatten oder nicht.
In der Tagesklinik und Rehanachsorge hatten wir jeweils einen tollen Gruppentherapeuten. Der hat uns (fast alle) weitergebracht, obwohl nicht häufig eingegriffen wurde, aber dann immer sehr weiterführend. In der Klinik und Reha hatten die meisten das Gefühl, daß die Gruppentherapie "vertane Zeit" ist.
Meine Einzeltherapeutin hätte mir niemals den Weg aufgezeigt (den musste ich alleine finden), aber sie war bereit, mit mir zusammen auf die Suche nach dem passenden Weg zu gehen und mir dabei Anregungen zu geben (In Form von Fragen, Erklärungen, Anregungen...). Meistens waren diese passend, 3 x lag sie daneben. Das war aber auch nicht schlimm, dadurch hat sie mich auch besser kennengelernt.
Alles Gute,
Suchende
Ja, es ist Deine Verantwortung die Therapie so zu nutzen, daß sie Dir etwas bringt.
ABER
Es ist auch Deine Verantwortung sie zu verlassen, wenn es wirklich nicht geht (und Du hast es ja durch Gespräche versucht zu ändern).
Ich kenne Gruppentherapie nur aus der Klinik, Tagesklinik, Reha und Rehanachsorge.
Meine Erfahrung: Es war sehr stark vom Therapeuten abhängig, ob ich (und die anderen) etwas von der Therapie hatten oder nicht.
In der Tagesklinik und Rehanachsorge hatten wir jeweils einen tollen Gruppentherapeuten. Der hat uns (fast alle) weitergebracht, obwohl nicht häufig eingegriffen wurde, aber dann immer sehr weiterführend. In der Klinik und Reha hatten die meisten das Gefühl, daß die Gruppentherapie "vertane Zeit" ist.
Meine Einzeltherapeutin hätte mir niemals den Weg aufgezeigt (den musste ich alleine finden), aber sie war bereit, mit mir zusammen auf die Suche nach dem passenden Weg zu gehen und mir dabei Anregungen zu geben (In Form von Fragen, Erklärungen, Anregungen...). Meistens waren diese passend, 3 x lag sie daneben. Das war aber auch nicht schlimm, dadurch hat sie mich auch besser kennengelernt.
Alles Gute,
Suchende
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Liebe Suchende,
vielen Dank für deine Antwort. Natürlich muss ich auch Verantwortung für die Therapie übernehmen und meine Themen einbringen, was ich auch mache. Was du von deiner Therapeutin schreibst, klingt sehr gut, so wünsche ich mir das auch...und ja, es ist meine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich die passende Therapie finde bzw.verlasse, wenn meine Versuche, etwas zu klären und zu bessern, ergebnislos sind.
Liebe Grüße, Narami
vielen Dank für deine Antwort. Natürlich muss ich auch Verantwortung für die Therapie übernehmen und meine Themen einbringen, was ich auch mache. Was du von deiner Therapeutin schreibst, klingt sehr gut, so wünsche ich mir das auch...und ja, es ist meine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich die passende Therapie finde bzw.verlasse, wenn meine Versuche, etwas zu klären und zu bessern, ergebnislos sind.
Liebe Grüße, Narami
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
gut ist erst mal, dass du dich getraut hast, deinen Unmut kundzutun. Die Frage ist: von wem kam denn das Argument, dass du irgendetwas projizieren würdest? Vom Therapeuten? Wenn ja, was genau meint er denn damit?
Nunja, es stimmt zwar, dass eine Therapie nicht einseitig verlaufen kann, aber so wie ich dich verstehe, bringst du dich ja ein, Themen mit usw. Es gibt zwar Patienten, die sich wünschen, der Therapeut würde sie sinnbildlich an die Hand nehmen und durch die Therpie führen, was so nicht möglich ist oder sinnvoll wäre. Doch den Eindruck vermittelst du mir nicht.
Grundsätzlich glaube ich, dass es dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht gibt, sondern dass es immer eine Interaktion zwischen Therapeut und Patient gibt.
