Erwartung-Enttäuschung-Umgang damit

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catse82
Beiträge: 50
Registriert: 3. Jul 2009, 22:47

Erwartung-Enttäuschung-Umgang damit

Beitrag von catse82 »

Hallo liebe Forianer,

Ich wollte mal eine Diskussion zum Thema "Erwartung an andere und an sich selbst und die damit eventuell verbundene Enttäuschung" starten.

Hier einige Fragen zum Einstieg:

Sollte ich von anderen überhaupt etwas erwarten?
Erwarte ich zu viel von anderen?
Woher weis ich ob die Erwartungen an mich selbst zu hoch sind?
Wie gehe ich am besten mit Enttäuschungen um? (ohne gleich in ein tiefes Loch zu fallen)


Mir kreist noch sehr viel zu diesem Thema durch den Kopf, kann es momentan nur noch nicht recht zu Papier bringen. Folgt aber.

Ich hoffe das dies nicht zu allgemein ist und natürlich hoffe ich auf eine rege Beteiligung von euch

Wünsche noch einen schönen Abend
Cloud
Mezier
Beiträge: 289
Registriert: 18. Jun 2009, 20:57

Re: Erwartung-Enttäuschung-Umgang damit

Beitrag von Mezier »

Hallo zusammen ...d.h. ich denke, das Thema ist so wichtig, das noch mehr schreiben.

Erwartungen.
Zunächst denke ich, das es ohne nicht geht. Allerdings gibt es auch Phasen, wo ich nichts erwarte und bemerke, das es mir damit auch besser geht. Aber so ist das Leben ja nun mal nicht. Auf der anderen Seite denke ich dann immer, wie sich einer fühlen muss, von dem ich nichts erwarte. Erwartungen haben heißt für mich auch, das ich einem Gegenüber (Job oder privat) damit auch Respekt entgegen bringe. Zumindest wäre mir der Gedanke sehr widerlich, wenn einer sagt, das er von mir nichts erwartet. Ich würde gleich denken, das man von mir nichts erwarten könne. Zack - und da ist sie wieder- die Deprifalle.
Wahrscheinlich sind das aber auch keine fruchtbaren Gedanken. Sie dienen nur dazu, meine Auffassung grundsätzlich mal darzulegen.
Mein Problem liegt eher darin, mit nicht erfüllten Erwartungen umgehen zu können und sie gleich zu persönlich zu nehmen. Ich schätze das geht hier drinnen einigen so. Weiter denke ich, das wir allgemein Erwartungen zu wenig miteinander (und hier meine ich auch wieder alle Lebensbereiche) besprechen und zwar BEVOR die vermeintlich große Enttäuschung kommt.
So und ehe jetzt das jetzt zu einem Gedankenknäuel in meinem Kopf kommt und ich das immer gleiche mit anderen Worten schreibe - hör ich an der Stelle erstmal auf.
Hoffe auf weitere Beiträge. Die sind dann vielleicht konkreter und dann red`ich wieder mit.

Liebe Grüße aus dem Osten
Mängelexemplar
morgen-grau
Beiträge: 9
Registriert: 7. Mai 2009, 15:32

Re: Erwartung-Enttäuschung-Umgang damit

Beitrag von morgen-grau »

guten abend,

ich kann gut nachvollziehen wovon du erzählst.

bei mir ist das problem, dass mein verstand klar ist. meine gefühle gehen aber ihren eigenen weg.

z.b. jeder mensch verhält sich anders und hat eine eigene sichtweise. das ist für meinen verstand ganz klar. bei mir ist es dann aber so, dass meine gefühle wie wut, ärger, enttäuschung etc. dann in mir aufsteigen und ich mich in diesen verliere. das empfinden der gefühle beschäftigt mich dann viel mehr.

mir ist es in den letzten jahren immer besser gelungen, davon abstand zubekommen.

wie hat es bei mir funktioniert?

für mich war es ganz wichtig, dass ich erstmal zu mir finde. denn ich wusste lange nicht was mit mir los ist...deshalb war ich gereizt, genervt etc...daran lang es wohl auch zum größten teil, dass ich mich auch schon wegen kleinigkeiten aufgeregt habe.

ich habe mal einen schönen satz gelesen "wer keine geduld mit sich hat, der hat auch keine mit anderen". ich finde, dass kann man auf viele themen übertragen.

als ich dann wusste, dass ich unter depressionen leide...hatte mein gefühlsleben einen namen bekommen und ich konnte anfangen zu lernen welches verhalten angemessen ist und welches nicht.(das lerne ich natürlich immer noch)

natürlich gibt es auch bei mir immer noch viele momente in denen ich erwartungen an andere oder mich stelle, die nicht angemessen sind.

mir wurde mal die frage gestellt "warum sind sie so streng zu sich?" und das war ein guter denkanstoß. denn ich hatte keine antwort.

diese frage stelle ich mir immer wieder und dann merke ich meine erwartungen an mich sind nicht angemessen.

so übe ich, erträglich mit den erwartung-enttäuschungen umzugehen... und jeder tag bietet neue möglichkeiten das zu üben.

wünsche dir viele situationen in den du üben kannst 

versuche nicht so hart zu dir und anderen zu sein. ich weiß, dass ist schwer….aber mit deinem beitrag hast du den ersten schritt getan, denn du bist dir deiner erwartungen und enttäuschungen bewusst.

bin gespannt wie andere teilnehmer mit diesem thema umgehen.

gruß
morgen-grau
... Bewahre das Glück was du hast und jage nicht noch mehr hinter her, denn diese Jagd ist das was Unglück bringt!
Tine
Beiträge: 214
Registriert: 11. Okt 2004, 19:57

Re: Erwartung-Enttäuschung-Umgang damit

Beitrag von Tine »

Na, dann trete ich dem Club mal bei.

Die Fragen, die cloud gestellt hat, beschäftigen mich auch. Vor allem letztere: wie schaffe ich es mit nicht erfüllten Erwartungen so umzugehen, dass ich nciht in ein Loch falle?

Der oft gehörte Ratschlag nichts mehr von anderen zu erwarten, scheint mir auch nicht richtig, da stimme ich dem zweiten Beitrag (sorry, Name nicht auf dem Schirm) voll zu. Erwartungen haben ja auch etwas mit Vertrauen zu tun. Ich vertraue darauf, dass dies oder jenes geschieht, dass ein Mensch sich so oder so verhält. Ohne ein Grundvertrauen geht eben auch nichts.

Leider geschieht es oft, dass meine Erwartungen sich nciht erfüllen. Und natürlich tappe ich dann in die Deprifalle und sehe die 'Schuld' bei mir.
Andererseits neige ich dazu, andere Menschen stets in ihren Reaktionen zu verstehen - wenn der erste Schock mal vorbei ist. Ihnen kann ich dann versöhnlich gegenübertreten, mir gegenüber bleibe ich unversöhnlich. Sei es weil ich immer noch typisch depri davon ausgehe, der Erwartungen nicht wert zu sein, oder aber weil ich so blöd war falsche Erwartungen zu hegen.
Zauberwort in der Therapie: Mit sich selbst versöhnlich sein.
Ich darf Erwartungen haben. Ich darf traurig sein, wenn sie nicht erfüllt werden. Und ich darf mir dafür verzeihen, dass ich welche hatte.

Aber: 'Grau mein Freund ist alle Therorie....'

LG
Tine
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