Therapeuten / Psychologen

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Macoco
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Registriert: 15. Jun 2022, 12:15

Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Macoco »

Hallo, ich habe mal eine Frage in die Runde und hoffe auf einen regen Austausch. Ich war das letzte Mal 2020 in stationärer Behandlung und der sozialpsychiatrische Dienst war bemüht für mich im Anschluss eine Weiterbehandlung bei einem Psychologen zu organisieren. Leider hat das nicht geklappt und ich wurde entlassen ohne eine Folgebehandlung zu bekommen. Ist sicher bei vielen der Fall. Das ist jetzt 2 1/2 Jahre her und in der ganzen Zeit gab es natürlich hoch und tiefs und aktuell bin ich an einem Punkt an dem ich merke, dass ich psychologische Hilfe verstärkt benötige weil meine Gedanken immer mehr ins negative übergehen. Ich habe verschiedenste Möglichkeiten dafür ausprobiert und Psychologen in meiner Umgebung kontaktiert aber die Wartelisten sind ausnahmslos überfüllt und mir wurde immer wieder am Telefon gesagt, dass man keine Kassenpatienten mehr aufnehmen kann. Auf Nachfrage bei der AOK ob es eventuell eine Übernahme der Kosten bei einem Psychologen der ausschließlich Online stattfindet wurde mir gesagt dies sei nur zu Coronazeiten der Fall gewesen. Jetzt bin ich ziemlich demotiviert und traurig da ich Hilfe benötige aber keine bekomme. Mein Umfeld sagt ich soll nochmal stationär in Behandlung gehen aber das ist nur ein kurzzeitiges stilllegen des Problems. In dem geschützten Rahmen ist es gut aber sobald ich wieder zuhause bin und meinen Alltag bewältigen muss verfalle ich in alte Denkmuster. Da ich nicht arbeite sind meine Möglichkeiten weiter weg einen Therapeuten zu suchen ebenfalls begrenzt :(

Wie sieht es bei euch aus? Was macht ihr um gegen diese Negativität anzukämpfen? Oder hat jemand Tipps was man eventuell noch machen kann?
Ich bin für alles dankbar
Meridian
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Registriert: 15. Dez 2019, 11:05

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Meridian »

Hallo Macoco,

falls du in einer größeren Stadt wohnst, könntest du mal schauen, ob es Ausbildungsinstitute für Psychotherapeuten gibt.
Manchmal ist es einfacher, da an einen Therapieplatz zu kommen, wobei die wahrscheinlich auch Wartelisten haben.
Psychiatrische Institutsambulanzen fallen mir noch ein. Da gibt es immer ein Team von Fachärzten, Psychologen usw. und man kann zumindest einzelne Gespräche dort haben.
Käme denn eine Tagesklinik für dich in Frage (da du einen stationären Aufenthalt nicht willst)?
Da hättest du deinen Alltag, aber eben auch für einige Wochen therapeutische Angebote.
Mit der Negativität umzugehen ist schwierig, weil sie einfach ein Teil der Depression ist.
Ich habe da nicht wirklich eine Strategie, außer eben sich therapeutische Unterstützung zu suchen, aber das versuchst du ja schon.

LG, Meridian
Macoco
Beiträge: 15
Registriert: 15. Jun 2022, 12:15

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Macoco »

Ich wohne leider eher abseits aber die Ausbildungsinstitute werde ich mir auf jeden Fall mal notieren.
Ich denke auch früher oder später werde ich um Tagesklinik nicht herumkommen wobei ich die Probleme morgens direkt und auch am Abend wenn es Zeit fürs Bett ist verschärft habe. Ich weiß, es wäre ein Schritt in die richtige Richtung aber irgendwas hält mich zurück da ich auch sehr stark mit social anxiety zu kämpfen habe und in meiner Vergangenheit mich sehr schwer damit getan habe in bestehende Gruppen einzufügen. Ich danke dir trotzdem vielmals für deine Zeit und die Ratschläge vielleicht ergibt sich da ja bald was.
Suchende2
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Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Suchende2 »

Hallo Macoco,

es gibt auch die Möglichkeit bei einer bestimmten Anzahl von Absagen in einem bestimmten Zeitraum eine Therapie bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung zu machen. Da müßtest Du Dich erkundigen.
Kann Dir die AOK bei der Therapeutensuche behilflich sein? Was sagen die dazu?