Ich habe bislang 2 therapeutisch arbeitende Behandler erlebt, deren Arbeitsweise sich komplett voneinander unterschieden. Meine erste Therapeutin (eher mit verhaltenstherapeutsichem Hintergrund, aber tiefenpsychologisch arbeitend) würde ich als eher distanziert bezeichnen, der 2. Therapeut war ganz anders. Er verstand es, Brücken zu bauen, wenn es mal schwierig war ins Gespräch zu kommen; bei der ersten Therapeutin hätten wir in so einer Situation sehr lange geschwiegen (von ihr wäre da erstmal wenig bis nichts an Intervention gekommen). Und dennoch hat mir die 1. Therapeutin geholfen, auch wenn wir uns ab und an insbesondere bei bestimmten Themen "gerieben" haben (sie vertrat ihre fachärztliche Meinung und ich meine) und mir ihre distanzierte Art weniger lag als die offenere Art des 2. Behandlers.
Was ich damit sagen will: Es kann sich auch etwas aus einer nicht 100 % stimmigen Therapie entwickeln im Laufe der Zeit.
Allerdings denke ich, dass dein Fall anders liegt. Letztendlich musst du schauen, was dir hilft in der jetzigen Konstellation oder ggf. in einer neu zu suchenden.
Wie gesagt, ich finde es gut, dass du etwas gesagt hast in der Gruppe, denn das ist ganz wichtig. Außerdem zeigst du damit ja auch, dass du für etwas einstehen willst und du genau das übernimmst: Verantwortung. Ich würde das Projektionsthema mal aufgreifen, falls es dir (wie mir) nicht klar ist, was damit gemeint ist.
LG Mime
gut ist erst mal, dass du dich getraut hast, deinen Unmut kundzutun. Die Frage ist: von wem kam denn das Argument, dass du irgendetwas projizieren würdest? Vom Therapeuten? Wenn ja, was genau meint er denn damit?
Nunja, es stimmt zwar, dass eine Therapie nicht einseitig verlaufen kann, aber so wie ich dich verstehe, bringst du dich ja ein, Themen mit usw. Es gibt zwar Patienten, die sich wünschen, der Therapeut würde sie sinnbildlich an die Hand nehmen und durch die Therpie führen, was so nicht möglich ist oder sinnvoll wäre. Doch den Eindruck vermittelst du mir nicht.
Grundsätzlich glaube ich, dass es dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht gibt, sondern dass es immer eine Interaktion zwischen Therapeut und Patient gibt.
Ich habe bislang 2 therapeutisch arbeitende Behandler erlebt, deren Arbeitsweise sich komplett voneinander unterschieden. Meine erste Therapeutin (eher mit verhaltenstherapeutsichem Hintergrund, aber tiefenpsychologisch arbeitend) würde ich als eher distanziert bezeichnen, der 2. Therapeut war ganz anders. Er verstand es, Brücken zu bauen, wenn es mal schwierig war ins Gespräch zu kommen; bei der ersten Therapeutin hätten wir in so einer Situation sehr lange geschwiegen (von ihr wäre da erstmal wenig bis nichts an Intervention gekommen). Und dennoch hat mir die 1. Therapeutin geholfen, auch wenn wir uns ab und an insbesondere bei bestimmten Themen "gerieben" haben (sie vertrat ihre fachärztliche Meinung und ich meine) und mir ihre distanzierte Art weniger lag als die offenere Art des 2. Behandlers.
Was ich damit sagen will: Es kann sich auch etwas aus einer nicht 100 % stimmigen Therapie entwickeln im Laufe der Zeit.
Allerdings denke ich, dass dein Fall anders liegt. Letztendlich musst du schauen, was dir hilft in der jetzigen Konstellation oder ggf. in einer neu zu suchenden.
Wie gesagt, ich finde es gut, dass du etwas gesagt hast in der Gruppe, denn das ist ganz wichtig. Außerdem zeigst du damit ja auch, dass du für etwas einstehen willst und du genau das übernimmst: Verantwortung. Ich würde das Projektionsthema mal aufgreifen, falls es dir (wie mir) nicht klar ist, was damit gemeint ist.
LG Mime
Wir müssen lernen,
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen,
als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)
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Schlumpffine
- Beiträge: 716
- Registriert: 3. Mai 2020, 18:29
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Narami,
ich kann deine Ängste und Meinungen voll nachvollziehen.
Egal ob eine Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt wird, erklärt dir der/die Therapeuti/in die Hintergründe - im positiven wie negativen Sinne-für Dein Verhalten nicht oder nur unzureichend.. Auch mir ging es szu Anfang so und es erzeugte eine gewisse Unzufriedenheit bei mir.
Erst in einer Klinik wurde ich mit solchen Schlagworten,wie der neue Weg, Grundannahmen,Bewertungen und deren Entstehung und Einfluss auf meine Person, konfrontiert.
Hinzu kam dann noch mein innerer Widerstand gegen die gewonnenen Erkenntnisse zu tragen. Frei nach dem Motto "Das kann nicht so nicht sein/Das bin ich nicht"
Erst als ich mein Verhalten akzeptiert habe (Radika Akzeptanz) konnte ich in kleinen Schritten eine positive Veränderung generieren.
Der Weg dahin war lang und von schmerzhaften Eindrücken begleitet.
Vielleicht hilft die das ein wenig
Gutes Hintergrundwissen gibt in der CD "Skilltraining für Borderlinepatienten" aus dem Schattauer Verlag ( va.20 €).
Funktioniert aber nur, wenn du ehrlich vor/zu dir selbst bist und eine Veränderung hevorrufen möchtest.
Für Betroffene.die nur eine Minderung Linderung des Leidendruckes anstreben, ist es zu schwer diese Hilfen umzusetzen, da sie an die "Substanz" gehen.
Gruß
Schlu
ich kann deine Ängste und Meinungen voll nachvollziehen.
Egal ob eine Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt wird, erklärt dir der/die Therapeuti/in die Hintergründe - im positiven wie negativen Sinne-für Dein Verhalten nicht oder nur unzureichend.. Auch mir ging es szu Anfang so und es erzeugte eine gewisse Unzufriedenheit bei mir.
Erst in einer Klinik wurde ich mit solchen Schlagworten,wie der neue Weg, Grundannahmen,Bewertungen und deren Entstehung und Einfluss auf meine Person, konfrontiert.
Hinzu kam dann noch mein innerer Widerstand gegen die gewonnenen Erkenntnisse zu tragen. Frei nach dem Motto "Das kann nicht so nicht sein/Das bin ich nicht"
Erst als ich mein Verhalten akzeptiert habe (Radika Akzeptanz) konnte ich in kleinen Schritten eine positive Veränderung generieren.
Der Weg dahin war lang und von schmerzhaften Eindrücken begleitet.
Vielleicht hilft die das ein wenig
Gutes Hintergrundwissen gibt in der CD "Skilltraining für Borderlinepatienten" aus dem Schattauer Verlag ( va.20 €).
Funktioniert aber nur, wenn du ehrlich vor/zu dir selbst bist und eine Veränderung hevorrufen möchtest.
Für Betroffene.die nur eine Minderung Linderung des Leidendruckes anstreben, ist es zu schwer diese Hilfen umzusetzen, da sie an die "Substanz" gehen.