Hast Du einen guten Hausarzt und kannst Dein Problem mit diesem besprechen?
Hast Du einen Psychiater, der Dir eventuell weiterhelfen kann?

Alles Gute,
Suchende
Macoco
Beiträge: 15
Registriert: 15. Jun 2022, 12:15

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Macoco »

Die AOK war was das angeht nicht sonderlich entgegenkommend. Bei einem Telefonat hieß es, dass es normal sei 40 Kilometer vom Wohnort nach einem Psychologen zu suchen. Ich kann meine Suche auf Nürnberg begrenzen dort finde ich sicher einen Psychologen aber eine Tageskarte von mir bis Nürnberg kostet 22 Euro das wären in dem Szenario 88,- pro Monat sprich 4 Termine und ich denke nicht, dass das ausreicht. Zumal das mit dem Regelsatz auch schwer umsetzbar ist.
Mein Hausarzt ist bei diesem Thema definitiv kein Ansprechpartner da er keinerlei Verständnis dafür aufbringen kann. Laut seiner Aussage soll ich einfach arbeiten gehen und das Problem löst sich. Auf die sozial Phobie geht er gar nicht ein. Es ist einfach wahnsinnig ermüdend, dass man sich an die unterschiedlichsten Menschen wendet um Hilfe zu bekommen aber niemand sich dem Problem annehmen will. Keine Ahnung wie das alles weitergehen soll.
Reziprok
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Registriert: 9. Mär 2023, 07:51

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Reziprok »

Hi Macoco,

Dein Hausarzt scheint ja nicht der Geeignetste zu sein, wenn er meint, Du sollst einfach arbeiten gehen, nimmt aber dabei auf Deine Psyche und eine möglicherweise vorhandene, entsprechende psychiatrische Diagnose keine Rücksicht. Suche Dir besser einen anderen Hausarzt, falls das möglich ist.

Zu den Fahrtkosten mit dem ÖPNV nach Nürnberg: Ab Mai soll ja dieses Deutschlandticket kommen für 49 €/Monat. Das ist günstiger als 4 x 22 € = 88 € für Tageskarten. 49 € sind aber immer noch zu viel für einen Bürgergeldempfänger, aber immerhin.

In Bayern soll es aber scheinbar keine günstigere Version des Deutschlandtickets für Bezieher von Grundsicherungsleistungen o.ä. geben, so jedenfalls der Nachrichtenstand von heute, das ist schade, ist aber typisch für konservativ regierte Bundesländer wie Bayern.

Viele Grüße und viel Erfolg wünscht

Reziprok
Gertrud Star
Beiträge: 3406
Registriert: 30. Jun 2014, 18:09

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Gertrud Star »

Hallo,
ich bin Sozialhilfeempfängerin, wohne im südlichen Großraum von Bayern und würde mich auch nicht darauf verweisen lassen können, dass ich meine Suche auf 40 km Entfernung ausdehnen solle. Bei mir gibt es immer noch das Sozialticket, was in einer Kombi 30 oder etwas mehr kostet, je nachdem was man kauft. Selbst das ist regelmäßig schon zuviel in der Inflationssituation.
Es ist ein Kreuz, dass das nicht gesehen wird, dass der Zugang zu Psychotherapie für arme Menschen derzeit so arg beschränkt wird. Es hängt ja nicht nur am Fahrgeld, als armer Mensch wird man ja meist auch nicht verstanden, man ist dann meist zu herausfordernd.
Ich muss auch nicht mehr alles mitmachen, da es bei mir nicht mehr um die Rückkehr ins Erwerbsleben geht und auch sonst bin ich nicht mehr die Jüngste - gehe auf die 60 zu jetzt.

Therapie mache ich derzeit keine, aus mehreren Gründen. Habe aber um die Ecke eine sehr passende Psychiaterin gefunden, das macht dann schon mal viel aus.