Gruß
Schlu
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
@Schlumpffine
Das ist richtig. Akzeptanz ist für viele auch in meiner damaligen Reha sehr schwer gewesen, einige gaben nach wenigen Tagen auf und verließen freiwillig die Klinik. Ich war in Kleeblatt Klinik Rastede wo nach Walter H. Lechler das 12 Schritte Programm durchgezogen wurde. Am ersten Tag nach der Einführung wurde mir ganz komisch, hatte ich doch erfahren was alles auf mich zukommen würde. Wecken um 06:00 und gleich 30 Minuten Meditation, danach 45 Minuten Waldlauf und im Anschluss Chigong, Duschen/Frühstück und um 09.00 Gruppentherapie (10 Personen + Therapeut) bis 12.30. Mittag Essen und bis 14.00 Freizeit. Dann je nach Plan Ergo/Musik/Sport/Autogenes Training/ Familienaufstellungen etc. bis 18.00. Abendessen und von 19.00 - 21.00 Selbsthilfegruppen. Zweimal die Woche Einzeltherapie. In den ersten 2 Wochen Kontaktverbot zu Familie/Freunde, in der gesamten Zeit kein Telefon/Radio/Fernsehen/Zeitung. Alkohol und Rauchverbot. Von Montag bis Samstag, am Sonntag Freizeit. Einige haben es nicht geschafft und sind gegangen oder nach 2 Verstößen gegangen worden. Viele dachten an Gehirnwäsche und Sekte und konnten nicht aus ihrer Haut oder akzeptieren. Ich war 10 Wochen dort und werde diese Zeit (positiv) nie vergessen, die haben mir dass Leben damit gerettet, mir und anderen die schlimmer dran waren! Die jüngste war 15 und der älteste 70, es gab auch eine Schweigepflicht gegenüber allem. Ich dachte damals am Anfang nur daran das ich ohne Hilfe verloren bin, und ich musste es deswegen akzeptieren.
Das ist richtig. Akzeptanz ist für viele auch in meiner damaligen Reha sehr schwer gewesen, einige gaben nach wenigen Tagen auf und verließen freiwillig die Klinik. Ich war in Kleeblatt Klinik Rastede wo nach Walter H. Lechler das 12 Schritte Programm durchgezogen wurde. Am ersten Tag nach der Einführung wurde mir ganz komisch, hatte ich doch erfahren was alles auf mich zukommen würde. Wecken um 06:00 und gleich 30 Minuten Meditation, danach 45 Minuten Waldlauf und im Anschluss Chigong, Duschen/Frühstück und um 09.00 Gruppentherapie (10 Personen + Therapeut) bis 12.30. Mittag Essen und bis 14.00 Freizeit. Dann je nach Plan Ergo/Musik/Sport/Autogenes Training/ Familienaufstellungen etc. bis 18.00. Abendessen und von 19.00 - 21.00 Selbsthilfegruppen. Zweimal die Woche Einzeltherapie. In den ersten 2 Wochen Kontaktverbot zu Familie/Freunde, in der gesamten Zeit kein Telefon/Radio/Fernsehen/Zeitung. Alkohol und Rauchverbot. Von Montag bis Samstag, am Sonntag Freizeit. Einige haben es nicht geschafft und sind gegangen oder nach 2 Verstößen gegangen worden. Viele dachten an Gehirnwäsche und Sekte und konnten nicht aus ihrer Haut oder akzeptieren. Ich war 10 Wochen dort und werde diese Zeit (positiv) nie vergessen, die haben mir dass Leben damit gerettet, mir und anderen die schlimmer dran waren! Die jüngste war 15 und der älteste 70, es gab auch eine Schweigepflicht gegenüber allem. Ich dachte damals am Anfang nur daran das ich ohne Hilfe verloren bin, und ich musste es deswegen akzeptieren.
... Achte gut auf diesen Tag, gute 24 Stunden! ...
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Minos,
es ist gut, dass dir der Aufenthalt in der Klinik geholfen hat. Allerdings sind die Aussagen deiner ehemaligen Mitpatienten bezüglich Sekte und Gehirnwäsche nicht an den Haaren herbeigezogen. Was du beschreibst, hat tatsächlich sektenhafte Züge bzw. Züge einer High control group.
Das Abschotten von der Außenwelt (kein Radio, Nachrichten, etc.), Kontaktverbot zur Familie, komplette Verplanung der Zeit von früh bis spät mit vorgeschriebenen Veranstaltungen, Bestrafungen bei Nichtbefolgung von Regeln, nicht mit anderen über Probleme reden dürfen etc.... all das sind typische Eigenschaften einer Sekte bzw. einer High control group.