LG und alles Gute bei der Suche und überhaupt
Macoco
Beiträge: 15
Registriert: 15. Jun 2022, 12:15

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Macoco »

Danke für deinen Einblick. Ja, du hast vollkommen recht mit den Kosten und eingeschränkten Möglichkeiten. Ich habe die Möglichkeiten ausgeschöpft und muss jetzt warten bis dieses 49€ Ticket kommt um weitermachen zu können. In der Theorie leicht gesagt aber der tägliche Kampf geht halt weiter. Die letzten Monate waren echt hart und ich gebe mir auch große Mühe gegen meine Dämonen anzukommen aber ich merke schon sehr wie kräftezehrend das ganze ist. Also ist weiterhin durchhalten angesagt und eventuell gibt es ab Mai ja einen Lichtblick.
Ich beschäftige mich schon sehr viel mit mir und reflektiere mich selbst und ich weiß auch wenn ich anfange auch nur ein bisschen nachzulassen dann geht es sehr schnell sehr tief bergab. Ich schaue ob es hier in der Nähe vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe gibt für den Übergang. Mal schauen.
Diesen Eintrag zu verfassen fühlt sich gerade tatsächlich so an als würde ich mein Tagebuch schreiben. Ich suche hoffe auf Hilfe aber werde von allen Seiten im Stich gelassen :(
Manchmal frage ich mich schon ob es fair ist mein Leben lang mit solchen Problemen kämpfen zu müssen. Ich bin jetzt 30 und denke mir pack ich das nochmal 30 Jahre? Schwer vorstellbar dieser Gedanke.

Aber danke für deinen Input. Es tut mir auf gewisse Weise gut im Austausch zu stehen auch wenn mir in den Momenten nochmal verdeutlicht wird wie egal Menschen wie ich/wir der Gesellschaft sind.
Schlumpffine
Beiträge: 298
Registriert: 3. Mai 2020, 17:29

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Schlumpffine »

Hallo Macoco,
Fahrten zur Tageklinik/Voruntersuchungen können von der GKV erstattet werden. Notwendig - ein Antrag auf Fahrtkosten und ggf. die Bestätigung "medizinisch notwendig". Auch Fahrtkosten zur tei-/ vollstatinären KRANKENHAUSbehandlung werden übernommen.
Sei aber versichert, dass Du bei deiner GKV nicht Kunde des Monats werden kannst.
https://www.aok.de/pk/leistungen/medizi ... ahrkosten/
@ Hallo gertrud star
gilt auch für "Sozialhilfeempfänger"
Lg Schlumpffine
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Konfuzius
Worte haben die Macht zu zerstören und zu heilen. Wenn Worte sowohl wahr als auch freundlich sind, können sie unsere Welt verändern. “~ Buddha
Gertrud Star
Beiträge: 3406
Registriert: 30. Jun 2014, 18:09

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Gertrud Star »

Ah, guter "Trick" liebe Schlumpffine.

Das hieße ja, wenn es vor Ort nicht genug erreichbare Therapeuten gibt, aber eine Therapie trotzdem notwendig ist, dann geht die Fahrt ins Krankenhaus zur teilstationären Behandlung auf Krankenkassenkosten. Damit fällt das Spardiktat der Krankenkasse (zumindest bei Armutsbetroffenen) der Krankenkasse selber auf die Füße. Hieße, im Falle von Regelbedarfsbezug oder Geringverdienst, da ja die Fahrgelder der Krankenkasse als Leistung für alle Versicherten teils zusammen gestrichen wurden, und da auch die Verdienste und Regelbedarfe nicht ausreichen für Fahrgeld und dafür auch keine andere Behörde aufkommt (denn die orientieren sich immer alle an den Richtlinien der Krankenkassen), muss die KK dann nicht nur eine teurer teilstationäre Therapie zahlen (weil aus Geldarmut nur diese erreichbar ist), haha.
Wer zu geizig ist, lebt eben teuer, sag ich mal. Ihre Richtlinien werden sie nicht auf Armut ausrichten, denn dafür ist die Krankenkasse nicht da. Die anderen fallen aber auch aus, so muss es die Krankenkasse ausbaden.

Ich kenne nur noch einen Sachverhalt, wo jemand Fahrgelder zur ambulanten Therapie zahlen muss. Das ist manchmal bei Flüchtlingen der Fall, glaube wenn die Leistungen nach Asylgesetzbuch bekommen und zu einer Traumatherpie wohin fahren müssen, und diese woanders nicht verfügbar ist. Da geht es wohl sowohl um die Muttersprache in der Therapie als auch darum, dass Flüchtlinge gerne in der Pampa untergebracht werden und dort Residenzpflicht haben.

Danke für die Nachhilfe. Tageskliniken hab ich mehrere nicht allzu weit entfernt. Dann müsste die KK selbst das Busgeld für 5 km einfache Strecke zur nächsten TK zahlen, ich glaube es kaum.

LG Gertrud
Nachtmensch
Beiträge: 520
Registriert: 30. Dez 2020, 06:39

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Nachtmensch »

Bezüglich der Fahrtkosten zur Tagesklinik war es bei mir so, dass ich damals bei meinem ersten Aufenthalt von der Klinik darauf hingewiesen wurde, dass die Fahrtkosten mit den Öffentlichen erstattet werden und ich habe dann bei meiner Krankenkasse ein einen entsprechenden Antrag bekommen, den die Klinik ausfüllen musste. Aber die Kasse zahlt tatsächlich nur für diese Zeit. Ich hatte mir da Monatskarten gekauft aber die letzte wurde dann nur anteilig erstattet. Da sollte man drauf achten und ggf. auf Wochen oder Tageskarten switchen, wenn dies für einen selbst günstiger als eine Monatskarte ist und man nicht auf einem Anteil sitzen bleiben will.
Da ich das nun kannte, habe ich das beim zweiten mal so gemacht und letztlich war es für die Krankenkasse im Endeffekt teurer, wurde aber bezahlt. Dazu musste ich logischerweise die Tickets einreichen, die sollte man also nicht verbaseln. Auch hatte ich beim zweiten mal nicht diesen Antrag von der KK geholt und ausfüllen lassen, bekam aber von der Klinik eine entsprechende Bescheinigung. Die KK war erstmal angesäuert und meinte dass das so nicht ginge, hat aber doch bezahlt, weil ja in der Bescheinigung im Prinzip das gleiche stand, was im Antrag der Kasse abgefragt wurde, nur dass es eben nicht in deren Formular eingetragen war. Dann wollte man mir noch damit kommen, dass ich ja vorher den Antrag hätte einreichen sollen. Daraufhin sagte ich, dass dies meiner Meinung nach unerheblich ist, da ja die Tickets erst nach der Behandlung eingereicht werden können und das ich denke, das ein Anwalt das auch so sehen würde. Sicherheitshalber hatte ich die Tickets für mich kopiert, falls die Originale auf wundersame Weise eventuell verschwunden wären.
Ich weiß nicht wie die unterschiedlichen gesetzlichen KK das für sich im einzelnen Handhaben wollen, aber am besten einfach wohl vorher bei der Kasse anfragen und ruhig schon drauf hinweisen, dass einem das ja zusteht.
Vielleicht gehts auch darum, ob man generell zu Fuß in der Lage ist, in die Klinik zu kommen, weil je nach körperlichem Befinden ein bestimmter Fußweg zumutbar wäre. Aber das weiß ich nicht. Bei der letzten Tagesklinik (diesmal tatsächlich eine direkt vorort)nwäre ich mit dem Bus länger unterwegs gewesen als zu Fuß. Von daher hatte ich diesmal keine Fahrtkosten geltend gemacht.

Leider ist es tatsächlich so, dass es die KK mehr kostet, als eine ambulante Therapie inklusive Fahrtkosten und ich bin auch nur in die Klinik, weil mein Kontingent an ambulanter Therapie erschöpft und ich für diese Therapieform nun zwei Jahre quasi gesperrt wurde. Den Sinn dahinter muss ich nicht verstehen, der liegt, sofern vorhanden, im System und ist wohl politisch und seitens der involvierten Institutionen so gewollt, denn sonst wäre es ja anders und vielleicht tatsächlich sinnvoll für Patienten.

VG Nachtmensch
Gertrud Star
Beiträge: 3406
Registriert: 30. Jun 2014, 18:09

Re: Therapeuten / Psychologen

Beitrag von Gertrud Star »

Hallo,

ja das sind leider die Verwaltungsvorschriften, die alles in ein bestimmtes Korsett zwingen, auch wenn es am Ende teurer wird. Regeln sind nun mal einzuhalten. Hauptsache, am Ende gibt es eine Möglichkeit, zum Ziel zu kommen, mit der man dann auch zurecht kommt. Der Rest ist dann nicht das Problem des Patienten.

Zu Fuß dürfte bei mir meist nicht drin sein. Ab 3 km macht oft die Haut der Fußsohlen nicht mehr mit, auch wenn ich normale Schuhe und Socken anhabe. Diese Dünnhäutigkeit muss ich leider akzeptieren, die ist bei mir krenkheitsbedingt früher gekommen und hat zusätzlich noch eine extra Diagnose.
Tagelang mit Riesenblasen an den Fußsohlen laufen und dann wohl auch noch Sport, das geht ja nicht.

LG Gertrud
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