Wenn jemand sowas nicht will, hat das nichts mit Akzeptanz zu tun, die die Leute nicht aufbringen können oder wollen, und auch nichts mit Schwäche. Solche Leute merken die ungesunden Züge solcher Gruppen und besitzen die Autonomie und das Selbstbewusstsein, sich von solcher Manipulation nicht vereinnahmen zu lassen. Leider wird solchen Leuten dann gerne das Gegenteil vermittelt, nämlich, dass sie schwach wären und es für sie keine andere Lösung gibt außer diese Gruppe. Wenn sie die Gruppe nicht wollten, sei es kein Wunder, wenn sie dann ihre Probleme nicht in den Griff bekämen, denn die Gruppe ist ja angeblich die einzige Lösung für alles und jeden.
Aber auch dieses Wir-und-die-Anderen-Denken ist typisch für Sekten und High control groups: Es gibt diejenigen, die in der Gruppe sind, und diejenigen, die nicht dazu gehören können oder wollen. Die in der Gruppe sind die Starken und die draußen sind die Schwachen. Nur wer alles tut, was verlangt wird, besteht in der Gruppe.
Ich habe genug Erfahrung mit solchen Gruppen und bei mir und sehr vielen Anderen haben sie großen Schaden angerichtet. Du kannst froh sein, dass du das so gut überstanden hast. Sowas ist nicht für jeden was und man sollte sich sehr gut überlegen, ob man sich so etwas aussetzt. Gerade, wenn man aus einem sektenhaften oder stark kontrollierenden Umfeld kommt, kann so eine Einrichtung alles noch verschlimmern. Man muss nicht alles akzeptieren, wenn man merkt, dass es einem schadet, auch wenn es anderen geholfen hat oder einem als die einzige Lösung angepriesen wird.
Liebe Grüße,
DieNeue
es ist gut, dass dir der Aufenthalt in der Klinik geholfen hat. Allerdings sind die Aussagen deiner ehemaligen Mitpatienten bezüglich Sekte und Gehirnwäsche nicht an den Haaren herbeigezogen. Was du beschreibst, hat tatsächlich sektenhafte Züge bzw. Züge einer High control group.
Das Abschotten von der Außenwelt (kein Radio, Nachrichten, etc.), Kontaktverbot zur Familie, komplette Verplanung der Zeit von früh bis spät mit vorgeschriebenen Veranstaltungen, Bestrafungen bei Nichtbefolgung von Regeln, nicht mit anderen über Probleme reden dürfen etc.... all das sind typische Eigenschaften einer Sekte bzw. einer High control group.
Wenn jemand sowas nicht will, hat das nichts mit Akzeptanz zu tun, die die Leute nicht aufbringen können oder wollen, und auch nichts mit Schwäche. Solche Leute merken die ungesunden Züge solcher Gruppen und besitzen die Autonomie und das Selbstbewusstsein, sich von solcher Manipulation nicht vereinnahmen zu lassen. Leider wird solchen Leuten dann gerne das Gegenteil vermittelt, nämlich, dass sie schwach wären und es für sie keine andere Lösung gibt außer diese Gruppe. Wenn sie die Gruppe nicht wollten, sei es kein Wunder, wenn sie dann ihre Probleme nicht in den Griff bekämen, denn die Gruppe ist ja angeblich die einzige Lösung für alles und jeden.
Aber auch dieses Wir-und-die-Anderen-Denken ist typisch für Sekten und High control groups: Es gibt diejenigen, die in der Gruppe sind, und diejenigen, die nicht dazu gehören können oder wollen. Die in der Gruppe sind die Starken und die draußen sind die Schwachen. Nur wer alles tut, was verlangt wird, besteht in der Gruppe.
Ich habe genug Erfahrung mit solchen Gruppen und bei mir und sehr vielen Anderen haben sie großen Schaden angerichtet. Du kannst froh sein, dass du das so gut überstanden hast. Sowas ist nicht für jeden was und man sollte sich sehr gut überlegen, ob man sich so etwas aussetzt. Gerade, wenn man aus einem sektenhaften oder stark kontrollierenden Umfeld kommt, kann so eine Einrichtung alles noch verschlimmern. Man muss nicht alles akzeptieren, wenn man merkt, dass es einem schadet, auch wenn es anderen geholfen hat oder einem als die einzige Lösung angepriesen wird.
Liebe Grüße,
DieNeue
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hi DieNeue,
da ist mit Sicherheit was dran, sogar meine Schwester meinte nach meiner Reha ich wäre ein ganz anderer, es gab damals auch nur 2 Kliniken in Deutschland die nach diesem Verfahren praktizierten, die andere war Bad Herrenalb. Heute gibt es so etwas gar nicht mehr. Ich war immer eine selbst unsichere Persönlichkeit und habe vielleicht deswegen auch so ungeheuer positiv drauf reagiert, du bist schlagartig in einer Gruppe aus 10 Personen, bei mir waren 9 nur Frauen und ich der einzige Mann außer dem Therapeuten. An meinem ersten Tag hat er mich fast 4 Stunden zur Einführung in die Therapie vollkommen alleine ran genommen, ich war danach wie aus dem Wasser gezogen und hatte einen extremen Kick an Glücksgefühl im Kopf. Den hatte ich später noch einmal im einem Schalldichtem Raum den man Aufschrei Raum nannte, man legte sich auf dem Rücken lang auf eine Matte, oben auf mir drauf eine Person die ich mir aussuchen durfte und zu der ich vertrauen hatte, die durfte ich mit den Armen umfassen um mich so sicher und geborgen zu fühlen. Dann haben 3 Therapeuten fragen gestellt die ich beantworten sollte, immer mehr fragen und immer schneller und intensiver, nach jeder Antwort sollte ich schreien so laut ich konnte. Danach bis du kaum noch fähig alleine aufzustehen, du hast dass Gefühl einer totalen leere im Kopf, kein Gedanke, kein Gefühl, und dann fängst du an zu weinen und wieder an zu schreien. Dennoch ging es mir Stunden danach richtig gut und man fühlte sich innerlich gereinigt. Ich hätte auch jederzeit abbrechen dürfen, dass wurde vorab vereinbart durch Zeichen. Auch wurde man danach nie alleine gelassen für den Rest des Tages. Das ist 27 Jahre her bei mir aber unvergessen, ich erinnere mich an die vielen Dinge in diesen 10 Wochen und schöpfe noch heute viel Kraft daraus.
da ist mit Sicherheit was dran, sogar meine Schwester meinte nach meiner Reha ich wäre ein ganz anderer, es gab damals auch nur 2 Kliniken in Deutschland die nach diesem Verfahren praktizierten, die andere war Bad Herrenalb. Heute gibt es so etwas gar nicht mehr. Ich war immer eine selbst unsichere Persönlichkeit und habe vielleicht deswegen auch so ungeheuer positiv drauf reagiert, du bist schlagartig in einer Gruppe aus 10 Personen, bei mir waren 9 nur Frauen und ich der einzige Mann außer dem Therapeuten. An meinem ersten Tag hat er mich fast 4 Stunden zur Einführung in die Therapie vollkommen alleine ran genommen, ich war danach wie aus dem Wasser gezogen und hatte einen extremen Kick an Glücksgefühl im Kopf. Den hatte ich später noch einmal im einem Schalldichtem Raum den man Aufschrei Raum nannte, man legte sich auf dem Rücken lang auf eine Matte, oben auf mir drauf eine Person die ich mir aussuchen durfte und zu der ich vertrauen hatte, die durfte ich mit den Armen umfassen um mich so sicher und geborgen zu fühlen. Dann haben 3 Therapeuten fragen gestellt die ich beantworten sollte, immer mehr fragen und immer schneller und intensiver, nach jeder Antwort sollte ich schreien so laut ich konnte. Danach bis du kaum noch fähig alleine aufzustehen, du hast dass Gefühl einer totalen leere im Kopf, kein Gedanke, kein Gefühl, und dann fängst du an zu weinen und wieder an zu schreien. Dennoch ging es mir Stunden danach richtig gut und man fühlte sich innerlich gereinigt. Ich hätte auch jederzeit abbrechen dürfen, dass wurde vorab vereinbart durch Zeichen. Auch wurde man danach nie alleine gelassen für den Rest des Tages. Das ist 27 Jahre her bei mir aber unvergessen, ich erinnere mich an die vielen Dinge in diesen 10 Wochen und schöpfe noch heute viel Kraft daraus.
... Achte gut auf diesen Tag, gute 24 Stunden! ...
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo Minos,
das, was du da mit dem Aufschreiraum beschreibst, sehe ich sehr kritisch. Vor allem bei Traumata fände ich soetwas völlig verantwortungslos. Manche Leute sind in solchen Situationen völlig überfordert und könnten gar nicht mehr sagen, dass man aufhören soll. Das würde nur zu einer Retraumatisierung führen. Von daher ist es auch gut, wenn Leute früher die Reissleine gezogen und gegangen sind.
Ich hab Leute kennengelernt, die schon bei weit weniger Körperkontakt Probleme hatten.
Liebe Grüße,
DieNeue
das, was du da mit dem Aufschreiraum beschreibst, sehe ich sehr kritisch. Vor allem bei Traumata fände ich soetwas völlig verantwortungslos. Manche Leute sind in solchen Situationen völlig überfordert und könnten gar nicht mehr sagen, dass man aufhören soll. Das würde nur zu einer Retraumatisierung führen. Von daher ist es auch gut, wenn Leute früher die Reissleine gezogen und gegangen sind.
Ich hab Leute kennengelernt, die schon bei weit weniger Körperkontakt Probleme hatten.
Liebe Grüße,
DieNeue
Re: Verschlimmerung während Gruppentherapie
Hallo DieNeue,
darüber sollte man auch nicht streiten, sicher ist dies nicht für jeden die geeignete Form gewesen, es wurde ja auch sorgfältig überwacht - auch damals schon und es waren immer Ärzte u. Fachpersonal anwesend. Habe beispielsweise heute noch Mailkontakt zu einer Mitpatientin von damals, sie war da gerade erst 16 und war von Bruder und Vater missbraucht worden, Magersüchtig mit bipolare Störung und hochgradig suizidgefährdet, sie war allerdings zweimal in Rastede und einmal davon 16 Wochen. In meiner Gruppe die jüngste gewesen, und mit Schweigepflicht meinte ich wie oben beschrieben das nichts aus der Gruppe nach außen in andere Gruppen kommen sollte, kein anderer Patient außerhalb wusste etwas von der Problematik die jeder ja hatte und weswegen er in der Klinik war. Ich war ja schon 36 als es mit meinen Problemen begann und diese schlagartig auftraten. Wie gesagt, die große Mehrheit hat von dieser Therapieform profitiert und wurde, wie ich auch, mit Erfolg entlassen, und nur dies alleine hat gezählt.
darüber sollte man auch nicht streiten, sicher ist dies nicht für jeden die geeignete Form gewesen, es wurde ja auch sorgfältig überwacht - auch damals schon und es waren immer Ärzte u. Fachpersonal anwesend. Habe beispielsweise heute noch Mailkontakt zu einer Mitpatientin von damals, sie war da gerade erst 16 und war von Bruder und Vater missbraucht worden, Magersüchtig mit bipolare Störung und hochgradig suizidgefährdet, sie war allerdings zweimal in Rastede und einmal davon 16 Wochen. In meiner Gruppe die jüngste gewesen, und mit Schweigepflicht meinte ich wie oben beschrieben das nichts aus der Gruppe nach außen in andere Gruppen kommen sollte, kein anderer Patient außerhalb wusste etwas von der Problematik die jeder ja hatte und weswegen er in der Klinik war. Ich war ja schon 36 als es mit meinen Problemen begann und diese schlagartig auftraten. Wie gesagt, die große Mehrheit hat von dieser Therapieform profitiert und wurde, wie ich auch, mit Erfolg entlassen, und nur dies alleine hat gezählt.
... Achte gut auf diesen Tag, gute 24 Stunden! ...